Digitalisierung, Hälfte

Digitalisierung in der Industrie: Nur die Hälfte der Firmen ist KI-bereit

08.05.2026 - 12:38:07 | boerse-global.de

Studie zeigt große Kluft zwischen Führungskräften und Nachwuchs bei KI-Bereitschaft. Datenqualität und Organisation bremsen die digitale Transformation.

Digitalisierung in der Industrie: Nur die Hälfte der Firmen ist KI-bereit - Foto: über boerse-global.de
Digitalisierung in der Industrie: Nur die Hälfte der Firmen ist KI-bereit - Foto: über boerse-global.de

Der „Voices of the Leaders of Tomorrow Report“ des Nürnberg Instituts für Marktentscheidungen (NIM) und des St. Gallen Symposiums zeigt: Nur die Hälfte der Topmanager hält das eigene Unternehmen für KI-ready. Bei den Nachwuchsführungskräften sind es gerade mal 25 Prozent.

Das Problem ist nicht die Technologie, sondern die Organisation. Die größte Hürde: Fehler und Verzerrungen in automatisierten Prozessen zu erkennen.

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Führungskräfte uneins über den richtigen Weg

Topmanager setzen auf Leitlinien und technischen Support. Nachwuchskräfte drängen dagegen auf gezielte Trainings. Eine Expertenumfrage des Digital Manufacturing Magazins bestätigt den Zwiespalt: Bei der Einführung cloudbasierter ERP-Systeme sind vor allem Datenmigration und KI-Integration die Bremsen.

Die Lösung liegt in standardisierten Prozessen und einem offenen Mindset. Besonders im Vergabewesen bremsen fragmentierte Systeme den Fortschritt – obwohl KI heute schon Ausschreibungen filtern und Risiken erkennen kann.

Schlechte Daten kosten zweistellige Produktivitätsverluste

Das Stuttgarter Unternehmen Planat warnte Anfang Mai: Fehlerhafte Stammdaten führen zu Produktivitätseinbußen im zweistelligen Prozentbereich. Bei einem jährlichen Datenwachstum von über 40 Prozent wird das Problem immer größer.

Gegenmaßnahmen gibt es bereits. Die InWerX-App nutzt virtuelle Zonen für automatische Buchungen im ERP-System. Die SAP Digital Manufacturing Cloud verbindet Werkshalle und Unternehmensebene in Echtzeit. SSI Schäfer setzt auf Emulationen für Softwaretests unabhängig vom laufenden Betrieb.

KI entlastet – aber auch Arbeitsplätze?

Die Entlastung ist enorm. Im Gesundheitswesen verbringen Ärzte bis zu 40 Prozent ihrer Zeit mit Administration. Lösungen wie Docreport oder Noa Notes reduzieren das per Spracherkennung massiv. Sogar Friseure profitieren: KI erfasst Farbrezepturen in unter 90 Sekunden per Diktat.

Doch die Kehrseite: Der Deutsche Bankangestellten-Verband prognostiziert, dass in der Finanzbranche langfristig bis zu 25 Prozent der Jobs durch KI ersetzt werden. Goldman Sachs sieht weltweit ähnliche Zahlen. Die ILO relativiert: Nur 3,3 Prozent der Arbeitnehmer haben ein erhöhtes Entlassungsrisiko. Neue Rollen entstehen in KI-Strategie, Engineering und Governance.

Multitasking ist der Feind der Produktivität

Studien von MIT und Stanford zeigen: Multitasking funktioniert nicht. Das Gehirn springt nur zwischen Aufgaben hin und her. Nach einer digitalen Unterbrechung dauert es über 23 Minuten, bis der Fokus zurück ist.

Deshalb bleiben Methoden wie das Pareto-Prinzip oder die Pomodoro-Technik auch in der Industrie 4.0 relevant. Sie helfen, Single-Tasking zu priorisieren – gegen das Geschäftsmodell vieler Apps, die unsere Aufmerksamkeit maximieren wollen.

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Was kommt als Nächstes?

Am 20. Mai 2026 zeigt ein Webinar den MEMOplanner, eine digitale Hilfe für Menschen mit kognitiven Einschränkungen. Im Juni folgt in Fulda der Workshop „Food goes digital“ zum Einsatz von MES in der Lebensmittelindustrie. Der Markt für Rückverfolgbarkeit knackte bereits 2024 die 4,1-Milliarden-Dollar-Marke.

In der Schweiz zeichnet sich eine strukturelle Änderung ab: Ab Sommer 2026 sollen präventive Physiotherapie-Leistungen stärker vergütet werden. Das eröffnet Anbietern wie dem ETH-Spin-off Dividat neue Chancen.

Der Erfolg der Digitalisierung hängt nicht von der Technologie ab. Entscheidend ist, wie Unternehmen ihre Daten verwalten und ihre Mitarbeiter auf die Zusammenarbeit mit KI vorbereiten. Die Anpassungsfähigkeit wird zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil.

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