DMA-Verfahren: Italien prüft Apples iCloud-Monopol auf iOS
16.06.2026 - 14:23:09 | boerse-global.de
Es geht um die Frage, ob der iPhone-Konzern gegen den Digital Markets Act (DMA) der EU verstößt. Im Fokus: Apples restriktive Praktiken bei Cloud-Diensten.
Vorwurf: iCloud bevorzugt, Konkurrenz abgeschottet
Die Ermittler prüfen, ob Apple konkurrierenden Cloud-Anbietern den gleichen Zugang zu iOS- und iPadOS-Funktionen gewährt wie dem eigenen Dienst iCloud. Konkret geht es um die Möglichkeit, vollständige Datensicherungen durchzuführen. Während iCloud tief im Betriebssystem verankert ist und umfassende Geräte-Abbilder erstellen kann, sollen Drittanbieter von diesen Systemfunktionen ausgeschlossen sein.
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Nach dem DMA sind sogenannte Gatekeeper – also große Plattformbetreiber wie Apple – verpflichtet, eine effektive Interoperabilität zu gewährleisten. Ziel ist es zu verhindern, dass sie ihre eigenen Dienste systematisch bevorzugen.
Erstmals nationale DMA-Befugnisse genutzt
Bemerkenswert: Die italienische Behörde wendet erstmals ihre seit dem DMA bestehenden Befugnisse nach Artikel 38 an. Das Verfahren läuft in enger Abstimmung mit der EU-Kommission. Die Ergebnisse werden nach Brüssel weitergeleitet.
Sollte Apple gegen die Interoperabilitätsvorgaben verstoßen, drohen empfindliche Strafen: Bis zu zehn Prozent des weltweiten Jahresumsatzes sind möglich. Zum Vergleich: Der iPhone-Konzern setzt jährlich weit über 300 Milliarden Euro um – ein Bußgeld könnte also in die Milliarden gehen.
Nicht der erste Konflikt mit italienischen Hütern
Die AGCM hat Apple bereits mehrfach ins Visier genommen. Im September 2020 leitete sie eine Untersuchung gegen Apple, Google und Dropbox ein. Zudem verhängte sie bereits Geldstrafen von insgesamt rund 98,6 Millionen Euro gegen den Konzern – unter anderem wegen wettbewerbswidriger Praktiken.
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Spannungsfeld zwischen Regulierung und Datenschutz
Das neue Verfahren ist nur der jüngste Höhepunkt eines wachsenden Konflikts zwischen Apple und den EU-Behörden. Der Konzern hatte wiederholt Kritik am DMA geäußert und argumentiert, bestimmte Auflagen könnten die Sicherheit und Privatsphäre der Nutzer gefährden. Erst Anfang des Jahres bestätigte Apple, die Einführung seiner KI-Funktionen für Siri in der EU zu verschieben – offiziell wegen der rechtlichen Unsicherheiten durch den DMA.
Eine offizielle Stellungnahme Apples zu dem neuen Verfahren liegt bislang nicht vor. Die AGCM wird nun prüfen, ob die aktuelle Architektur des Apple-Ökosystems einen unfairen Wettbewerbsvorteil schafft, der den Markt für Cloud-Speicherdienste behindert.
