Digitale Teilhabe: Smartphone-Kurse für Senioren überbucht
Veröffentlicht am: 07.09.2026 um 15:20 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ob Bewegung, Geselligkeit oder digitale Bildung – in mehreren Städten und Gemeinden zeigt sich derzeit eine breite Palette an Angeboten für ältere Menschen. Von Berlin über Hessen bis Rheinland-Pfalz setzen Kommunen, Kirchengemeinden und Wohlfahrtsverbände auf regelmäßige Treffs, Beratungsangebote und neue Formate der ehrenamtlichen Teilhabe.
Berlin: Seniorenvertretung sucht Kandidaten
Das SeniorenServiceBüro Marzahn-Hellersdorf hat einen Veranstaltungskalender veröffentlicht, der online abrufbar ist. Im Mittelpunkt steht dabei die Vorbereitung auf die Wahlen zur Seniorenvertretung im März 2027, für die bereits jetzt Kandidaten ab 60 Jahren gesucht werden.
Der Kalender bündelt zudem laufende Angebote im Bezirk, etwa den Heimattiergarten Fürstenwalde, der bis zum 05.10.2026 einen Senioren Tag mit Eintritt ab 10 Euro sowie wöchentlich montags ab 14:30 Uhr Kaffee und Kuchen für Gruppen ab fünf Personen anbietet, ergänzt um eine Überraschungsfütterung um 14:00 Uhr.
Baden-Württemberg: Beratung und Begegnung
In Villingen-Schwenningen bündeln Stadt, Diakonie und DRK ihre Kräfte für Senioren. Neben Seniorennachmittagen, Essensangeboten und Treffs berät die Fachstelle Ehrenamt – Ansprechpartnerin ist Cosima Tischler – Interessierte zu Möglichkeiten des freiwilligen Engagements im Alter.
Hessen: Neue Formate für Musik und Bewegung
In Hanau feierte das Format „Takt & Torte“ im Stadthof seine Premiere mit über 100 teilnehmenden Senioren, organisiert vom Seniorenbüro gemeinsam mit der Hanau Marketing GmbH. Musik, Tanz und Torte standen im Mittelpunkt, Musiker Holger M. sorgte für Stimmung. Bürgermeister Dr. Maximilian Bieri lobte das Angebot. Künftig soll die Veranstaltung jeden ersten Donnerstag im Monat von 15 bis 18 Uhr stattfinden.
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Auch in Zwingenberg wächst ein Angebot: Die Evangelische Kirchengemeinde hat ihren Bewegungstreffpunkt für Senioren auf zweimal monatlich ausgeweitet, jeweils am ersten und dritten Freitag von 15 bis 16 Uhr im Gemeindehaus in der Darmstädter Straße 22. Das kostenlose Angebot ist ohne Anmeldung zugänglich; bei einem Termin bei 38 Grad kamen über ein Dutzend Teilnehmer zusammen, darunter eine 102-Jährige. Ansprechpartnerin ist Irene Domsel.
In Griesheim lädt das dortige Seniorenbüro dienstags von 15 bis 17 Uhr zum Plauderstündchen mit Bingo im Georg-August-Zinn-Haus – ein wöchentlicher Treff mit Gesprächen, Kaffee, Kuchen und Spielen.
Im Nachbarschaftsheim Darmstadt fanden im August 2026 mehrere Bewegungsangebote statt, darunter QiGong im Garten, Psychomotorik unter dem Titel „Bewegt bis ins hohe Alter“, Hatha Yoga sowie ein Doppelkopf-Nachmittag.
Rheinland-Pfalz: Digitale Teilhabe im Fokus
Ein Schwerpunkt liegt zunehmend auf digitaler Bildung: Das Senioren-Netzwerk Kaiserslautern hat im Rahmen des Projekts „Digitale Identität“ Anfang August 2026 Smartphone-Kurse für Menschen ab 60 im Untergeschoss der Mall „K in Lautern“ eröffnet.
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Die Kurse, die am ersten und dritten Montag um 11 und 14 Uhr sowie dienstags um 14 Uhr stattfinden, sind bereits ausgebucht. Finanziert wird das Projekt mit 102.500 Euro von der Fernsehlotterie und 25.000 Euro von der Bürgerhospitalstiftung.
Für Bewegung sorgt zudem die Kreisverwaltung Kaiserslautern mit dem ersten inklusiven Wandertag, der am Sonntag, 13. September, um 10:30 Uhr am Wanderparkplatz Schwarzweiher an der B48 startet. Die geführte Wanderung über 1,5 bis 2 Kilometer richtet sich an Menschen mit unterschiedlichen körperlichen Voraussetzungen. Anmeldungen sind bis zum 10. September bei der Leitstelle „Älterwerden“ möglich.
In Langenlonsheim organisiert der Förderverein Seniorenzentrum regelmäßige Kuchentheken sowie am 6. September Sonntagsmelodien mit der Musikschule Mittlere Nahe von 16 bis 17 Uhr.
Weitere regionale Beispiele
In Ronsdorf bieten die Christlichen Seniorenhäuser des Friedenshort im September 2026 ein dichtes Programm mit großem Café, Gottesdiensten, Bingo, Kegeln, Trommeln, Liedernachmittagen, Backaktionen, einem Literaturkreis und einem Chorkonzert. Der Seniorenbeirat Uetersen organisierte im August 2026 Sprechstunden, Ausschusssitzungen und eine Kunstausstellung im Rathaus.
Die Vielzahl der Beispiele zeigt: Seniorenarbeit findet zunehmend dezentral statt, getragen von Kommunen, Kirchen, Vereinen und ehrenamtlichem Engagement – mit einer Bandbreite, die von klassischer Geselligkeit bis zu digitaler Bildung reicht.
