Dinodontosaurus isiyavamanda, Dinosaurierforschung

Dinosaurier aus Tansania: Neue Art lebte vor 240 Millionen Jahren

Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 10:12 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Forschende haben in Tansania eine neue Dinosaurier-Art beschrieben. Der Pflanzenfresser lebte vor etwa 240 Millionen Jahren und könnte helfen, die frühe Entwicklung der Dinosaurier besser zu verstehen.

Die Überreste - die Vorderseite des Schädels und Unterkiefers - stammen aus den Manda Beds im Süden Tansanias.  - Bild: onathan Jackson, Hady George/University of Bristol/dpa
Die Überreste - die Vorderseite des Schädels und Unterkiefers - stammen aus den Manda Beds im Süden Tansanias. - Bild: onathan Jackson, Hady George/University of Bristol/dpa

Forschende haben mit Dinodontosaurus isiyavamanda eine neue Dinosaurier-Art aus dem heutigen Tansania beschrieben.

Ein Pflanzenfresser mit auffälligen Merkmalen

Die Tiere besaßen schnabelartige Mäuler mit stachelartigen Hauern sowie mit Klauen bewehrte Füße. Nach Angaben des Erstautors Hady George von der Universität Bristol war der Pflanzenfresser etwas mehr als zwei Meter lang und wog ungefähr 200 Kilogramm.

Die Spezies lebte vor etwa 240 Millionen Jahren in der Frühzeit der Dinosaurier. Bisher waren Arten der Gattung Dinodontosaurus nur aus Südamerika bekannt.

Fundort im Süden Tansanias

Die Überreste stammen aus den Manda Beds im Südwesten Tansanias. Entdeckt wurden die Fossilien bereits bei einer Expedition im Jahr 1963; ein internationales Forschungsteam untersuchte sie nun umfassend und beschrieb die neue Art im Journal of Vertebrate Paleontology.

Debatte über die ältesten Dinosaurierfossilien

In derselben Fundschicht wurden auch umstrittene Fossilien entdeckt, die möglicherweise zu den ältesten Dinosauriern weltweit gehören. Sollten diese Funde tatsächlich Dinosaurier darstellen, wären sie nach Angaben des Forschungsteams einige Millionen Jahre jünger als bisher angenommen und damit nicht mehr die ältesten potenziellen Dinosaurierfossilien.

Zuordnung der Knochen nicht vollständig gesichert

Die Autorinnen und Autoren weisen darauf hin, dass einzelne Knochen nicht in allen Fällen eindeutig D. isiyavamanda zugeordnet werden können. Das Fundlager könnte Überreste mehrerer Individuen und möglicherweise auch mehrerer eng miteinander verwandter Arten enthalten.

Ein Fund aus der Frühzeit der Dinosaurier

Die Beschreibung von Dinodontosaurus isiyavamanda erweitert das Bild der frühen Reptilienfauna im südlichen Afrika. Das Tier lebte vor rund 240 Millionen Jahren, also in der Trias, einer Epoche, in der sich die Dinosaurier erst entwickelten und noch keine weltweite Vorherrschaft erreicht hatten.

Besonders bedeutsam ist der Fundort: Die Manda Beds in Tansania bewahren Fossilien aus einer Zeit, in der Landökosysteme nach dem Massenaussterben am Ende des Perms neu entstanden. Ein Pflanzenfresser von mehr als zwei Metern Länge und etwa 200 Kilogramm Gewicht zeigt, dass in diesen Lebensräumen bereits vergleichsweise große Landwirbeltiere vorkamen.

Bedeutung für die Fossilienforschung

Die Funde wurden bereits 1963 entdeckt, aber erst Jahrzehnte später umfassend ausgewertet. Das verdeutlicht, wie stark neue Erkenntnisse in der Paläontologie von moderner Präparation, vergleichender Anatomie und erneuter Untersuchung historischer Sammlungen abhängen.

Die Artzuordnung bleibt zugleich ein zentraler wissenschaftlicher Prüfpunkt, weil die Knochen möglicherweise von mehreren Individuen oder eng verwandten Arten stammen. Für Leserinnen und Leser bedeutet das: Der neue Name ist ein wichtiger Baustein für die Rekonstruktion der frühen Dinosauriergeschichte, ersetzt aber nicht die weitere Prüfung der Fossilien. Die Debatte über die ältesten Dinosaurierfunde dürfte dadurch neu geordnet werden.

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