Digitale, Teilhabe

Digitale Teilhabe im Alter: Digi Points erreichen mehr als 20 Südtiroler Gemeinden

Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 12:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Initiativen in Österreich und deutschen Regionen bündeln Seniorenangebote und fördern digitale Fähigkeiten, soziale Kontakte sowie Beratung.

Seniorenbildung: Neue Angebote verbinden Digitales, Bewegung und Begegnung
Heller, freundlicher Gemeinschaftsraum mit Sitzgelegenheiten in einem Kreis, der zur sozialen Begegnung einlädt. Illustration mit AI erstellt.

Rund um den Internationalen Tag der älteren Menschen am 1. Oktober zeigt sich in Österreich und mehreren deutschen Regionen ein gemeinsamer Trend: Bildungsträger, Kommunen und Vereine bündeln bestehende Angebote für ältere Menschen unter neuen Dachmarken oder bauen sie gezielt aus – mit einem klaren Schwerpunkt auf digitaler Teilhabe, Bewegung und sozialer Begegnung.

Neue Dachmarke in Österreich

Die Katholischen Bildungswerke Österreich starten ab 1. Oktober die österreichweite Dachmarke „GUTE TAGE Senior:innenbildung“, unter der die Seniorenbildungsangebote der Bildungswerke gebündelt werden, während regionale Angebote erhalten bleiben.

Träger sind der Bundeskörper der Katholischen Bildungswerke und das Forum Katholischer Erwachsenenbildung. Zum Auftakt ist ein Infostand am Linzer Domplatz von 12.30 bis 15.00 Uhr geplant, bei dem Markenbotschafter Günther Lainer von 13.30 bis 14.30 Uhr präsent sein wird.

Wie stark das Programm SelbA bereits verankert ist, zeigen Zahlen aus Oberösterreich: 2025 verzeichnete SelbA Oberösterreich 2.259 Interessierte, 108 Weiterbildungsangebote, 253 Trainer und über 6.400 Teilnehmer in Trainingsgruppen. Die nächste Trainerausbildung ist für Jänner 2027 in Aschach an der Donau geplant.

In Tirol werden rund 850 Trainingsgruppen, 570 Trainer und mehr als 11.000 Teilnehmer erstmals unter der gemeinsamen Marke „Gute Tage Senior“ sichtbar; SelbA besteht dort seit 25 Jahren für Lernen, Bewegung, Begegnung und Lebensqualität. Bestehende Formate wie LIMA, MITTEN IM LEBEN, ALT JUNG SEIN und SELBSTBESTIMMT AKTIV SEIN IM ALTER bleiben Teil des AngebOTs.

Digitale Teilhabe als Schwerpunkt

Auch abseits Österreichs rückt die digitale Kompetenz älterer Menschen in den Fokus. In Südtirol treibt die Agentur für ein Digitales Südtirol den Ausbau der sogenannten Digi Points voran, die inzwischen in mehr als 20 Gemeinden aktiv sind; bis Jahresende soll ein Großteil der Südtiroler Gemeinden über einen solchen Anlaufpunkt verfügen.

Der Ausbau erfolgt im Rahmen des Dreijahresplans zum Landesgesetz Aktives Altern, wobei Seniorenbeiräte und Seniorengemeinderäte die Angebote mitgestalten sollen. Ein neues Ideenheft schlägt unter anderem eine Digital-Sprechstunde vor; Landesrätin Rosemarie Pamer rief ältere Menschen zur Nutzung der Angebote auf.

In Deutschland zeigt sich das Thema in zahlreichen lokalen Initiativen. Die Stadt Steinheim erhält für das Projekt „Steinheim klickt's“ knapp 70.000 Euro vom Sozialministerium Baden-Württemberg zur Erweiterung der Quartiers- und Seniorenarbeit über zwei Jahre.

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Geplant sind kostenfreie Kurse, Lernangebote mit ehrenamtlichen Digitalbegleitern und der offene Treff „Café Klick“ im SteinWerk, anknüpfend an das Netzwerk4Steinheim. Der CDU-Landtagsabgeordnete Tobias Vogt setzte sich für die Mittel im Landeshaushalt ein, Bürgermeister Thomas Winterhalter betont die Bedeutung digitaler Teilhabe und des Miteinanders.

