Digitale Zahlungen: 84% der Deutschen fordern gesetzliche Bezahl-Pflicht
17.06.2026 - 10:33:01 | boerse-global.de
84 Prozent der Bundesbürger wollen ein Recht auf elektronisches Bezahlen.
Die Deutschen treiben die Digitalisierung voran – und das mit Nachdruck. Laut einer aktuellen Bitkom-Umfrage unterstützt die große Mehrheit der Bevölkerung eine gesetzliche Pflicht für Geschäfte, mindestens eine elektronische Zahlungsmethode anzubieten. Das sind 14 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr.
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Der Kampf gegen das Bargeld
Besonders bemerkenswert: Die Forderung nach digitalen Bezahlmöglichkeiten eint alle Generationen. 86 Prozent der 16- bis 29-Jährigen und 83 Prozent der über 65-Jährigen sprechen sich dafür aus. Rund 82 Prozent der Befragten greifen seltener zum Schein und zur Münze, 78 Prozent ärgern sich über Läden mit dem Schild „Nur Barzahlung".
Mehr als jeder zweite Deutsche (57 Prozent) gibt zu, Bargeld nur noch aus Angst vor Ablehnung digitaler Zahlungen mit sich zu führen. Zwei Drittel der Bevölkerung nutzen bereits Smartphone oder Smartwatch zum Bezahlen. Jeder Vierte könnte sich vorstellen, die eigene Finanzverwaltung einer Künstlichen Intelligenz zu überlassen.
Digitalisierung als Stressfaktor
Doch der Fortschritt hat seinen Preis. Ein Drittel der Deutschen fühlt sich von der digitalen Entwicklung häufig überfordert. Trotzdem wollen drei Viertel der Bevölkerung, dass das Tempo der Digitalisierung weiter zunimmt.
Das gilt auch für die Politik: Digitalminister Wildberger setzt nach eigenen Angaben auf KI-Unterstützung bei Reden und Gastbeiträgen. Das Ministerium betrachtet dies als normalen Arbeitsvorgang. Allerdings sorgte ein Gastbeitrag des Ministers für Aufsehen, den ein Wirtschaftsblatt Anfang April zurückzog. Analysen deuten darauf hin, dass mehrere Reden Wildbergers – darunter eine Ansprache vom Juli 2024 – weitgehend von KI verfasst wurden.
Sicherheitslücken im Alltag
Mit der wachsenden Digitalisierung rückt auch die Cybersicherheit in den Fokus. Eine Bitkom-Erhebung zeigt alarmierende Lücken: Nur 39 Prozent der Internetnutzer erstellen regelmäßig Backups, zehn Prozent sichern ihre Daten nie. Immerhin 43 Prozent installieren Software-Updates sofort – neun Prozent ignorieren sie komplett.
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28 Prozent der Nutzer geben häufig persönliche Daten preis, 17 Prozent tun dies gezielt für Rabatte. App-Berechtigungen und AGBs prüft lediglich jeder achte Nutzer regelmäßig, 34 Prozent schauen nie hin. Der nationale „Digitaltag" am 26. Juni 2026 soll genau diese Sicherheitsfragen in den Mittelpunkt stellen.
Fortschritt in den Ländern
Auch auf regionaler Ebene tut sich etwas. Mecklenburg-Vorpommern will fünf zentrale Verwaltungsleistungen bis März 2027 digitalisieren: die Ummeldung des Wohnsitzes, Baugenehmigungen, Unterhaltsvorschüsse, Wohngeld und die Grundsicherung im Alter. Der Bund unterstützt das Vorhaben mit 300.000 Euro. Zwischen 50 und 80 Prozent der Gemeinden im Nordosten haben diese Prozesse bereits umgesetzt.
