Digitalisierung in Praxen: Bis zu drei Stunden Zeitersparnis ab Juli
17.06.2026 - 20:31:57 | boerse-global.de
Besonders Handtherapie und Ergotherapie setzen neue Maßstäbe – mit mehr Fachkräften, innovativen Konzepten und smarter Technik.
Gezielte Handtherapie nach Operationen
Die Handtherapie ist zum entscheidenden Bindeglied zwischen Chirurgie und langfristiger Genesung geworden. Fachleute betonen: Wer vor und nach Hand-OPs systematisch begleitet wird, gewinnt Beweglichkeit zurück – oder erhält sie.
Wer seine Beweglichkeit nach Verletzungen oder Operationen gezielt zurückgewinnen möchte, findet in diesem Experten-Ratgeber effektive Unterstützung. Prof. Dr. Wessinghage zeigt 17 einfache Übungen, die in nur 3 Minuten täglich Schmerzen lindern und den Muskelaufbau fördern. 17 Wunderübungen jetzt kostenlos herunterladen
Ein Beispiel aus Berlin: Bei Vivantes leitet Prof. Dr. Mohssen Hakimi die Handchirurgie. Mitte Juni 2026 schloss dort eine weitere Physiotherapeutin ihre Qualifikation zur Handtherapeutin ab. Der Trend zur Zusatzausbildung zeigt: Der Bedarf an Spezialisten wächst, die komplexe biomechanische Zusammenhänge nach Eingriffen therapeutisch verstehen.
Ergotherapie-Kongress: „Betätigung zählt“
Die Ergotherapie rückt die tägliche Betätigung ins Zentrum der Gesundheit. Auf dem Ergotherapie-Kongress 2026 in Bielefeld diskutierten 2.200 Besucher – Rekordbeteiligung – unter dem Motto „Betätigung zählt“. Die Rede war von einem „Game-changer“ in der Patientenversorgung.
Der Deutsche Verband Ergotherapie (DVE) vertritt fast 15.000 Mitglieder. Thema war auch die Ressourcenknappheit und der Therapeutenmangel. Trotzdem treiben Fachleute innovative Ausbildungskonzepte voran. Der Innovationspreis ging an das Projekt „CurriculumKit“ – entwickelt von Nicole Kaldewei, Helen Strebel, Nadine Scholz-Schwärzler und Katja Rottmann.
Wissenschaftliche Keynotes, etwa von Prof. Dr. Karim Fereidooni zu Intersektionalität, zeigen: Die Branche integriert zunehmend Diversität und gesellschaftliche Faktoren. Die Einsatzgebiete reichen von Pädiatrie und Geriatrie bis zur Neurologie und Psychiatrie.
Digitalisierung entlastet Praxen
Im deutschen Heilmittelmarkt sind rund 208.000 Physiotherapeuten, 65.000 Ergotherapeuten und 35.000 Logopäden in etwa 70.000 Praxen tätig. Digitale Lösungen gewinnen an Bedeutung. Der Anbieter tinana führt ab Juli 2026 eine bidirektionale Schnittstelle zu Doctolib ein.
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Das Ziel: weniger Verwaltungsaufwand. Fachleute rechnen mit einer Zeitersparnis von bis zu drei Stunden pro Woche – mehr Kapazität für die eigentliche Patientenarbeit.
Neue Wege in Österreich und Deutschland
Ein Blick über die Grenze zeigt strukturelle Veränderungen: In Österreich ist Trainingstherapie seit Anfang 2025 auf ärztliche Überweisung auch ohne vorherigen Reha-Aufenthalt nutzbar. Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt die Kosten im niedergelassenen Bereich zwar nicht. Doch fester Bestandteil ist sie in der medizinischen Rehabilitation bei Herz-Kreislauf-, Krebs- oder neurologischen Erkrankungen.
Auch in Deutschland tut sich etwas: Das Pflegefachassistenzeinführungsgesetz vom Oktober 2025 erlaubt Rehabilitationseinrichtungen erstmals, an der Pflegeausbildung teilzunehmen – im Rahmen wissenschaftlich begleiteter Modellprojekte. Die Laufzeit beträgt fünf Jahre.
Zivilgesellschaftliches Engagement bleibt wichtig
Neben Ausbildung und Digitalisierung spielt bürgerschaftliches Engagement eine zentrale Rolle. In Gießen spendete Mitte Juni 2026 ein Förderverein spezielle Geräte zur Stimulierung von Wachkomapatienten an eine Pflegeeinrichtung. Solche ergänzenden Therapieangebote sind für schwerstbetroffene Patienten von unschätzbarem Wert.
