Dual Pixel 3D Converter: Canon macht 3D-Modelle aus Fotos
Veröffentlicht am: 16.09.2026 um 11:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der japanische Technologiekonzern Canon erweitert sein Software-Portfolio im Bereich der Bildverarbeitung. Wie das Unternehmen ankündigte, wird die neue Windows-Anwendung „Dual Pixel 3D Converter" ab dem 8. Oktober 2026 zur Verfügung stehen.
Das Programm ermöglicht es, aus einer einzelnen fotografischen Aufnahme dreidimensionale Modelle zu berechnen und markiert damit einen weiteren Schritt in der Integration von Tiefeninformationen in den fotografischen Workflow.
Innovative Tiefenberechnung aus RAW- und JPEG-Daten
Die Software nutzt die von Canon entwickelte Dual-Pixel-Technologie, um räumliche Informationen aus den Bilddaten zu extrahieren. Als Eingabequellen dienen demnach Dual Pixel RAW-Dateien von ausgewählten Kameras der EOS-Serie. Eine Besonderheit stellt die ebenfalls für Oktober 2026 angekündigte EOS R8 Mark II dar. Dieses Modell wird als erste Kamera des Herstellers in der Lage sein, JPEG-Dateien direkt mit integrierten Distanzdaten auszugeben.
Diese Kombination aus Hardware und der neuen Windows-Applikation soll den Prozess der 3D-Erstellung erheblich vereinfachen, da die Tiefeninformationen bereits zum Zeitpunkt der Aufnahme generiert werden. Die Anwendung wird zum Verkaufsstart zunächst kostenlos angeboten. Eine detaillierte Übersicht der kompatiblen Kameragehäuse und Objektive stellt Canon auf der eigenen Internetpräsenz bereit.
Vielseitige Exportoptionen für die Weiterverarbeitung
Canon bringt mit dem Dual Pixel 3D Converter eine Windows-Anwendung, die aus einer einzigen Aufnahme ein 3D-Modell berechnet — zunächst kostenlos, Start ist der 8. Oktober 2026. Wer den Einstieg ohne Umwege schaffen will, findet hier die nötigen Schritte. Kostenlosen 3D-Workflow-Guide anfordern
Der Funktionsumfang des „Dual Pixel 3D Converter" geht über die bloße Anzeige von räumlichen Bildern hinaus. Anwender haben die Möglichkeit, die generierten Daten als 3D-Bilder oder als komplexe 3D-Modelle zu exportieren. Hierfür unterstützt die Software die industrieweit etablierten Formate OBJ und GLB, was eine nahtlose Integration in externe 3D-Design- und Visualisierungsprogramme ermöglicht.
Innerhalb der Anwendung lassen sich verschiedene Parameter justieren. Nutzer können die Tiefenstärke des Modells individuell regeln, um den plastischen Effekt zu verstärken oder abzumildern. Zudem bietet die Software Werkzeuge zur Segmentierung: Das Hauptmotiv kann isoliert oder der Hintergrund vollständig entfernt werden, was die Freistellung von Objekten für die Weiterverarbeitung in digitalen Umgebungen erleichtert.
Einsatzgebiete und strategische Erweiterung
Nicht jede EOS liefert die nötigen Tiefendaten: Dual Pixel RAW kommt nur von ausgewählten Gehäusen, JPEG mit Distanzinfos bislang nur von der angekündigten EOS R8 Mark II. Eine Checkliste zeigt, ob Ihre Ausrüstung dabei ist — bevor Sie Zeit in einen inkompatiblen Workflow stecken. Kompatibilitäts-Checkliste jetzt sichern
Hinsichtlich der Motivauswahl empfiehlt der Hersteller insbesondere die Fotografie von Pflanzen sowie Aufnahmen im Bereich des Kochens und der Kulinarik. Diese Motive eignen sich laut den Angaben besonders gut für die Erfassung feiner Strukturen und räumlicher Tiefe durch das Dual-Pixel-Verfahren.
Neben der Endkunden-Software plant Canon zudem eine Öffnung der Technologie für Drittentwickler. Ein spezielles Software Development Kit, das „Dual Pixel 3D SDK", soll noch im Laufe des Jahres 2026 veröffentlicht werden. Damit unterstreicht das Unternehmen seine Absicht, die Nutzung von Tiefendaten in der Fotografie breiter im Markt zu etablieren und professionelle Anwender in die Lage zu versetzen, die Technologie in eigene Softwarelösungen oder industrielle Anwendungen zu integrieren.
