Drone, Defender

Drone Defender: Mercedes und Startup entwickeln Drohnenabwehr

11.06.2026 - 03:15:33 | boerse-global.de

Mercedes-Benz steigt mit Startup Tytan Technologies in die Drohnenabwehr ein. Das mobile System "Drone Defender" soll noch 2026 in Serie gehen.

Mercedes-Benz und Tytan: Neues Drohnenabwehrsystem Drone Defender
Drone - An armored Mercedes-Benz G-Class SUV with radar and drone launchers on an airfield, symbolizing drone defense technology. 11.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Mercedes-Benz steigt ins Verteidigungsgeschäft ein: Gemeinsam mit dem Münchner Startup Tytan Technologies entsteht ein mobiles System zur Drohnenabwehr.

Der Autobauer und das junge Unternehmen unterzeichneten am Montag auf der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) in Berlin eine Absichtserklärung. Das Gemeinschaftsprojekt trägt den Namen „Drone Defender“ und soll Flughäfen sowie andere kritische Infrastrukturen vor Angriffen aus der Luft schützen.

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Zwei Fahrzeugplattformen im Einsatz

Das Abwehrsystem basiert auf modifizierten Mercedes-Modellen. Als mobile Plattform dient die militärische Variante der G-Klasse, ausgestattet mit Radar, Sensoren und Abschussvorrichtungen für Abfangdrohnen. Der Sprinter übernimmt die Rolle eines mobilen Führungsstands.

Die Abfangdrohnen stammen von Tytan Technologies. Sie sollen feindliche FPV-Drohnen (First-Person-View) entweder durch direkten Zusammenstoß oder mit speziellen Gefechtsköpfen neutralisieren. Das System ist sowohl für zivile Einsätze – etwa den Schutz öffentlicher Einrichtungen – als auch für Kampfgebiete vorgesehen. Berichten zufolge könnte es später auch zur Unterstützung der Ukraine eingesetzt werden.

Produktionsstart noch dieses Jahr

Für Mercedes-Chef Ola Källenius ist die Partnerschaft ein strategischer Schritt. Er signalisierte Offenheit für eine Ausweitung des Rüstungsgeschäfts – sofern sich die Projekte wirtschaftlich rechnen. Zugleich betonte er die Notwendigkeit, Europas Verteidigungsfähigkeiten insgesamt zu stärken.

Die Produktion soll noch vor Jahresende anlaufen. Das Ziel: mehrere tausend Einheiten jährlich, konkret rund 1.000 Fahrzeuge pro Jahr. Branchenbeobachter sehen den „Drone Defender“ als kostengünstige Alternative zu etablierten Hochpreissystemen wie dem Rheinmetall Skyranger, der bis zu zehn Millionen Euro pro Fahrzeug kostet.

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Junges Startup mit starker Förderung

Tytan Technologies wurde 2023 von zwei Absolventen der Technischen Universität München gegründet. Trotz der kurzen Firmengeschichte hat das Startup bereits namhafte Unterstützung erhalten – unter anderem vom NATO Innovation Fund. Im vergangenen Oktober erhielt das Unternehmen einen Auftrag der Bundeswehr über knapp 20 Millionen Euro für Abfangdrohnen.

Der Zeitpunkt der Kooperation ist kein Zufall: Europa rüstet massiv auf. Deutschland hat Investitionen von über 750 Milliarden Euro in die Verteidigung bis 2030 angekündigt. Tytan Technologies hofft, dass der „Drone Defender“ bei mehreren europäischen Regierungen auf Interesse stößt – als modulare, mobile Lösung gegen die wachsende Bedrohung durch Drohnen.

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