Digitale, Spaltung

Digitale Spaltung: Kommunen starten Aktionstag am 25. Juni

14.06.2026 - 04:09:37 | boerse-global.de

Deutsche Kommunen starten Initiativen gegen die digitale Spaltung, um älteren Menschen den Zugang zu Online-Diensten zu erleichtern.

Digitale Kluft: Kommunen fördern Senioren mit neuen Angeboten
Digitale - Eine lächelnde ältere deutsche Frau, die in einem modernen Gemeindezentrum ein Tablet benutzt, mit anderen Senioren im Hintergrund. 14.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Ämter digital: Recklinghausen macht den Anfang

Am 25. Juni 2026 lädt der Kreis Recklinghausen zum Aktionstag „Die digitale Kreisverwaltung“. Von 10 bis 15 Uhr präsentieren Mitarbeiter im Kreishaus Online-Dienste wie den Elterngeldantrag und die Integreat-App. Besucher können sich zudem über den Glasfaserausbau informieren: Das „Gigabit-Mobil“ des Bundes hält Vorträge um 11 und 14 Uhr.

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Die Initiative zeigt, wie Behörden den Zugang zu digitalen Services erleichtern wollen. Denn viele Senioren scheitern bereits an der Bedienung von Online-Formularen.

Lernen im Dialog: Von Quantencomputern bis zur Gesundheitsakte

Die Kreisvolkshochschule Bergstraße bietet am 23. Juni 2026 kostenlose Veranstaltungen an. Im Schulungszentrum in Lorsch hält Dr. Heinz Speck einen Hybrid-Vortrag über die Sicherheitsrisiken von Quantencomputern. Parallel gibt es interaktive Angebote für jüngere Teilnehmer – ein bewusster Brückenschlag zwischen den Generationen.

Noch konkreter wird es in Wörth: Ab dem 17. Juni 2026 starten Informationsabende zur elektronischen Patientenakte (ePA). Der ePA-Coach Thomas Kirschenmann erklärt, wie die digitale Gesundheitsakte funktioniert. Ein Folgetermin am 16. September vertieft das Thema.

Bildungspolitik: Weg vom Verbot, hin zur Kompetenz

Die Kultusministerkonferenz unter Präsidentin Anna Stolz setzt neue Akzente. Statt Social-Media-Verboten propagiert sie eine „Trias“ aus Sensibilisierung, Befähigung und Schutz. Eine Expertenkommission will am 24. Juni 2026 fast 50 Empfehlungen vorlegen – mit Fokus auf digitale Resilienz und die Zusammenarbeit von Schulen und Eltern.

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) begrüßt den Kurswechsel. Allerdings fordert VBE-Chef Tomi Neckov klare Umsetzungsrichtlinien: „Die Vermittlung digitaler Kompetenzen darf nicht im Belieben einzelner Schulen stehen.“

Armut im Alter: Wenn das Netz nicht reicht

In Karlsruhe läuft ein sechsmonatiges Pilotprojekt mit „Sozialrezepten“. Ärzte können dort älteren Patienten soziale Beratung und warme Mahlzeiten verschreiben. Die Ergebnisse sollen bis 2027 in einen kommunalen Aktionsplan einfließen.

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Der Bedarf ist enorm: 19,5 Prozent der über 65-Jährigen in Deutschland gelten als armutsgefährdet. Bei Frauen über 75 steigt die Quote auf 21,3 Prozent. Seniorenverbände fordern daher ein gesetzliches „Recht auf analoges Leben“. Bankgeschäfte und Behördengänge müssten auch ohne Internetzugang möglich bleiben.

Internationale Perspektive: Taiwan, Südkorea, Frankreich

Der deutsche Vorstoß steht nicht allein. In Hsinchu, Taiwan, bieten 91 Gemeindezentren KI-Kurse an – bis Jahresende sollen es 95 sein. In Osan, Südkorea, endete am 10. Juni 2026 eine fünfwöchige „Senioren-Digital-Schule“ mit Schwerpunkt Mobile-Banking.

Frankreich startet mit dem Programm „Senior Click“ in Nizza und Workshops in Pailhès ab dem 2. Juli 2026. Ziel: ältere Menschen fit machen für Online-Banking und digitale Arzttermine. Die Botschaft ist global: Ohne gezielte Unterstützung droht die digitale Transformation zur sozialen Isolation zu führen.

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