E-Bike-Besitz: Jeder Vierte in Sachsen-Anhalt nutzt Elektrorad
Veröffentlicht am: 01.09.2026 um 11:21 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Verbreitung von Elektrofahrrädern hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen und prägt zunehmend das Mobilitätsverhalten in Deutschland. Eine repräsentative Umfrage des Markt- und Meinungsforschungsunternehmens Civey, die im Zeitraum vom 8. bis zum 23. Juli 2026 im Auftrag des Energieunternehmens Eon durchgeführt wurde, liefert detaillierte Einblicke in die Besitzverhältnisse und Nutzungsmuster.
Während Sachsen-Anhalt im bundesweiten Vergleich einen Platz im Mittelfeld einnimmt, zeigen sich innerhalb des Bundeslandes erhebliche Unterschiede zwischen ländlichen Regionen und den urbanen Zentren.
Regionale Disparitäten innerhalb Sachsen-Anhalts
In Sachsen-Anhalt verfügen laut der Erhebung rund 27,7 % der Einwohner über ein E-Bike. Damit belegt das Land im Vergleich der Bundesländer den zehnten Rang.
Ein Blick auf die regionale Verteilung verdeutlicht jedoch, dass die Akzeptanz der elektrifizierten Zweiräder insbesondere im ländlichen Raum hoch ist. Der Landkreis Börde führt die Statistik mit einer Besitzquote von 33,6 % an, gefolgt vom Altmarkkreis Salzwedel mit 31,5 % und dem Saalekreis mit 31,1 %.
Im Gegensatz dazu weisen die beiden größten Städte des Landes die geringsten Quoten auf. In der Landeshauptstadt Magdeburg besitzen lediglich 21,3 % der Menschen ein E-Bike, in Halle (Saale) sind es 21,1 %. Diese Differenz zwischen Stadt und Land spiegelt sich auch in anderen Teilen Deutschlands wider und deutet darauf hin, dass E-Bikes im ländlichen Raum oft als notwendiges Transportmittel für längere Distanzen fungieren.
Bundesweiter Trend und demografische Entwicklung
Der Trend zum E-Bike ist ein deutschlandweites Phänomen. Bundesweit liegt der Anteil der E-Bike-Besitzer bei 31,4 %. Damit hat sich die Quote seit dem Jahr 2020, als sie noch bei 15,2 % lag, mehr als verdoppelt.
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Besonders dynamisch entwickelte sich der Besitz in der jüngeren Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen. In diesem Segment stieg der Anteil von 19,4 % auf mittlerweile 27,2 %.
Im Ländervergleich zeigt sich ein deutliches Nord-Süd-Gefälle sowie ein Gefälle zwischen Flächenländern und Stadtstaaten. Niedersachsen nimmt mit einer Quote von 39,4 % den Spitzenplatz ein, dicht gefolgt von Nordrhein-Westfalen (34,1 %) und Bayern (33,7 %). Das Schlusslicht bildet Berlin, wo lediglich 15,1 % der Bevölkerung ein E-Bike besitzen.
Motivation und Erwerbsmodelle
Die Gründe für die Anschaffung eines E-Bikes sind vielfältig, wobei ökologische und praktische Erwägungen eine zentrale Rolle spielen. Laut der Studie nutzen 40,4 % der Befragten ihr E-Bike als Alternative zum Automobil. Eon-Chef Filip Thon hob in diesem Zusammenhang hervor, dass das E-Bike eine ernstzunehmende Option für die individuelle Mobilitätswende darstelle.
Hinsichtlich der Anschaffungswege dominiert weiterhin der klassische Eigenkauf. Etwa 81,3 % der genutzten E-Bikes wurden privat erworben. Das Modell des Dienstrad-Leasings gewinnt jedoch an Bedeutung: Rund 11 % der Befragten gaben an, dass ihr Fahrzeug vom Arbeitgeber bereitgestellt wurde.
Sicherheitsaspekte und Diebstahlstatistik
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Mit der steigenden Anzahl hochwertiger Fahrräder wächst auch die Relevanz von Sicherheitsfragen. Daten des Landeskriminalamtes (LKA) für Sachsen-Anhalt verdeutlichen das Diebstahlrisiko. Insgesamt verzeichnete die Behörde 8.000 Fahrraddiebstähle im Land, wobei mehr als die Hälfte dieser Delikte auf die Städte Magdeburg und Halle entfiel.
Speziell bei den elektrifizierten Modellen wurden 810 Diebstähle registriert. Der entstandene wirtschaftliche Schaden ist erheblich: Der Wert der entwendeten E-Bikes belief sich laut LKA auf insgesamt 2,3 Millionen Euro. Dies unterstreicht den hohen materiellen Wert der Fahrzeuge, der deutlich über dem von herkömmlichen Fahrrädern liegt.
Mehr zum Thema bei n-tv: „Sachsen-Anhalt: Nutzung steigt: Mehr als jeder Vierte hat ein E-Bike - n“
