DreamHost-Angriff: FTP- und SFTP-Passwörter von Kunden abgegriffen
Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 23:15 Uhr | Redaktion boerse-global.deDer Webhosting-Dienstleister DreamHost ist Ziel eines gezielten Cyberangriffs geworden. Unbefugte Dritte hatten über Wochen hinweg Zugriff auf den webbasierten Dateimanager des Anbieters und konnten dabei Zugangsdaten von Kunden abfangen. Der Vorfall begann im August 2026 und blieb bis zu seiner Entdeckung am 23. Oktober 2026 unbemerkt. Betroffen sind Nutzer, die sich während dieses Zeitraums über das betroffene Webinterface eingeloggt haben.
Schwachstelle im Web-Dateimanager ausgenutzt
Nach Angaben des Unternehmens verschafften sich die Angreifer über eine nicht näher spezifizierte Sicherheitslücke in der Weboberfläche files.dreamhost.com Zugang zum System.
In diesem Zusammenhang erbeuteten die Eindringlinge Session-Tokens sowie FTP- und SFTP-Benutzernamen samt zugehörigen Passwörtern jener Anwender, die in dem genannten Zeitfenster aktiv waren. DreamHost stellte klar, dass kein Zusammenhang mit jüngst bekannt gewordenen PHP-Schwachstellen bestehe.
Neben den Dateiübertragungsdiensten waren womöglich auch Webmail-Systeme betroffen. Das Unternehmen räumte ein, dass Webmail-Sitzungen einschließlich der Anmeldedaten einer begrenzten Anzahl von Kunden kompromittiert worden sein könnten. Aus einer Mitteilung an Regulierungsbehörden geht zudem hervor, dass die Angreifer unter Umständen auch Zugriff auf die Inhalte von E-Mails sowie auf über FTP und SFTP gespeicherte Dateien erlangt haben könnten.
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Hingegen gebe es keine Anhaltspunkte dafür, dass die zentralen Logins für das Kunden-Kontrollzentrum oder sensible Abrechnungs- und Zahlungsdaten abgeflossen seien. Zahlungsabwicklungen und Abrechnungsinformationen werden nach Unternehmensangaben über externe Dienstleister verwaltet und waren nicht Teil der betroffenen Infrastruktur.
Ausmaß und getroffene Gegenmaßnahmen
Über die genaue Anzahl der betroffenen Kundenkonten machte das Unternehmen auf direkte Nachfragen keine präzisen Angaben. Ein Unternehmenssprecher erklärte lediglich, dass der Anteil der betroffenen Kunden deutlich unter 10 Prozent der rund 400.000 zahlenden Nutzer liege. Warum die monatelang andauernden Aktivitäten erst gegen Ende Oktober festgestellt wurden, ließ der Hosting-Dienstleister offen.
Nach der Entdeckung am 23. Oktober 2026 leitete das Unternehmen Schritte zur Eindämmung ein. DreamHost sperrte die unbefugten Zugänge, schloss die genutzte Sicherheitslücke und beendete alle aktiven Nutzersitzungen. Zudem wurden betroffene Passwörter für ungültig erklärt und zurückgesetzt.
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Der Vorfall wurde offiziell an den kalifornischen Generalstaatsanwalt gemeldet. Das Hosting-Unternehmen, das von einem gezielten Angriff ausgeht, hat begonnen, die betroffenen Anwender zu informieren. Zur Schadensminderung stellt DreamHost den Betroffenen für die Dauer von einem Jahr kostenlose Dienste zur Identitätsüberwachung und zum Schutz vor Kreditbetrug über den Anbieter Equifax zur Verfügung.
