DoorDash Air: FAA-Zulassung liegt vor, doch BVLOS-Flüge bleiben offen
Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 23:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der US-Lieferdienst DoorDash baut seine Logistik auf dem Luftweg aus. Auf der Veranstaltung Dash Forward 2026 hat das Unternehmen eine eigens entwickelte sechsmotorige Lieferdrohne und das dazugehörige System DoorDash Air vorgestellt.
Für den Praxiseinsatz bereitet der Konzern Pilotlieferungen in Nordkalifornien vor, bei denen unter anderem Bestellungen der Restaurantketten Chipotle, Popeyes sowie des Anbieters Momo N Curry transportiert werden sollen.
Leise Seilwindentechnik für den Restaurantbetrieb
Das von der internen Forschungsabteilung DoorDash Labs konzipierte Fluggerät setzt auf sechs langsam drehende Propeller und nutzt eine Seilwinde, um Lieferungen sowohl am Betrieb aufzunehmen als auch beim Kunden abzusetzen.
Nach Unternehmensangaben soll das Fluggerät auf seiner Lieferflughöhe etwa die Lautstärke eines vorbeifahrenden Autos erreichen. Die physische Bodeninfrastruktur ist so ausgelegt, dass sie sich direkt in bestehende Arbeitsabläufe der Gastronomiebetriebe einfügen lässt.
DoorDash stützt das Design auf eigene Bestelldaten. Nach Berechnungen des Lieferdienstes sind rund 80 % der typischen US-Restaurantbestellungen klein und leicht genug, um für den Transport per Drohne infrage zu kommen. Grenzen setzen dabei Faktoren wie Entfernung, Paketgröße und Wetterbedingungen.
In ersten Testläufen benötigte das Fluggerät vom Restaurant bis zur Kundschaft durchschnittlich unter 5 Minuten, wobei das Unternehmen feste Lieferzeiten nicht garantiert. Wesentliche technische Eckdaten – darunter das maximale Startgewicht, die Nutzlast, die Reichweite sowie die Reisegeschwindigkeit – wurden bislang nicht veröffentlicht.
Zuteilung per Algorithmus und rechtliche Hürden
Gesteuert werden die Einsätze über die Autonomous Delivery Platform (ADP), die ebenfalls von DoorDash Labs entwickelt wurde. Das System greift auf 13 Jahre Händler- und Kundendaten einer Plattform mit zuvor mehr als 500.000 gelisteten Restaurants zurück.
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Anhand von Parametern wie Wetterlage, Gewicht, Flugdistanz und dem aktuellen Bodenverkehr entscheidet die Software automatisiert, ob ein Auftrag durch menschliche Kuriere, rollende Roboter, Drohnen oder externe Dienstleister ausgeführt wird.
Für den kommerziellen Betrieb in den USA verfügt das Unternehmen über eine Part-135-Zulassung der Luftfahrtbehörde FAA, die auf den 29.07.2026 datiert ist. Eine behördliche Genehmigung für Flüge außerhalb der direkten Sichtweite der Operatoren (BVLOS) liegt jedoch noch nicht vor.
Wann und in welchen Städten Nordkaliforniens die Testflüge starten, ließ das Management offen; Mitgründer Stanley Tang stellte den Beginn für die kommenden Monate in Aussicht.
Fertigung in San Francisco und gemischte Flotte
DoorDash strebt eine inländische Fertigung an und produziert die Drohnen in einer rund 40.000 Quadratfuß großen Forschungs- und Entwicklungsanlage im San Franciscoer Mission District. Die Kapazitäten sollen bis 2027 parallel zum Bedarf wachsen. Für geplante Außentests am dortigen Standort steht allerdings noch eine Bewilligung der örtlichen Planungskommission aus, die nach einer gesetzlichen Vorgabe von vergangenem Dezember erforderlich ist.
Die Eigenentwicklung ersetzt bestehende Partnerschaften nicht: DoorDash arbeitet weiterhin mit den Drohnenspezialisten Wing und Flytrex zusammen, über die zuvor bereits Zehntausende Zustellungen abgewickelt wurden. Insgesamt verzeichnete der Dienst bisher Hunderttausende autonome Lieferungen, unter anderem durch den 2025 vorgestellten Bodenroboter Dot, der im Jahr nach seinem Start an mehr als 2.000 Standorten im Großraum Phoenix aktiv war.
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Täglich vermittelt DoorDash rund 10 Mio. Bestellungen. Vor allem bei längeren Wegen sieht der Konzern Potenzial für automatisierte Konzepte: Im Jahr 2025 führten über 20 % der Fahrten über Distanzen zwischen 3 und 5 Meilen, wobei diese Touren im Schnitt fast 25 % mehr Zeit beanspruchten als kürzere Lieferwege.
Gleichzeitig bleibt der Mensch das Rückgrat des Betriebs: Im Jahr 2025 erwirtschafteten weltweit über 9 Mio. Kuriere mehr als 20 Mrd. US-Dollar über die Plattform.
