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Digitaler Produktpass: EU startet Register ab Februar 2027

Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 07:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Studie zeigt große Defizite bei Risikoerkennung und CO2-Erfassung in Lieferketten. EU startet Digitalen Produktpass und verschärft Greenwashing-Regeln.

Nachhaltigkeitslücke: Firmen bei Lieferkettentransparenz weit zurück
Digitale Visualisierung einer nachhaltigen globalen Lieferkette mit Datenströmen in einer modernen Industrieumgebung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Neue Gesetze und Kundenanforderungen erhöhen den Druck auf Unternehmen. Doch die Realität sieht anders aus: Die meisten Betriebe hinken bei der Transparenz ihrer Lieferketten weit hinterher.

Aktuelle Erhebungen aus dem Jahr 2026 zeigen: Zwischen politischen Zielen und betrieblicher Praxis klaffen enorme Lücken. Während Vorreiter bereits detaillierte Klimapläne umsetzen, fehlen vielen Firmen grundlegende Prozesse zur Risikoerkennung.

Die größten Defizite im Überblick

Ein aktueller Nachhaltigkeitsindex deckt massive Versäumnisse auf. 80 Prozent der bewerteten Unternehmen haben keinen dokumentierten Prozess, um Nachhaltigkeitsrisiken in ihrer Lieferkette systematisch zu identifizieren.

Noch gravierender: Rund 73 Prozent der Betriebe erfassen ihre Scope-3-Emissionen nicht. Dabei machen diese indirekten Emissionen oft den größten Teil des CO2-Fußabdrucks aus.

Auch bei den Klimazielen hapert es. 78 Prozent der Unternehmen verfolgen keine wissenschaftlich fundierten CO2-Reduktionsziele (Science Based Targets).

Immerhin: Die durchschnittlichen Umweltbewertungen stiegen zwischen 2021 und 2025 um 9,6 Punkte. Ein langsamer, aber erkennbarer Trend.

KI im Einkauf – aber ohne Daten

Die Datenbeschaffung bleibt das zentrale Problem. Zwar setzen bereits 68 Prozent der Einkäufer Künstliche Intelligenz für nachhaltige Beschaffung ein. Doch rund 30 Prozent der Zulieferer liefern keine belastbaren CO2-Daten.

Was nützt die beste KI, wenn die Grundlage fehlt?

Digitaler Produktpass startet

Die EU-Kommission hat im Juli 2026 ein zentrales Register für den Digitalen Produktpass (DPP) gestartet. Es speichert Produktkennungen und Metadaten, die Produktdaten selbst bleiben dezentral. Der Zugriff erfolgt künftig per QR-Code, NFC oder RFID.

Die Einführung erfolgt schrittweise auf Basis der Ökodesign-Verordnung (ESPR). Ab dem 18. Februar 2027 wird der DPP für bestimmte Batteriekategorien verpflichtend. Danach folgen Textilien, Elektronik, Möbel, Reifen und IT-Geräte.

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Bereits ab Februar 2027 wird der Digitale Produktpass für Batterien verpflichtend – und bald für Textilien, Elektronik und mehr. Wer jetzt keine systematische Datenerfassung aufbaut, riskiert Wettbewerbsnachteile. Dieser Report zeigt Ihnen die drei wichtigsten Schritte: von der DPP-Checkliste über die CBAM-Emissionsberechnung bis zu automatisierten CO2-Bilanz-Tools. Report jetzt kostenlos anfordern

Unternehmen müssen jetzt systematische Prozesse zur Datenerfassung aufbauen – von Materialien über Reparierbarkeit bis zum CO2-Fußabdruck.

Strengere Regeln gegen Greenwashing

Die EU verschärft zudem die Kommunikationsregeln für Nachhaltigkeit. Ab dem 27. September 2026 gelten strengere Vorgaben gegen Greenwashing. Unbegründete oder irreführende Umweltaussagen sind dann tabu.

Parallel gewinnt das Grenzausgleichssystem CBAM (Carbon Border Adjustment Mechanism) an Bedeutung. Seit Januar 2026 müssen Importeure von Eisen, Stahl, Aluminium, Zement und Wasserstoff ihre Emissionen quantifizieren und Zertifikate erwerben. Das soll Wettbewerbsverzerrungen durch niedrigere Umweltstandards in Drittstaaten ausgleichen.

Softwarelösungen zur automatisierten Emissionsberechnung und „Green Ledger“-Systeme helfen der Industrie bei der Bewältigung dieser Aufgaben.

Wer die Nase vorn hat

Einige Unternehmen setzen bereits Maßstäbe. Ein bedeutender Automobilzulieferer erreichte im Juli 2026 eine Bewertung von 84 von 100 Punkten in einem führenden Nachhaltigkeitsrating. Das platziert ihn in den obersten fünf Prozent weltweit.

Das Unternehmen hat seit Jahresbeginn 2026 den Einsatz von Kohle und Schweröl an seinen Produktionsstandorten komplett eingestellt. Bis 2030 will es 40 Prozent erneuerbare oder recycelte Materialien in der Reifenproduktion einsetzen.

Auch die Schwarz Gruppe zeigt, was möglich ist. Ihr Klimatransitionsplan sieht ein Netto-Null-Ziel bis 2050 vor. Die eigenen Emissionen (Scope 1 und 2) konnte der Konzern bereits um über 44 Prozent im Vergleich zu 2019 senken.

Gemeinsam statt einsam

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73 % der Unternehmen erfassen ihre Scope-3-Emissionen nicht – dabei machen diese oft den größten CO2-Fußabdruck aus. Mit dem Digitalen Produktpass wird Transparenz zur Pflicht. Unser Report liefert Ihnen eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Emissionsberechnung und fünf Tools, die Ihnen die Arbeit abnehmen. Scope-3-Report jetzt sichern

Um die Zusammenarbeit in der Lieferkette zu fördern, öffnete im Juli 2026 eine zuvor geschlossene Community-Plattform für alle Beschaffungsorganisationen. Ziel: Wissensaustausch zur Risikominderung und Verbesserung globaler Nachhaltigkeitsstandards.

Pierre-François Thaler, Co-CEO des Plattformbetreibers EcoVadis, bringt es auf den Punkt: „Echte Nachhaltigkeit kann nicht erzwungen werden. Sie muss gemeinsam aufgebaut werden.“

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