Dülmen, Stempel

Dülmen packt’s – unverpackt!: Sechs Stempel bringen Einkaufende in die Verlosung

Veröffentlicht am: 02.10.2026 um 16:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine lokale Sammelaktion soll verpackungsarme Einkäufe fördern; DUH-Daten zeigen weiterhin hohe Plastikanteile bei Obst und Gemüse.

Dülmen startet Stempelaktion für verpackungsarmes Einkaufen im Handel
Mit Lebensmitteln gefüllte Glasbehälter in einem Unverpackt-Laden zur Reduzierung von Plastikmüll. Illustration mit AI erstellt.

Die Reduzierung von Verpackungsmüll im Einzelhandel bleibt eine der zentralen Herausforderungen für einen nachhaltigen Konsum. Während auf bundesweiter und europäischer Ebene regulatorische Vorgaben oft langwierige Übergangsfristen vorsehen, setzen regionale Akteure zunehmend auf niedrigschwellige Anreize.

Ein aktuelles Beispiel dafür ist die Initiative „Dülmen packt’s – unverpackt!“, die den verpackungsarmen Einkauf auf kommunaler Ebene gezielt in den Mittelpunkt rückt.

Stempeln für den Umweltschutz: Die Aktion in Dülmen

Getragen wird das Projekt von dem Verein DüNaMi e. V., der Viktor GmbH sowie mehr als 20 lokalen Geschäften. Die Aktion ist für den Zeitraum vom 5. Oktober bis zum 5. November 2026 angesetzt. Ziel ist es, Kundinnen und Kunden dazu zu bewegen, Waren ohne Einwegverpackungen oder in mitgebrachten Behältnissen einzukaufen.

Für jeden verpackungsarmen Einkauf erhalten die Teilnehmenden Stempel auf einer Sammelkarte. Wer insgesamt sechs Stempel vorweisen kann, nimmt an einer Verlosung von Dülmen-Gutscheinen teil. Die entsprechenden Stempelkarten werden direkt in den teilnehmenden Geschäften ausgegeben. Zudem bietet der Verein DüNaMi e. V. die Karten am 3. Oktober 2026 an seinem Stand auf dem Kirchplatz im Rahmen des dortigen Bürgertreffs an.

Bestandsaufnahme im Handel: Hoher Verpackungsanteil bei Lebensmitteln

Dass lokale Initiativen zur Müllvermeidung nötig sind, unterstreichen aktuelle Erhebungen von Umweltverbänden. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) stellte in ihrem Verpackungscheck, für den zwischen April und August 2026 insgesamt 48 Filialen von zwölf Handelsketten untersucht wurden, keine grundlegende Verbesserung fest.

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In den untersuchten Discounterfilialen waren rund 68 Prozent des Obst- und Gemüseangebots vorverpackt, bei Vollsortimentern lag der Anteil bei 58 Prozent. Biosupermärkte wiesen demgegenüber einen durchschnittlichen Schnitt von 16 Prozent auf. Bei den getesteten vorverpackten Karotten waren 99 Prozent in Plastik verpackt.

Auch auf gesetzlicher Ebene greifen Vorgaben nur schrittweise. Zwar gilt die neue EU-Verpackungsverordnung seit August 2026, das darin enthaltene Verbot von Einwegplastik für unverarbeitetes Obst und Gemüse unter 1,5 Kilogramm wird jedoch erst ab 2030 wirksam.

Kommunale Lenkungsinstrumente als Ergänzung

Neben freiwilligen Mitmach-Aktionen wie in Dülmen erproben andere Kommunen verbindliche finanzielle Steuerungsinstrumente. Die Stadt Tübingen erhebt eine Steuer in Höhe von 50 Cent je Einwegverpackung für Speisen und Getränke sowie 20 Cent je Einwegbesteck. Nach Angaben der dortigen Projektleitung Claudia Patzwahl führte dies zu spürbar weniger Müll im öffentlichen Raum, während Verbraucher vermehrt auf eigene Mehrwegbehälter zurückgreifen.

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Mit Potsdam führt zudem die erste Kommune in Brandenburg eine vergleichbare Steuer auf Einweg-To-go-Verpackungen ein, die Einweggeschirr mit 50 Cent und Einwegbesteck mit 20 Cent belegt. Projekte wie jenes in Dülmen zeigen parallel dazu auf, wie die Sensibilisierung der Kundschaft über den lokalen Handel auf freiwilliger Basis vorangetrieben werden kann.

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