DuckDuckGo +70%: Flucht vor Googles Gemini-Zwang am 25. Mai
29.05.2026 - 01:24:06 | boerse-global.deDer Suchmaschinen-Anbieter DuckDuckGo erlebt einen massiven Ansturm von iPhone-Nutzern. Auslöser ist Googles Zwangseinführung seiner KI Gemini 3.5 Flash.
Zwischen dem 20. und 25. Mai 2026 stiegen die Installationen der datenschutzfreundlichen Such-App auf iOS-Geräten in den USA um 33 Prozent. Ein Höhepunkt war der 25. Mai: Die täglichen Downloads schnellten um fast 70 Prozent in die Höhe. Dies fiel zeitlich genau mit Googles Entscheidung zusammen, das KI-Modell Gemini 3.5 Flash ohne vorherige Zustimmungsmöglichkeit als Standardsuche für über eine Milliarde Nutzer zu aktivieren.
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Die Führung von DuckDuckGo bezeichnete diesen Schritt als Versuch, KI-Funktionen gegen den Willen der Nutzer durchzusetzen. Die Besuche auf den KI-Informationsseiten des Konkurrenten stiegen im gleichen Zeitraum um mehr als 22 Prozent. Offenbar suchen viele Anwender nach Alternativen, die eine manuelle Kontrolle über KI-Integrationen erlauben.
Datenschutz-Tricks für Googles Dienste auf dem iPhone
Datenschutz-Experten empfehlen iPhone-Nutzern aktuell drei zentrale Anpassungen, um die Datensammlung durch Google zu begrenzen. Erstens: Die Funktion „Zeitleiste" in Google Maps lässt sich deaktivieren, um die Speicherung des Standortverlaufs zu verhindern. Zweitens: Die Einstellung „Web- & App-Aktivitäten" im Google-Konto kann ausgeschaltet werden, um die Archivierung von Suchanfragen zu stoppen. Drittens: In den iOS-Systemeinstellungen kann der Standortzugriff für Google auf „Nie" gesetzt werden.
Am 27. Mai 2026 führte Google zudem neue Kontrollmöglichkeiten für den Suchverlauf und personalisierte Empfehlungen ein. Diese Neuerungen wurden per E-Mail und In-App-Benachrichtigungen kommuniziert und sollen den Nutzern mehr Kontrolle über ihre gespeicherten Daten geben.
Auch bei Google Photos gibt es eine Neuerung: Die Funktion „Ask Photos", die auf Gemini basiert und persönliche Bibliotheken durchsucht, kann in den App-Einstellungen deaktiviert werden. Das Unternehmen versichert, dass die Daten weder für Werbezwecke noch für externes KI-Training genutzt werden.
Apple setzt auf Gemini für neue Siri-App
Während Nutzer nach Wegen suchen, Tracking zu vermeiden, vertieft sich die Partnerschaft zwischen Apple und Google. Berichten zufolge plant Apple bereits im nächsten Monat den Beta-Start einer eigenständigen Siri-Chatbot-App. Diese wird von Google Gemini angetrieben, läuft aber auf Apples eigener Private Cloud Compute-Infrastruktur, um Sicherheitsstandards zu gewährleisten.
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Die neue Siri-Oberfläche wird datenschutzfreundliche Funktionen bieten, darunter die automatische Löschung von Chat-Verläufen. Nutzer können zwischen Löschfristen von 30 Tagen, einem Jahr oder gar keiner Löschung wählen.
Diese Entwicklung folgt auf einen Vergleich, den Apple im Umfang von 250 Millionen Dollar zur Beilegung einer Sammelklage wegen verzögerter Siri-Feature-Updates zahlte.
Google einigt sich in Datenschutzverfahren
Google steht kurz vor dem Abschluss eines 135 Millionen Dollar schweren Vergleichs. Es geht um Vorwürfe der unbefugten Datensammlung auf Mobilgeräten, die bis Ende 2017 zurückreichen. Rund 100 Millionen berechtigte Nutzer in den USA sollen kleine Einzelzahlungen erhalten. Die Frist für einen Ausschluss aus dem Vergleich endet am heutigen 29. Mai 2026. Die endgültige richterliche Genehmigung ist für Ende Juni angesetzt.
Parallel dazu kündigte Google Health am 27. Mai 2026 ein Update für die Pixel Watch an. Es behebt technische Probleme bei der Kalorienverfolgung und führt die Integration mit Apple Health ein. Weitere Funktionen wie das Löschen von Kinderkonten sollen im Juni folgen, maßgeschneiderte Trainingspläne sind für später im Jahr 2026 geplant.
Apple wiederum stellte am 28. Mai 2026 neue Datenschutzfunktionen für sein nächstes Betriebssystem vor. Dazu gehören die Möglichkeit, den Standortverlauf in Apple Maps direkt einzusehen und zu deaktivieren, sowie ein Werkzeug zum Entfernen von Standort-Metadaten aus Fotos vor dem Teilen. Diese Maßnahmen bauen auf dem App Tracking Transparency (ATT)-Rahmenwerk auf, das Marktforschern zufolge im ersten Jahr nach seiner vollständigen Einführung zu Werbeeinbußen von fast zehn Milliarden Dollar für große soziale Medien und Videoplattformen führte.
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