Donanemab bei Alzheimer: Studien zeigen bis zu 35 Prozent langsameren Abbau
Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 14:55 Uhr | Redaktion boerse-global.deFachbeiträge ziehen eine erste Bilanz zum einjährigen Einsatz von Antikörpertherapien, die direkt in den Krankheitsprozess der Alzheimer-Erkrankung eingreifen.
Im Mittelpunkt der Betrachtung steht die Frage, wie sich die neuen Wirkstoffe im Versorgungsalltag bewähren, wie sicher ihre Anwendung ist und welcher Nutzen sich für Betroffene tatsächlich ergibt. Anlässlich des DGN-Kongresses in Berlin mit rund 8.000 Teilnehmern rücken die praktischen Erfahrungen der Gedächtnisambulanzen in den Fokus.
Nutzenbewertung und Studiendaten
Die Wirkstoffe Lecanemab und Donanemab sind für das frühe Stadium der Erkrankung zugelassen, das leichte kognitive Störungen und leichte Demenz umfasst. In der Europäischen Union gilt die Zulassung ausschließlich für Patienten mit höchstens einer ApoE4-Kopie. In Deutschland befinden sich geschätzt 250.000 Menschen in dieser Frühphase, von denen jedoch nur ein kleiner Bruchteil für die spezifische Behandlung infrage kommt.
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In den Zulassungsstudien zeigte Lecanemab über einen Zeitraum von 18 Monaten eine relative Verlangsamung des kognitiven und funktionellen Abbaus von rund 27 Prozent. Bei Donanemab ergab sich nach 76 Wochen eine Verlangsamung um rund 22 Prozent gegenüber Placebo in der gesamten Studienpopulation sowie rund 35 Prozent bei Patienten mit niedriger bis mittlerer Tau-Pathologie.
Trotz dieser Daten sah der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) in seiner frühen Nutzenbewertung für beide Mittel keinen belegten Zusatznutzen gegenüber älteren Behandlungsformen, was auf unterschiedliche Bewertungsverfahren zurückgeführt wird. Die Preisverhandlungen des GKV-Spitzenverbands laufen, wobei das Verhandlungsergebnis laut Einschätzung von Özgür Onur für den Beginn eines Jahres erwartet wird.
Sicherheit und Erfahrungen im Versorgungsalltag
Hinsichtlich der klinischen Praxis betonte Özgür Onur, dass die Wirksamkeit derzeit noch nicht gesichert beurteilbar sei. Auf der Sicherheitsseite träten Nebenwirkungen wie Schwellungen oder Blutungen im Gehirn jedoch seltener auf als ursprünglich erwartet. Diese als ARIA bezeichneten Erscheinungen erfordern engmaschige Kontrollen mittels Magnetresonanztomografie (MRT).
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Rückmeldungen aus deutschen Gedächtnisambulanzen werden als ermutigend beschrieben. Zudem gilt der Blutbiomarker p-tau217 als vielversprechend für die Diagnostik, eignet sich nach derzeitigem Stand jedoch noch nicht für ein breites Screening. Weitere Erkenntnisse zum sehr frühen Einsatz der Wirkstoffe sollen laufende Studien wie AHEAD 3-45 für Lecanemab, TRAILBLAZER-ALZ 3 für Donanemab sowie PrevenTRON für den Wirkstoff Trontinemab liefern.
