DIY-Grafikkarte: 8.192 Chips bilden massiven RISC-V-Cluster
Veröffentlicht: 08.07.2026 um 10:32 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Ein Hardware-Enthusiast hat sechs Monate lang getüftelt – das Ergebnis ist eine Grafikkarte aus tausenden winzigen Chips. Der als bitluni bekannte Bastler schuf einen massiven DIY-Cluster aus 8.192 RISC-V-Mikrocontrollern, der einen einfachen Bildschirm antreibt. Das Projekt zeigt eindrucksvoll, was mit modularem Hardware-Design und paralleler Datenverarbeitung möglich ist.
Die Technik dahinter: Winzige Chips, gewaltige Rechenleistung
Das Herzstück der Konstruktion bilden 8.192 QingKe CH570 RISC-V-Mikrocontroller. Diese 32-Bit-Chips takten mit 100 MHz und verfügen über jeweils 12 KB SRAM – gekauft für umgerechnet rund zwölf Cent pro Stück. Ergänzt wird das Array durch 256 größere Kerne mit Gleitkomma-Einheiten (FPUs). Jeweils 32 Mikrocontroller werden von einem CH32V-Controller gesteuert.
Die Hardware ist auf modularen Blades aus sechslagigen Leiterplatten organisiert, die über eine Backplane mit PCIe-Steckverbindern verbunden sind. Jeder einzelne Mikrocontroller besitzt eine eigene RGB-LED zur visuellen Rückmeldung.
2.161 Watt: Der Stromhunger der Parallelwelt
Die massive Parallelisierung hat ihren Preis: Das System zieht satte 2.161 Watt – das entspricht rund 655 Ampere bei 3,3 Volt. Zur Bewältigung dieser Last setzt der Bastler ein 3-kW-Netzteil vom Typ Corsair WS3000 ein, ergänzt durch Murata-Wandler zur Spannungsreduzierung.
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Automatisierte Fertigung per 3D-Drucker
Die Programmierung tausender Einzelchips stellte eine logistische Herausforderung dar. bitluni entwickelte ein eigenes automatisiertes System: Ein modifizierter 3D-Drucker mit Pogo-Pins und einem Python-Skript erledigt den Firmware-Upload für die gesamte Anordnung.
Das Projekt, das Anfang Juli 2026 seinen aktuellen Meilenstein erreichte, konzentriert sich auf verteilte Rechenaufgaben wie Ray Marching. Trotz der hohen Kernanzahl ist die aktuelle Version auf eine QVGA-Auflösung von 320x200 Pixeln ausgelegt. Die Architektur demonstriert die theoretische Skalierbarkeit von RISC-V für kundenspezifische Hardware-Anwendungen – selbst mit Komponenten, die eigentlich für stromsparende Embedded-Aufgaben gedacht sind.
Der nächste Schritt: 32.000 Kerne für höhere Auflösungen
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Die aktuelle Version arbeitet mit 64.000 Pixeln. Für eine Eins-zu-eins-Zuordnung – jeder Chip steuert genau ein Pixel – wären 64.000 Mikrocontroller nötig. Eine nächste Generation ist bereits in Planung: Sie soll die Kapazität auf 32.000 Mikrocontroller vervierfachen.
Klar ist: Mit kommerzieller Hardware kann das Projekt weder bei Effizienz noch bei Grafikqualität mithalten. Doch als Machbarkeitsstudie für modulares DIY-Hardware-Design und parallele Verarbeitung ist es eine beeindruckende Demonstration – und ein Fingerzeig, wohin die Reise bei RISC-V-Architekturen gehen könnte.
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