Drohnen-Spionage: BfV warnt vor 1.000 verdächtigen Flügen
10.06.2026 - 13:11:36 | boerse-global.de
Das Bundesministerium für Digitales hat am heutigen Mittwoch eine deutliche Aufwertung des Schutzes staatlicher Kommunikation gefordert. Hintergrund ist die zunehmend angespannte Sicherheitslage. Ein neues ressortübergreifendes Programm namens „CyberGovSecure“ soll die Anforderungen der europäischen NIS-2-Richtlinie umsetzen.
Ministerien rüsten auf – von Störboxen bis Handyverbot
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Einzelne Ministerien haben bereits konkrete Schutzmaßnahmen ergriffen. Das Finanzministerium setzt auf sogenannte Noise-Masking-Boxen, die Abhörversuche durch Störgeräusche unterbinden sollen. Das Verteidigungsministerium hat private Mobilgeräte bei Besprechungen mit Verschlusssachen verboten.
Auslöser für die verschärften Regeln war eine Phishing-Kampagne im April 2026, die gezielt Signal-Nutzer angriff – darunter hochrangige Politiker wie Bundestagspräsidentin Klöckner.
Nationaler KI-Sicherheitsrat beschlossen
Der Nationale Sicherheitsrat unter Kanzler Merz hat am Montag die Gründung eines Nationalen KI-Sicherheitsinstituts beschlossen. Es startet als virtuelle Einrichtung und nutzt die Ressourcen des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) sowie der Bundesnetzagentur.
Digitalminister Wildberger kündigte an, das Institut mit Weltklasse-Experten zu besetzen. Die Aufgaben: „KI-Security“ – also Schutz vor Angriffen – und „KI-Safety“, die Zuverlässigkeit von Produkten. Die Bundesnetzagentur wird zudem die zentrale Aufsichtsbehörde für den EU AI Act, dessen Teile ab dem 2. August 2026 verbindlich werden.
Drohnen-Spionage: BfV warnt deutsche Unternehmen
Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) hat gestern eine Warnung an die deutsche Wirtschaft ausgegeben: Die Gefahr durch drohnenbasierte Spionage und Sabotage steigt rasant. Die Geräte werden kleiner, präziser und durch künstliche Intelligenz immer leistungsfähiger.
Betroffen sind Militärstandorte, Industrieanlagen und kritische Infrastruktur. Laut Bundeskriminalamt (BKA) wurden 2025 über 1.000 verdächtige Drohnenflüge registriert. Die Sicherheitsbehörden empfehlen Unternehmen konkrete Schutzmaßnahmen: Bildschirme sperren, Jalousien schließen, WLAN und Bluetooth deaktivieren, sobald unbekannte Drohnen gesichtet werden.
Das LKA Niedersachsen führte zudem zwischen dem 25. Mai und 3. Juni eine gezielte Operation in Wilhelmshaven durch, um hybride Bedrohungen kritischer Infrastruktur zu prüfen. Konkrete Gefahren wurden nicht festgestellt.
Neues Gesetz: Hackbacks für drei Tage ohne Richter
Bereits im Frühjahr hatte das Bundeskabinett ein neues Cybersicherheitsgesetz auf den Weg gebracht. Es erweitert die Befugnisse von BSI und BKA – und erlaubt in dringenden Fällen sogenannte „Hackbacks“: proaktive Maßnahmen, um Cyberangriffe aus dem Ausland abzuwehren. In Eilfällen soll dies bis zu drei Tage ohne richterliche Anordnung möglich sein.
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Der wirtschaftliche Druck ist enorm: Der Branchenverband Bitkom beziffert den jährlichen Schaden durch Cyberangriffe auf rund 202 Milliarden Euro.
Netzausbau: Milliarden für Glasfaser und Mobilfunk
Um die digitale Widerstandsfähigkeit zu stärken, haben Bundesregierung und Telekommunikationsbranche am Montag eine Absichtserklärung unterzeichnet. Ziel ist der beschleunigte Ausbau von Glasfaser- und Mobilfunknetzen. Die Branche will bis 2027 rund 8,5 Milliarden Euro in Glasfaser und 2,4 Milliarden Euro in Mobilfunk investieren – für eine robuste und sichere Vernetzung des Landes.
