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Download More RAM: Neuer Cyberangriff hebelt Windows-Sicherheit aus

Veröffentlicht am: 15.08.2026 um 13:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Forschende präsentieren einen Software-Angriff, der Windows-Schutzfunktionen wie VBS und HVCI über manipulierte RAM-Module deaktiviert. Microsoft hat bereits einen Patch veröffentlicht.

Neuer Cyberangriff „Download More RAM“: Forscher umgehen Windows-Sicherheitsmechanismen
Nahaufnahme von DDR5-Arbeitsspeichermodulen auf einem Mainboard in einem Computergehäuse. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Wissenschaftler der University of Birmingham und der Durham University haben eine neue Form des Cyberangriffs vorgestellt, die tiefgreifende Sicherheitsmechanismen moderner Betriebssysteme aushebelt.

Auf der Fachkonferenz USENIX Security '26 präsentierten die Experten den sogenannten „Download More RAM“-Angriff. Dabei handelt es sich um eine reine Software-Attacke, die das sogenannte Memory-Aliasing nutzt, um den Serial Presence Detect (SPD) von DDR4- und DDR5-Speichermodulen zu manipulieren.

Der Angriff zielt darauf ab, die stärksten Verteidigungslinien von Windows zu umgehen. Den Untersuchungen der Forscher zufolge können durch die Manipulation des Arbeitsspeichers sowohl die Virtualization-based Security (VBS) als auch die Hypervisor-Protected Code Integrity (HVCI) deaktiviert werden. Damit verliert das Betriebssystem essenzielle Schutzfunktionen, die normalerweise den Kern des Systems vor unbefugten Zugriffen und Schadcode isolieren.

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Weitreichende Folgen für Sicherheitssoftware

Über die systemeigenen Schutzmechanismen hinaus betrifft die Schwachstelle auch gängige Sicherheitsanwendungen. Die Forscher demonstrierten, dass der „Download More RAM“-Angriff in der Lage ist, den Windows Defender sowie Endpoint-Detection-and-Response-Lösungen (EDR) von Drittanbietern unschädlich zu machen. Auch Anti-Cheat-Software, die insbesondere im Gaming-Bereich zur Integritätsprüfung eingesetzt wird, könne durch das Memory-Aliasing umgangen werden.

Die technische Grundlage des Angriffs liegt in der missbräuchlichen Nutzung der SPD-Strukturen auf den Speichermodulen. Da dieser Prozess rein auf Softwareebene abläuft, sind keine physischen Eingriffe an der Hardware erforderlich, um den Schutz des Systems zu kompromittieren.

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Betroffene Hardware und Reaktion der Branche

Nach Angaben der Sicherheitsanalysten sind Speichermodule namhafter Hersteller von der Schwachstelle betroffen. Konkret wurden Produkte von Corsair, G.Skill und ADATA als anfällig identifiziert, sofern sie DDR4- oder DDR5-SPD-Spezifikationen nutzen. Die Sicherheitslücke wird unter der Kennung CVE-2026-23670 geführt. Die Einstufung der Kritikalität erfolgt mit einem CVSS-Score von 5.7.

Microsoft hat bereits auf die Entdeckungen der Wissenschaftler reagiert. Das Unternehmen veröffentlichte einen Sicherheitspatch für CVE-2026-23670, um die mit dem „Download More RAM“-Angriff verbundene Schwachstelle zu schließen.

Administratoren und private Anwender werden angehalten, die entsprechenden Updates zeitnah zu installieren, um die Wirksamkeit von Sicherheitsfunktionen wie VBS und HVCI weiterhin zu gewährleisten.

Die Entdeckung unterstreicht die wachsende Bedeutung der Hardware-Sicherheit und zeigt, dass auch standardisierte Komponenten wie Arbeitsspeicher-Module zunehmend in den Fokus von Sicherheitsforschern rücken.

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