Digitaltechnik am Arbeitsplatz: Körperlich Beschäftigte fehlen rund 20 Prozent öfter
Veröffentlicht am: 15.10.2026 um 14:09 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie Einführung moderner Technologien am Arbeitsplatz führt nicht automatisch zu Entlastung. Eine gemeinsame Untersuchung des ifo-Instituts, des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) sowie der Universität Konstanz zeigt, dass Beschäftigte mit überwiegend körperlicher Arbeit nach der Einführung digitaler Technik wie Robotik oder vernetzten Maschinen rund 20 Prozent mehr Tage im Jahr fehlen.
Ungleiche Belastungsmuster je nach Tätigkeitsfeld
Die Auswertungen der Forschungseinrichtungen machen deutliche Unterschiede zwischen verschiedenen Berufsgruppen sichtbar. Während der Einsatz digitaler Systeme bei Beschäftigten in körperlichen Arbeitsbereichen mit einem signifikanten Anstieg der Fehlzeiten einhergeht, zeigen Bürojobs keinen Anstieg der Krankmeldungen bei komplexerer Software oder Hardware.
Studienautor Oliver Schlenker vom ifo-Institut verweist auf die mangelnde Erfahrung der Betroffenen als wesentliche Ursache, da solche Arbeitsplätze bislang verhältnismäßig wenig digitalisiert gewesen seien. Hinzu kommt eine bereits bestehende Vorbelastung: Die betroffenen Personen leiden demnach ohnehin häufiger unter chronischen Rückenschmerzen, Gelenkverschleiß, Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie psychischem Stress. Die plötzliche Konfrontation mit vernetzten Maschinen und Robotersystemen stellt somit eine zusätzliche Herausforderung dar.
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Betriebliche Unterstützung und Schulungskonzepte
Als Lösungsansatz heben das ifo-Institut, das IAB und die Universität Konstanz gezielte Digital-Trainings sowie eine strukturierte Unterstützung durch die Arbeitgeber hervor. Entsprechende Maßnahmen können dazu beitragen, Überlastungen abzufedern und die Umstellung zu erleichtern. Unterdessen läuft bereits eine Folgearbeit, die sich mit den konkreten Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz auf das Arbeitsumfeld befasst.
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Die Ergebnisse der Forscher verdeutlichen, dass technologische Transformationen in Industrie und Handwerk andere Rahmenbedingungen erfordern als im Dienstleistungssektor.
Wenn Automatisierung und Vernetzung ohne ausreichende Qualifizierung Einzug halten, schlägt sich dies direkt in den Fehlzeiten der Belegschaft nieder. Betriebe stehen daher vor der Aufgabe, technische Neuerungen eng mit ergonomischen und gesundheitlichen Begleitmaßnahmen zu verzahnen.
