Docker, Cloud

Docker Cloud Sandboxes: Projekte wechseln per „sbx move“ vom Laptop in die Cloud

Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 21:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Entwickler können isolierte KI-Agenten in Docker-verwalteter Cloud-Rechenleistung ausführen; die Kit-Spezifikation steht als Open Source bereit.

Docker startet Cloud Sandboxes und veröffentlicht offene Kit-Spezifikation
Ein moderner, minimalistischer Serverraum mit Industrieregalen und Kabeltrassen in kühlem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Docker hat Cloud Sandboxes eingeführt, mit denen Entwicklerinnen und Entwickler Projekte auf dem lokalen Laptop beginnen und in der Cloud fertigstellen können. Die neue Umgebung nutzt laut Docker dieselbe microVM-Isolation wie die lokalen Sandboxes des Unternehmens, läuft jedoch auf von Docker verwalteter Rechenleistung.

Die Ankündigung erfolgte auf der WeAreDevelopers North America in Palo Alto; die isolierte Ausführung von AI-Agents in der Docker-verwalteten Cloud ist demnach ab sofort verfügbar.

Nahtloser Wechsel zwischen Laptop und Cloud

Kernstück der neuen Funktion ist der Befehl „sbx move", mit dem sich eine Sandbox zwischen lokalem Rechner und Cloud verschieben lässt. Laut Marketminute skaliert die Rechenleistung dabei von 1 bis 16 vCPUs, vollständig von Docker verwaltet, und startet innerhalb weniger hundert Millisekunden.

Mark Cavage, President bei Docker, begründete den Schritt damit, dass klassische Container nicht für das Isolationsniveau gebaut seien, das AI-Agenten heute benötigten. Mat Velloso, Chief Product Officer des Unternehmens, verwies auf die Herausforderung, solche Agenten sicher und mit entsprechenden Schutzmechanismen zu skalieren.

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Abrechnung pro Sekunde, Laufzeiten begrenzt

Die Abrechnung erfolgt nach dem Pay-as-you-go-Prinzip pro Sekunde; eine pausierte Sandbox verursacht keine Kosten. Docker nennt folgende Stundenpreise: Micro mit 1 vCPU und 2 GiB Arbeitsspeicher kostet 0,07 US-Dollar, Small mit 2 vCPU und 4 GiB 0,14 US-Dollar, Medium mit 4 vCPU und 8 GiB 0,28 US-Dollar, Large mit 8 vCPU und 16 GiB 0,56 US-Dollar sowie XL mit 16 vCPU und 32 GiB 1,12 US-Dollar.

Die Standardlaufzeit einer Session beträgt eine Stunde, maximal sind 24 Stunden möglich. Voraussetzung für die Nutzung sind die Version sbx 0.45.1 oder höher sowie ein Pay-as-you-go-Plan im Rahmen von Docker Personal oder Pro.

Unterstützt werden Kits für Claude Code, Codex, Copilot, Antigravity, Open Code und Hermes; Docker Sandboxes ist nach eigenen Angaben die erste Laufzeitumgebung, die diese Sandbox Kits durchsetzt. Der Dienst steht über eine kostenlose, eigenständige Kommandozeilen-Anwendung zur Verfügung.

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Offene Spezifikation für Sandbox Kits

Parallel zur Produkteinführung veröffentlichte Docker die Sandbox Kit Specification v3 als Open-Source-Projekt unter der Apache-2.0-Lizenz im Repository docker/sandbox-kit-spec. Damit wird ein Kit zu einem gewöhnlichen OCI-Image statt eines proprietären Artefakts; die entsprechenden Deklarationen liegen in der Annotation „vnd.docker.sandbox.kit.descriptor".

Die Spezifikation unterscheidet zwei Kit-Typen: Workload-Kits liefern ein vollständiges Root-Dateisystem, Mixin-Kits fungieren als Overlay. Capability-Typen wie Netzwerkrichtlinien versionieren dabei unabhängig voneinander, etwa als „network-policy@1" und „@2".

Als Beispiel nennt Docker ein GitHub-CLI-Mixin, das Zugriffe auf github.com und api.github.com für die Methoden GET, HEAD, POST, PATCH, PUT und DELETE erlaubt, DELETE-Aufrufe unter dem Pfad „/repos/**" jedoch verweigert; Zugangsdaten werden über einen Credential-Proxy mittels GH_TOKEN verwaltet.

Ein Kit besteht demnach aus einem OCI-Image mit Agent, Werkzeugen und einer typisierten Liste erlaubter Zugriffe auf Netzwerk-Hosts, Zugangsdaten und Volumes. Da diese Liste im Image selbst liegt, fixiert das Pinnen des Images sowohl den Agenten als auch dessen Zugriffsrechte. Die Spezifikation nutzt dabei einen bestehenden OCI-Erweiterungspunkt für Annotationen, ohne das Format zu forken.

Bereits verfügbare Kits gibt es für Werkzeuge von AWS, Box, Datadog, Dynatrace, JFrog, NanoClaw, OpenClaw, Palo Alto Networks und Snyk. Nous Research präsentierte zudem Hermes als vollwertig integriertes Kit.

Docker kündigte an, die Kits-Spezifikation an die Cloud Native Computing Foundation zu übergeben, um eine neutrale Weiterentwicklung sicherzustellen. Chris Aniszczyk, CTO der CNCF, begrüßte den auf OCI basierenden Standard und sieht darin die Chance, das gesamte Ökosystem zu erreichen.

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