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Digitale Vermeider: Zehn Millionen Deutsche erhalten neue Beratung

Veröffentlicht am: 31.07.2026 um 13:24 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Kommunen in Deutschland reagieren auf die wachsende Gruppe digitaler Vermeider mit neuen Kursen und Beratungsangeboten, um die digitale Teilhabe zu stärken.

Digitale Vermeider: Städte starten neue Offensiven mit Beratungsangeboten
Eine jüngere Person unterstützt einen älteren Menschen bei der Nutzung eines Smartphones in einer hellen Umgebung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Rund zehn Millionen Deutsche gelten als „digitale Vermeider“. Kommunen reagieren nun mit neuen Beratungsangeboten und Kursen.

Digi-Lotsen erweitern Angebot in Wiesbaden

Ab September stockt Wiesbaden seine Digi-Lotsen-Sprechstunden im Zukunftswerk deutlich auf. Bis Jahresende gibt es dort monatlich zusätzliche Termine. Die Beratung dreht sich um Messenger-Dienste, sicheres Online-Banking und die elektronische Patientenakte (ePA). Sozialdezernentin Dr. Patricia Becher will Verwaltungsprozesse durchgängig digitalisieren – ohne Bürger auszuschließen.

Ähnliche Projekte laufen bundesweit an. In Magdeburg bieten die Malteser im August wöchentliche Digitalsprechstunden in einer Seniorenresidenz an. Themen: Smartphone-Grundlagen, Fotoverwaltung und Internetsicherheit. Das saarländische Riegelsberg erwartet Anfang August das mobile Ratgeberteam „Digitaler Engel“.

Überforderung trifft auch Jüngere

Die Maßnahmen adressieren ein massives Problem: Über 60 Prozent der über 75-Jährigen fühlen sich digital überfordert. Überraschend: Auch rund 25 Prozent der 16- bis 49-Jährigen kommen mit dem Tempo der Entwicklung nicht mit.

In Rostock, wo Rentner etwa ein Viertel der Bevölkerung stellen, setzen Stadtteilzentren auf Digital-Stammtische und Computer-Cafés. Die Hemmschwelle soll sinken – denn ab 60 Jahren fällt die Internetnutzung statistisch steil ab.

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Sicherheit als neuer Schwerpunkt

Die Volkshochschule Rohrbach/Hassel startet im August ein gestaffeltes Kursangebot – vom Anfängerkurs bis zum Spezialmodul. Das Bundesministerium für Gesundheit fördert Projekte zur digitalen Gesundheitskompetenz.

Der jüngste Anlass für mehr Aufklärung: Betrugswelle durch Schockanrufe. Im Raum Wiesbaden und Kaiserslautern erbeuteten Täter in den vergangenen Tagen fünfstellige Summen von Senioren. Die Polizei betont: Behörden fordern niemals Geld am Telefon.

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Südkorea zeigt, wie es geht

Digitale Bildung zahlt sich aus – das beweist Südkorea. Eine Akademie für ältere Menschen erreicht eine Vermittlungsquote von 68 Prozent. Absolventen über 60 arbeiten dort als Logistikmanager oder nutzen KI für pädagogische Projekte.

Forscher der RMIT University betonen: Entscheidend ist das Selbstvertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Wer daran glaubt, nutzt eher digitale Zahlungssysteme oder QR-Codes. Die Förderung individueller Kompetenz bleibt damit der Schlüssel zur digitalen Transformation – weit über Deutschland hinaus.

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