Doomscrolling, Millionen

Doomscrolling: 1,5 Millionen Kinder zeigen riskantes Verhalten

Veröffentlicht am: 16.08.2026 um 04:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Studien belegen Stress durch exzessiven Nachrichtenkonsum. 1,5 Millionen Jugendliche in Deutschland zeigen riskantes Online-Verhalten. Apps wie WeWard und DIGITOX bieten neue Gegenstrategien.

Doomscrolling 2026: Psychologische Folgen, Jugendgefährdung und digitale Lösungen
Eine Person sitzt in einem abgedunkelten Raum und blickt erschöpft auf das hell leuchtende Display eines Smartphones. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Das Phänomen des sogenannten Doomscrollings, das ununterbrochene Konsumieren negativer Nachrichten im Internet, rückt verstärkt in den Fokus psychologischer Forschung und gesundheitspolitischer Analysen.

Aktuelle Medienberichte aus der Mitte des Jahres 2026 untersuchen die Ursachen und Auswirkungen dieses Verhaltens, das Experten als belastenden Teufelskreis beschreiben. Dabei werden sowohl die psychischen Folgen als auch präventive Gegenmaßnahmen und technologische Lösungsansätze beleuchtet.

Psychologische Wirkmechanismen und Studienbefunde aus der Forschung

Wissenschaftliche Untersuchungen verdeutlichen den Zusammenhang zwischen digitalem Medienkonsum und dem individuellen Wohlbefinden. In einer im Sommer 2026 im Fachjournal PLOS One veröffentlichten Studie der Universität Duisburg-Essen wurde das Verhalten von 900 Teilnehmern über einen Zeitraum von 14 Tagen mittels Tagebucheinträgen dokumentiert.

Die Ergebnisse legen nahe, dass Personen mit einer als problematisch eingestuften Internetnutzung ein höheres Stresslevel aufweisen und häufiger unter gedrückter Stimmung leiden.

Die Psychologin Siti Hazlina Alias von der Management & Science University identifiziert in diesem Zusammenhang die emotionale Flucht ins Internet als einen zentralen Bewältigungsmechanismus.

Die Nutzung sozialer Medien löse kurzfristige Dopamin-Belohnungen aus, was zu einem Kreislauf führe, in dem eine schlechte Grundstimmung durch vermehrte Online-Aktivität kompensiert werden soll. Dies führe jedoch selten zu einer tatsächlichen Verbesserung der Verfassung, sondern münde oft in einem sogenannten Einsamkeitsparadox.

Gefährdungspotenziale bei Kindern und Jugendlichen

Besondere Aufmerksamkeit widmet die Fachwelt der Entwicklung bei jungen Nutzern. Eine Untersuchung der Krankenkasse DAK aus dem Frühjahr 2026 verdeutlicht das Ausmaß dieser Problematik in Deutschland. Demnach zeigen mehr als 25 Prozent der 10- bis 17-Jährigen ein riskantes oder bereits krankhaftes Nutzungsverhalten in sozialen Medien.

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Konkret wird der Anteil der riskanten Nutzung auf 21,5 Prozent beziffert, während 6,6 Prozent als pathologisch eingestuft werden. Dies entspricht einer Anzahl von rund 1,5 Millionen betroffenen Kindern und Jugendlichen.

Als wesentliche Folgen dieser exzessiven Nutzung wurden in der Analyse verstärktes Grübeln, Schlafstörungen sowie ein erhöhtes Stressempfinden identifiziert. Experten raten in diesem Bereich zu einer konsequenten emotionalen Bildung und der Etablierung gesunder digitaler Grenzen.

Technologische Ansätze zur Förderung digitaler Abstinenz

Parallel zur Erforschung der Risiken entwickeln sich innovative Lösungsansätze, die darauf abzielen, die Bildschirmzeit zu reduzieren. Die App WeWard, die nach eigenen Angaben rund 30 Millionen Nutzer in 29 Ländern verzeichnet, hat einen speziellen „Walking Mode“ eingeführt.

Diese Funktion sperrt den Zugriff auf soziale Medien so lange, bis ein zuvor definiertes Laufziel erreicht wurde. Interne Daten des Anbieters deuten darauf hin, dass die Gehzeit der Nutzer durch dieses System um rund 25 Prozent gesteigert werden konnte. Das System basiert auf einer Belohnungsstruktur mit einer digitalen Währung namens „Wards“.

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Zusätzliche Anerkennung für technische Lösungen gegen Doomscrolling erhielt Ahmad Faris Hidayah Marpaung aus Tanjungbalai. Er entwickelte die Anwendung DIGITOX, die darauf ausgelegt ist, dem exzessiven Konsum negativer Inhalte entgegenzuwirken.

Für diese Entwicklung wurde er beim Indonesia Golden Youth Summit an der International Islamic University Malaysia mit insgesamt fünf internationalen Preisen ausgezeichnet, darunter vier erste Plätze. Diese Leistungen wurden auch von öffentlicher Seite durch den Bürgermeister Mahyaruddin Salim gewürdigt.

Strategien zur Bewältigung und Prävention

Fachleute empfehlen verschiedene Strategien, um der Dynamik des Doomscrollings zu entgehen. Neben der Nutzung von App-Blockern oder dem Löschen besonders zeitintensiver Anwendungen wird zu einer bewussten Distanz zum Endgerät geraten.

Konkrete Empfehlungen umfassen das Planen analoger Alternativbeschäftigungen sowie die Festlegung fester Zeiten für den Nachrichtenkonsum. Digitale Pausen und Achtsamkeitsübungen werden als wirksame Mittel genannt, um die Kontrolle über das eigene Nutzungsverhalten zurückzugewinnen und die psychische Gesundheit langfristig zu schützen.

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