Digitalkompetenzen, Firmen

Digitalkompetenzen: 74% großer Firmen sehen Schulungsbedarf

27.06.2026 - 05:09:37 | boerse-global.de

Der siebte Digitaltag zeigt große Lücken in der digitalen Kompetenz der Deutschen. Initiativen und Unternehmen fordern mehr Weiterbildung.

Digitaltag 2026: Deutschland kämpft mit digitalen Defiziten
Digitalkompetenzen - Ältere Menschen lernen mit einem jüngeren Lehrer Tablets und Smartphones in einem hellen Raum. 27.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Mehr als 2.500 lokale Initiativen machten den siebten Digitaltag am 26. Juni 2026 zum bundesweiten Großereignis. Doch die Zahlen zeigen: Deutschland hat noch viel Nachholbedarf.

Fast drei Viertel haben Probleme im Netz

Eine aktuelle Bitkom-Umfrage offenbart ein ernüchterndes Bild: Knapp drei Viertel der Deutschen tun sich schwer, wenn es um die Orientierung im digitalen Informationsdschungel geht. Der Digitaltag sollte genau hier ansetzen – mit Angeboten von Flensburg bis München.

St. Ingbert startet mit KI-Chatbot INGO

Die saarländische Stadt beteiligte sich erstmals an der Aktion und präsentierte am 24. Juni ihr digitales Serviceportal. Highlight: der KI-gestützte Chatbot INGO. „Wir wollen, dass wirklich alle Bürger Verwaltungsleistungen digital nutzen können", betonten die Verantwortlichen vor Ort.

Digitalcafés erobern die Republik

Besonders die ältere Generation steht im Fokus vieler Initiativen. In Dresden läuft das „Digitalcafé" für Über-60-Jährige noch bis Ende 2026 – ohne Vorkenntnisse, einfach vorbeikommen. In Nordenham findet am 29. Juni ein weiteres Lerncafé statt. Dort helfen Experten bei Smartphone, Tablet und praktischen Anwendungen wie dem E-Rezept oder digitalen Tickets.

Die Diakoniekirche Luther in Mannheim geht noch einen Schritt weiter: Ein öffentlicher Computerraum mit Internetzugang und Druckmöglichkeiten soll digitale Ausgrenzung verhindern. Mobile Helfer wie die „Digitalen Helfer" in Rosbach ergänzen das Angebot – ihr nächster offener Treff ist für den 12. August geplant.

Bund macht Ernst mit Sicherheit

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) nutzte den Digitaltag für ein Update ihrer Sicherheitsmaßnahmen. Seit April 2025 gilt für alle Online-Portale der Behörde die Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA). Stefan Latuski, Chief Information Officer der BA, betont: „Diese Maßnahmen sind entscheidend für das Vertrauen in digitale Verwaltungsprozesse."

Die wichtigsten Neuerungen im Überblick:
- BA-Secure-App: Start im April 2026
- Passkey und TOTP: Verfügbar seit Anfang 2025 beziehungsweise März 2025
- BundID und ELSTER: Adressänderungen möglich seit Juli 2024, „Mein Unternehmenskonto" mit ELSTER-Zertifikaten seit Juni 2025

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Auch die Infrastruktur stand im Fokus: Die WEMACOM, Tochter der WEMAG-Gruppe, gewährte per Livestream Einblicke in ihr Rechenzentrum in Schwerin und diskutierte mit Regionalvertretern über die Stabilität digitaler Netze.

Unternehmen fordern digitale Weiterbildungsoffensive

Während die öffentlichen Aktionen die individuelle Teilhabe fördern sollen, zeigt die TÜV-Weiterbildungsstudie 2026 eine wachsende Lücke im Berufsleben. 56 Prozent der Unternehmen melden erheblichen Schulungsbedarf bei digitalen Anwendungen. Bei Firmen mit über 250 Mitarbeitern sind es sogar 74 Prozent.

Besonders betroffen: der Einzelhandel mit 63 Prozent und die öffentliche Verwaltung mit 59 Prozent. Über die Grundlagen hinaus sehen 46 Prozent der befragten Unternehmen dringenden Schulungsbedarf bei IT-Sicherheit und Künstlicher Intelligenz. Der TÜV-Verband fordert eine umfassende digitale Kompetenzoffensive – ein Thema, das am Digitaltag auch bei einem Fachgespräch in Berlin diskutiert wurde.

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Die Stadt Neuss präsentierte zeitgleich ihre neue kommunale App, die die alte Gartenschau-App ablöst. Bürger können sich dort künftig auch an der digitalen Stadtplanung beteiligen.

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