Digitale, Souveränität

Digitale Souveränität: Schwarz Group investiert 5,6 Milliarden in Rechenzentrum

Veröffentlicht am: 29.08.2026 um 00:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

CDU/CSU und SPD beschließen Reformen für Sicherheit und Industrie. Schwarz Group plant bis zu 5,6 Milliarden Euro für Rechenzentren.

Resilienzplan: Koalition setzt auf Sicherheit, Industrie und Cloud
Moderne industrielle Serverinfrastruktur in einer deutschen Industrieanlage mit blauen Statusleuchten. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Auf einer Klausurtagung in Münster haben die Koalitionspartner CDU/CSU und SPD am 28. August 2026 ein umfassendes Maßnahmenpaket zur Sicherung des Wirtschaftsstandortes Deutschland beschlossen. Der sogenannte Resilienzplan sieht tiefgreifende Reformen in der Sicherheitsarchitektur, der Handelspolitik und der digitalen Infrastruktur vor, um strategische Abhängigkeiten zu verringern und die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie zu sichern.

Das in Münster verabschiedete Beschlusspapier umfasst zehn Kernpunkte, die laut den Koalitionspartnern bis zum Jahresende umgesetzt werden sollen. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Ausbau der nationalen Sicherheitskapazitäten.

Hierzu zählen ein neuer Pakt für den Bevölkerungsschutz, bei dem das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) die Koordination übernimmt, während das Technische Hilfswerk (THW) die operative Umsetzung verantwortet. Zudem sollen die Nachrichtendienste reformiert werden, wobei insbesondere die operativen Fähigkeiten des Bundesnachrichtendienstes (BND) gestärkt werden sollen.

Verteidigungsausgaben und technologische Abwehr

Angesichts veränderter Bedrohungslagen, wie dem Drohnenangriff auf Leipzig/Halle am 4. August, sieht das Paket verstärkte Investitionen in die Drohnen- und Cyberabwehr vor.

Um die notwendige finanzielle Basis für die militärische Resilienz zu schaffen, plant die Koalition, Verteidigungsausgaben, die ein Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) überschreiten, von der Schuldenbremse auszunehmen. Dies soll auch die Stärkung der Reserve sowie den Schutz der rechtsstaatlichen Institutionen finanzieren.

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Neuausrichtung der Industriepolitik und China-Strategie

Die deutsche Industrie, vertreten durch Verbände wie den BDI, VDMA und VDA, drängt die Bundesregierung zu einer härteren Gangart gegenüber China. Hintergrund ist das Handelsdefizit mit der Volksrepublik, das im Jahr 2025 einen Rekordwert von 89,3 Milliarden Euro erreichte. Während die Exporte nach China um 9,7 Prozent auf 81,3 Milliarden Euro sanken, stiegen die Importe um 8,8 Prozent auf 170,6 Milliarden Euro.

Das Reformpaket sieht die Einsetzung einer Kommission vor, die strategische Abhängigkeiten von China untersuchen soll. Die Koalition fordert zudem schnellere Anti-Dumping- und Anti-Subventions-Maßnahmen auf EU-Ebene. Bundeskanzler Merz kündigte an, entsprechende Optionen bis Oktober prüfen zu wollen. Ein zentraler Fokus liegt auf der Automobilindustrie mit ihren rund 730.000 Arbeitsplätzen.

Hier setzt die Koalition auf Technologieoffenheit: Auch nach 2035 sollen hocheffiziente Verbrennungsmotoren sowie Plug-in-Hybride (PHEV) und Elektrofahrzeuge mit Reichweitenverlängerung (EREV) zugelassen bleiben. Eine geplante Verschärfung des sogenannten Utility-Factors für Hybridfahrzeuge soll ab 2027 ausgesetzt werden.

Massive Investitionen in digitale Souveränität

Parallel zu den politischen Weichenstellungen treibt die Privatwirtschaft den Ausbau der digitalen Infrastruktur voran. Die Schwarz Group plant umfangreiche Investitionen in eigene Rechenzentren, um die Abhängigkeit von US-amerikanischen Cloud-Anbietern zu reduzieren.

In Dummerstorf bei Rostock soll bis 2033 ein Rechenzentrum mit einer Kapazität von 240 Megawatt entstehen, was Investitionen von bis zu 5,6 Milliarden Euro erfordert. Langfristig könnte die Kapazität an diesem Standort bis 2045 auf ein Gigawatt steigen.

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Weitere Planungen der Schwarz Group sehen Investitionsvolumina von bis zu 12 Milliarden Euro in Dummerstorf und 11 Milliarden Euro in Lübbenau vor. Ziel ist es, unter der Marke STACKIT souveräne Cloud-Lösungen anzubieten, die bereits für Projekte wie digitale Bauanträge oder die Lehrer-Plattform OpenDesk genutzt werden.

Der CEO von Schwarz Digits, Müller, betonte in diesem Zusammenhang, dass eigene Rechenkapazitäten die zwingende Voraussetzung für eine unabhängige Entwicklung künstlicher Intelligenz in Deutschland seien. Digitalminister Wildberger bekräftigte das Ziel, die nationalen Rechenkapazitäten für KI-Anwendungen zeitnah zu vervierfachen.

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