Dinodontosaurus aus Tansania: Neue Pflanzenfresser-Art aus der Dino-Frühzeit beschrieben
Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 10:44 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Forschende haben in Tansania eine bislang unbekannte Pflanzenfresser-Art beschrieben, die vor etwa 240 Millionen Jahren lebte und mehr als zwei Meter lang sowie rund 200 Kilogramm schwer gewesen sein soll.
Stachelartige Hauer und kräftige Füße
Die Spezies trägt den Namen Dinodontosaurus isiyavamanda. Das internationale Team um Hady George von der Universität Bristol beschreibt sie im Journal of Vertebrate Paleontology.
Das Tier hatte nach Angaben des Forschungsteams einen Schnabel mit stachelartigen Hauern und mit Klauen bewehrte Füße. Die Überreste wurden im Südwesten Tansanias in den sogenannten Manda Beds gefunden.
Gattung bislang aus Südamerika bekannt
Dinodontosaurus-Arten waren bislang nur aus Südamerika bekannt. Der Fund in Tansania erweitert damit das bekannte Verbreitungsgebiet der Gattung.
Die Fossilien waren bereits während einer Expedition im Jahr 1963 entdeckt worden. Erst jetzt wurden sie umfassend untersucht.
Debatte über frühe Dinosaurierfossilien
In derselben Fundschicht wurden umstrittene Fossilien entdeckt, die möglicherweise zu den ältesten Dinosauriern weltweit gehören. Sollten diese Funde tatsächlich Dinosaurier darstellen, wären sie nach Angaben des Forschungsteams einige Millionen Jahre jünger als bisher angenommen.
Damit wären sie nicht mehr als die ältesten potenziellen Dinosaurierfossilien anzusehen. Die Autorinnen und Autoren weisen zugleich darauf hin, dass die Zuordnung einzelner Knochen nicht in allen Fällen vollständig gesichert sei. Das Fundlager könne Überreste mehrerer Individuen und möglicherweise mehrerer eng miteinander verwandter Arten enthalten.
Ein Fund aus der Frühzeit der Dinosaurier
Die neue Art stammt aus der Trias, einer Erdzeit, in der sich die frühen Dinosaurier entwickelten. Vor rund 240 Millionen Jahren prägten jedoch nicht nur Dinosaurier die Landökosysteme. Auch säugetierähnliche Reptilien wie die beschriebenen Pflanzenfresser gehörten zu den wichtigen großen Landwirbeltieren.
Die Zuordnung zu Dinodontosaurus ist besonders bedeutsam, weil Vertreter dieser Gattung bislang aus Südamerika bekannt waren. Der Fund in Tansania erweitert damit das bekannte geografische Verbreitungsbild und verweist auf die enge Verbindung der damaligen Landmassen. Afrika und Südamerika waren im Trias-Zeitalter Teil des Superkontinents Pangäa, sodass Tiergruppen weite Gebiete besiedeln konnten.
Neue Perspektive auf frühe Dinosaurier
Die Manda Beds gewinnen durch die Neubearbeitung zusätzliche Bedeutung für die Evolutionsgeschichte. Das Fundlager dokumentiert eine Zeit, in der unterschiedliche Reptiliengruppen nebeneinander lebten und Dinosaurier ihre spätere Vorherrschaft noch nicht erreicht hatten. Die mögliche Neubewertung einzelner Knochen könnte deshalb die zeitliche Einordnung der frühesten Dinosaurierfunde beeinflussen.
Für die Forschung bleibt entscheidend, welche Knochen eindeutig einzelnen Arten zugeordnet werden können. Dass die Fossilien möglicherweise von mehreren Individuen und verwandten Arten stammen, zeigt die Grenzen historischer Grabungen. Die umfassende Untersuchung eines Fundes aus dem Jahr 1963 macht zugleich deutlich, welchen wissenschaftlichen Wert Museumssammlungen und lange unbearbeitete Expeditionsergebnisse weiterhin besitzen.
