Digitalisierung ÖGD: Berlin investiert 21 Mio. Euro in Gesundheitsverwaltung
Veröffentlicht am: 04.09.2026 um 06:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Zum 1. September 2026 ist das Land Berlin der länderübergreifenden Kooperation EDÖ² beigetreten, um gemeinsam mit Baden-Württemberg und Bayern die Digitalisierung des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD) voranzutreiben.
Dieser Schritt markiert eine strategische Ausweitung der Zusammenarbeit zwischen den Bundesländern, die darauf abzielt, die technologische Infrastruktur in der Gesundheitsverwaltung zu modernisieren und bundesweit anschlussfähig zu gestalten.
Gemeinsame Plattform ÖGDigital als technologisches Fundament
Im Zentrum der Partnerschaft steht die Entwicklung und Etablierung einer gemeinsamen modularen Fachanwendungslandschaft. Diese wird auf der Plattform ÖGDigital betrieben, wie aus Berichten vom 3. September 2026 hervorgeht. Der modulare Aufbau der Plattform soll es den beteiligten Ländern ermöglichen, verschiedene digitale Werkzeuge und Anwendungen flexibel in ihre bestehenden Verwaltungsprozesse zu integrieren.
Das Ziel dieser Kooperation ist eine deutliche Verbesserung der künftigen Verwaltungs- und Gesundheitsprozesse im ÖGD. Durch die Bündelung von Ressourcen und Know-how in der EDÖ²-Gruppe streben die Partner an, Doppelstrukturen bei der Softwareentwicklung zu vermeiden und gleichzeitig sicherzustellen, dass die digitalen Lösungen den spezifischen Anforderungen der Gesundheitsämter vor Ort gerecht werden. Die Zusammenarbeit unterstreicht die wachsende Bedeutung länderübergreifender Standards bei der Modernisierung staatlicher Dienstleistungen.
Millioneninvestitionen und Ablösung von Altsystemen
Berlin unterlegt den Beitritt zur Kooperation mit erheblichen finanziellen Mitteln. Das Land investiert 21 Mio. Euro in die Digitalisierungs-Maßnahmen innerhalb dieses Verbundes. Diese Summe stammt aus Mitteln des Pakts für den ÖGD, einem bundesweiten Förderprogramm, das die personelle und technische Ausstattung der Gesundheitsbehörden stärken soll.
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Ein wesentlicher Teil dieser Investition fließt in die technische Weiterentwicklung und Integration spezifischer Systeme. In diesem Zusammenhang bringt Berlin die Fachanwendung KliFaB in die Kooperation ein.
Das System spielt eine Schlüsselrolle in der Modernisierungsstrategie des Landes: Ab dem Jahr 2027 soll KliFaB eine bisher genutzte Lösung auf Basis von MS-Access ersetzen. Dieser Technologiewechsel gilt als notwendig, um die Datensicherheit zu erhöhen, die Interoperabilität mit anderen Systemen zu verbessern und die Wartbarkeit der Software langfristig zu gewährleisten.
Strategische Ziele der länderübergreifenden Zusammenarbeit
Die Beteiligung Berlins an der EDÖ²-Kooperation wird von Experten als wichtiger Baustein für einen leistungsfähigen Öffentlichen Gesundheitsdienst gewertet. Wie in Veröffentlichungen vom 2. September 2026 betont wird, geht es bei dem Vorhaben nicht nur um den Austausch von Softwarekomponenten, sondern um eine tiefgreifende Optimierung der Arbeitsabläufe innerhalb der Gesundheitsbehörden.
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Durch die Nutzung der Plattform ÖGDigital können die beteiligten Länder Baden-Württemberg, Bayern und nun auch Berlin von Synergieeffekten profitieren.
Die gemeinsame Fachanwendungslandschaft soll sicherstellen, dass neue gesundheitspolitische Anforderungen oder Krisenszenarien künftig schneller und technologisch einheitlich abgebildet werden können. Damit leistet der Verbund einen Beitrag zur langfristigen Sicherung der Funktionsfähigkeit des Öffentlichen Gesundheitsdienstes in einer zunehmend digitalisierten Umgebung.
Die Kooperation zeigt beispielhaft, wie die föderale Zusammenarbeit genutzt werden kann, um komplexe IT-Projekte im staatlichen Sektor effizient umzusetzen. Mit dem Start der Einführung von KliFaB im Jahr 2027 setzt Berlin zudem einen konkreten Zeitplan für die Ablösung veralteter Datenbankstrukturen und die Überführung der Gesundheitsverwaltung in moderne, webbasierte Systemlandschaften.
