DRAM-Preise, Samsung

DRAM-Preise explodieren: Samsung plant 20% Erhöhung im Q3

Veröffentlicht: 06.07.2026 um 14:57 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Samsung verhandelt über DRAM-Preisaufschlag von bis zu 20 Prozent. KI-Nachfrage nach HBM verknappt Standard-Speicher und treibt Kosten für Endgeräte.

Samsung plant 20% DRAM-Preiserhöhung: KI-Boom treibt Speicherkosten
DRAM-Preise - Nahaufnahme eines RAM-Moduls mit leuchtenden Schaltkreisen, Symbol für Technologie und Marktkräfte, die Speicherpreise beeinflussen. 06.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der südkoreanische Chipriese Samsung Electronics verhandelt offenbar mit seinen Kunden über eine Preiserhöhung von bis zu 20 Prozent für DRAM-Speicherchips im dritten Quartal 2026. Der Schritt ist die jüngste Eskalation in einem bereits extrem volatilen Marktumfeld.

Bereits im ersten Quartal 2026 waren die DRAM-Preise um rund 90 Prozent nach oben geschossen, in einigen Marktsegmenten sogar um 98 Prozent. Der Trend setzte sich im zweiten Quartal fort: Weitere Zuwächse zwischen 58 und 63 Prozent kamen hinzu. Marktforscher von TrendForce erwarten für das dritte Quartal einen zusätzlichen Anstieg der Vertragspreise um 13 bis 18 Prozent. Auch NAND-Flash-Speicher soll im gleichen Zeitraum um 10 bis 15 Prozent teurer werden.

KI-Boom frisst die Kapazitäten

Der Haupttreiber der Preisexplosion ist die gigantische Nachfrage nach High Bandwidth Memory (HBM) für KI-Server. Samsung, SK Hynix und Micron priorisieren die HBM-Produktion für Rechenzentren – mit drastischen Folgen: Die Versorgung mit Standard-DRAM für Consumer-Geräte ist massiv eingeschränkt.

Analysten von Nomura beobachten, dass die akute HBM-Knappheit einen Marktüberfluss verhindert – trotz Milliardensummen für neue Fabriken. Samsung und SK Hynix investieren umgerechnet rund 518 Milliarden Euro in vier neue Halbleiterwerke in Südkorea. Doch die Projekte brauchen Zeit: Der Yongin Semiconductor Cluster wird frühestens Ende 2027 die erste Kleinserienproduktion aufnehmen. Micron warnt daher, dass extreme Speicher-Engpässe mindestens bis 2028 anhalten könnten.

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Hersteller geben Kosten an Kunden weiter

Die explodierenden Speicherkosten zwingen Hardware-Anbieter zu drastischen Maßnahmen. Apple hat bereits mehrfach die Preise erhöht: In Indien stieg der Preis des MacBook Neo um 14,3 Prozent, in Vietnam zog Apple am 25. Juni 2026 die Durchschnittspreise um 20 Prozent an. Für bestimmte Komponenten haben sich die Kosten laut Branchenkreisen vervierfacht. Apple prüft daher, DRAM von chinesischen Anbietern wie CXMT und YMTC für den lokalen Markt zu beziehen – trotz regulatorischer Bedenken.

Auch andere Hersteller reagieren:

  • Intel erhöhte die Preise für seine Arrow-Lake-Refresh-Prozessoren um bis zu 17 Prozent
  • AMD hat den Ryzen 7 5800X3D für die ältere AM4-Plattform wiederbelebt – weil hohe DDR5-Preise moderne Upgrades für preisbewusste Kunden unattraktiv machen
  • Seit Mitte 2025 sind DDR4-Preise um bis zu 300 Prozent gestiegen, DDR5 sogar um bis zu 440 Prozent
  • Aktuell kosten 32 Gigabyte DDR4 oft über 200 Euro, 32 Gigabyte DDR5 über 400 Euro

Düstere Prognosen für PC- und Smartphone-Markt

Die anhaltend hohen Preise dürften die weltweiten Geräteauslieferungen massiv belasten. Gartner prognostiziert, dass ein Gesamtanstieg der Speicherpreise um 130 Prozent im Jahr 2026 zu einem Rückgang der PC-Auslieferungen um 10,4 Prozent führen wird. Bei Smartphones rechnet das Marktforschungsinstitut mit einem Minus von 8,4 Prozent. IDC erwartet sogar einen Rückgang der Smartphone-Verkäufe um 12,9 Prozent auf 1,12 Milliarden Einheiten – bei gleichzeitig steigenden Durchschnittspreisen von rund 523 Euro (plus 14 Prozent).

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Industrie fordert Steuererleichterungen

Angesichts des Drucks sucht die Branche politische Unterstützung. In einem Schreiben vom 1. Juli 2026 forderte der Industrieverband SEMI, der Micron, Samsung und SK Hynix vertritt, das US-Finanzministerium zu Steuererleichterungen für Unterhaltungselektronik auf. Die Produktion steige zwar jährlich um 19 Prozent, könne aber mit der exponentiellen KI-Nachfrage nicht Schritt halten, so die Warnung.

Parallel dazu stehen Samsung, SK Hynix und Micron im Fokus einer Kartellklage. Kritiker werfen den Herstellern vor, die Preise über das durch Angebotsengpässe gerechtfertigte Maß hinaus getrieben zu haben. Die juristische Aufarbeitung könnte noch Jahre dauern.

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