In St. Ingbert bietet die VHS-Nebenstelle Hassel/Rohrbach gemeinsam mit der Stabsstelle Kommunikation und Vereinen der Stadtverwaltung einen Smartphone-Kurs im Fidelishaus an, geschult durch VHS-Dozent Ulrich Struth; fester Bestandteil ist die Stadtapp INGO. Oberbürgermeister Dr. Ulli Meyer betonte, die Kurse vermittelten neben Wissen auch Sicherheit und Vertrauen im Umgang mit Technik.

In Bochum startet das Seniorenbüro Mitte mit der Bochumer Ehrenamtsagentur und der Stadtbücherei einen fünfteiligen kostenlosen Smartphone-Kurs für Android-Geräte im Lore-Agnes-Raum. In Utting bietet der Verein „Füreinander Utting“ mit Unterstützung von „Uttinger-helfen-Uttingern“ mittwochs einen IT-Kurs gegen einen kleinen Unkostenbeitrag an und sucht dafür IT-erfahrene Schüler und Studenten.

In Bielefeld startet das KUNZ Smartphone-Grundlagenkurse mit maximal sechs Teilnehmern und einer Kursgebühr von 25 Euro unter Referent Michael Zurmühlen. In Wörth läuft das generationenübergreifende Projekt „IT – vom Einsteiger bis zum Profi“ bereits im vierten Jahr im Mehrgenerationenhaus.

Auch die AWO Saalfeld-Rudolstadt setzt mit Veranstaltungen der „Digitalen Engel“ in den Begegnungsstätten Mellenbach und Meura auf Smartphone-Grundlagen, gefördert durch den Freistaat Thüringen im Rahmen des ESF-Projekts STäM. Ein neuer Digital-Treff in Kaulsdorf läuft unter Leitung von Annett Weidt im Programm AGATHE, gefördert vom Landkreis Saalfeld-Rudolstadt und dem Ministerium für Soziales, Gesundheit, Arbeit und Familie.

Begegnung, Beratung und Bewegung

Neben der digitalen Bildung setzen viele Kommunen weiterhin auf klassische Begegnungs- und Beratungsformate. Das Bezirksamt Spandau verweist zum Internationalen Tag der älteren Menschen auf Stadtteiltreffs mit Kursen wie Sitz-Yoga, Gedächtnistraining und Nachbarschaftsfrühstück; Bezirksstadträtin Tanja Franzke und Bezirksstadtrat Gregor Kempert betonen die Bedeutung aktiver Teilhabe.

Das Rathaus für Senioren in Frankfurt lädt zu einem Tag der offenen Tür mit Beratung zu Pflege, Wohnberatung und Patientenverfügung sowie Sondersprechstunden zu Demenz, Blindheit und Schwerhörigkeit ein; die Leiterin des Jugend- und Sozialamts, Nanine Delmas, betonte das Ziel, ein selbstbestimmtes Leben im Alter zu unterstützen.

In Rostock veranstaltet das Stadtteil- und Begegnungszentrum „Heizhaus“ einen Seniorengesundheitstag unter dem Motto „Aktiv älter werden in der Südstadt und Biestow“ mit Angeboten zu Ehrenamt, Bewegung und einem Vortrag der Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern zu gesunder Ernährung im Alter.

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Die Stadt Klütz richtet einen monatlichen Seniorennachmittag im Literaturhaus „Uwe Johnson“ ein, dessen Kern ein Digital-Café zu Themen wie sicherer Internetnutzung, Betrugsmaschen wie dem Enkeltrick und dem Einstieg in Künstliche Intelligenz bildet – ergänzt durch Kaffee, Kuchen und Stuhl-Yoga.

Das Seniorenbüro Hanau bietet im Oktober Wanderungen und eine Führung beim Hanauer Anzeiger an, teils auch barrierefrei gestaltet. Die Stadt Dortmund organisiert gemeinsam mit AWO und Caritas kostenlose Bustouren „Kreuz und Quer durch Dortmund“ für Menschen ab 60 Jahren, um Alterseinsamkeit entgegenzuwirken.

Die Vielzahl der Initiativen verdeutlicht, dass Seniorenbildung zunehmend als Zusammenspiel aus digitaler Grundkompetenz, sozialer Begegnung und lebenspraktischer Beratung verstanden wird – getragen von Kommunen, Wohlfahrtsverbänden und ehrenamtlichem Engagement gleichermaßen.

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