Dr Phunk nach Burnout: 23 Kilo Gewichtsverlust und Gallensteine
Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 02:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In der Öffentlichkeit wird zunehmend offen über die Risiken chronischer Überlastung und die Notwendigkeit präventiver Maßnahmen gesprochen. Prominente Persönlichkeiten aus verschiedenen Branchen thematisieren ihre Erfahrungen mit dem Burnout-Syndrom und unterstreichen damit die Bedeutung rechtzeitiger Pausen zum Schutz der psychischen und physischen Integrität. Diese Berichte geben Einblicke in die oft schwerwiegenden Folgen beruflicher Dauerbelastung.
Physische Folgen extremer Belastungen im Musikgeschäft
Die Auswirkungen langjähriger Stressfaktoren zeigen sich exemplarisch im Fall des DJ und Produzenten Dr Phunk. Nach zwei Jahrzehnten intensiver Reisetätigkeit, Jetlags und einem gefüllten Terminkalender leidet der Musiker unter massiven gesundheitlichen Einschränkungen. Mediziner führen seine aktuelle körperliche Verfassung auf den jahrelangen Stress als tourender Künstler zurück.
Bereits im Jahr 2024 erlitt Dr Phunk einen schweren körperlichen Burnout, in dessen Folge er 23 kg an Gewicht verlor. Die gesundheitliche Situation verschlechterte sich weiter: An Heiligabend 2025 musste er aufgrund schwerer Bauchschmerzen, Erbrechen und kalter Schweißausbrüche in einer Notaufnahme behandelt werden.
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Eine Ultraschalluntersuchung ergab Gallensteine, die laut ärztlicher Einschätzung operativ entfernt werden müssen. Aktuell seien Reisen und Auftritte unmöglich, da bereits die Aufnahme fetthaltiger Lebensmittel Schmerzattacken auslösen könne. Dr Phunk betonte, dass die Gesundheit für den Moment an erster Stelle stehe; der Zeitpunkt seiner Rückkehr auf die Bühne bleibt ungewiss.
Mentale Krisen und berufliche Neuausrichtung
Auch im Bereich des Entertainments und Coachings führen extreme Belastungsphasen oft zu tiefgreifenden Lebensveränderungen. Der 34-jährige Profitänzer Giovanni Pernice berichtete über schwere Depressionen und suizidale Gedanken. Ausgelöst wurden diese durch Vorwürfe einer ehemaligen Tanzpartnerin der Sendung „Strictly Come Dancing“ bezüglich ungebührlichen Verhaltens während des Trainings.
Pernice orientierte sich daraufhin beruflich neu und kehrte für das Format „Ballando con le stelle“ nach Italien zurück, wo er im Jahr 2024 die Staffel mit Bianca Guaccero gewann. Für Oktober 2026 sind weitere Auftritte im italienischen Fernsehen sowie eine One-Man-Show in Rom geplant.
Einen radikalen Schnitt vollzog auch Maika Kretschmer. Die 47-jährige Coachin, die zwischen Deutschland und den USA Manager betreute, erlitt nach einem Autounfall vor der Berliner Charité einen Zusammenbruch infolge eines Burnouts.
Nach einer siebenmonatigen Erholungsphase entschied sie sich für einen vollständigen Branchenwechsel. Sie absolvierte eine Ausbildung zur Safari-Guide in Botswana und gründete ein Unternehmen für spezialisierte Naturreisen. Während sie ihren Besitz in Deutschland weitgehend veräußerte und sich von ihrem Partner trennte, behielt sie lediglich einen Wohnsitz in Berlin bei.
Defizite bei der betrieblichen Prävention psychischer Belastungen
Trotz der zunehmenden Sichtbarkeit des Thema weist die betriebliche Vorsorge in vielen Unternehmen Lücken auf. In Österreich ist die Evaluierung psychischer Belastungen bereits seit 1995 durch das ArbeitnehmerInnenschutzgesetz (ASchG) für Arbeitgeber verpflichtend vorgeschrieben. Dennoch zeigt eine Studie im Auftrag der Arbeiterkammer aus dem Jahr 2024, dass lediglich 70 % der Unternehmen diese regelmäßigen Überprüfungen tatsächlich durchführen.
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Der Arbeits- und Organisationspsychologe MMag. Christian Pasteka wies darauf hin, dass die bloße Durchführung der Evaluierung oft nicht ausreiche. Er gehe davon aus, dass maximal ein Drittel der Unternehmen einen echten Nutzen aus diesen Verfahren ziehe.
Pasteka betonte, dass eine sinnvolle Anwendung des Gesetzes erst dann stattfinde, wenn aus den Ergebnissen konkrete Verbesserungen abgeleitet und Maßnahmen transparent kommuniziert würden. Der Prozess sieht im Idealfall den Einsatz standardisierter, anonymer Fragebögen vor, um Handlungsfelder präzise zu identifizieren und die psychische Belastung am Arbeitsplatz nachhaltig zu senken.
