Digitale Souveränität: SAP und Telekom bauen 250-Mio-KI-Cloud
06.06.2026 - 21:43:36 | boerse-global.de
Im Fokus stehen digitale Souveränität und künstliche Intelligenz – ein Trend, der ganz Europa erfasst.
SAP und Telekom bauen souveräne KI-Cloud
Ein Konsortium aus SAP und Deutsche Telekom hat den Zuschlag für ein 250 Millionen Euro schweres Projekt erhalten: eine souveräne KI-Cloud-Plattform für die öffentliche Verwaltung. Der Auftraggeber, das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV), will damit die Abhängigkeit von nicht-europäischen Technologieanbietern reduzieren.
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Die Plattform ist ein Kernstück der sogenannten „Deutschland-Stack"-Initiative. Als erste Anwendung ist KIPITZ geplant – ein KI-gestützter Dienst für die Verwaltung. Interessantes Detail: Der Auftrag folgt auf den Rückzug einer Beschwerde, die zuvor Google und Adesso eingereicht hatten.
SAP selbst profitiert vom Digitalisierungsschub. Der Konzern meldete für das erste Quartal 2026 einen operativen Gewinn von 2,87 Milliarden Euro – ein Plus von 24 Prozent. Der Cloud-Backlog, also die gebuchten, aber noch nicht abgerechneten Cloud-Umsätze, kletterte auf 21,9 Milliarden Euro.
Sechs Städte testen die „Deutschland-App"
Das BMDV hat Wiesbaden als eine von sechs Pilotkommunen für die neue „Germany App" ausgewählt. Neben der hessischen Landeshauptstadt testen auch Dortmund, Dresden, Erfurt, Hamburg und Nürnberg den Prototypen. Die App soll Bürgern digitalen Zugang zu Verwaltungsleistungen bieten – unterstützt von KI bei Anträgen auf Kindergeld oder Wohngeld. Der Prototyp steht kurz vor der Fertigstellung, wird aber derzeit nur von einer begrenzten Nutzergruppe getestet.
Im Wetteraukreis läuft parallel eine hessische Digitalisierungsoffensive. Sechs Monate lang stehen Workshops zur digitalen Bearbeitung von Führerscheinen, Aufenthaltstiteln und Wohngeld auf dem Programm. Rund 50.000 Euro Förderung vom Bundeslandwirtschaftsministerium fließen zudem in ein Open-Data-Portal, das bis Ende 2026 25 Kommunen versorgen soll.
Europas Marsch in die digitale Souveränität
Die deutschen Projekte sind Teil einer größeren Bewegung. Am 2. Juni 2026 präsentierte die EU-Kommission ihr „Tech Sovereignty Package". Es verschärft die Vergaberegeln für öffentliche IT-Systeme: Digitale Souveränität, Cybersicherheit und offene Standards haben Vorrang – Vendor-Lock-in soll der Vergangenheit angehören.
Ein Beispiel aus den Niederlanden zeigt, wie ernst es Brüssel ist: Staatssekretär Eric van der Burg bestätigte am 4. Juni 2026, dass künftige Ausschreibungen für die DigiD-Infrastruktur unter das Verteidigungs- und Sicherheitsbeschaffungsgesetz fallen. Das schließt nicht-europäische Bieter faktisch aus. Hintergrund: Der US-Konzern Kyndryl hatte versucht, den aktuellen Betreiber zu übernehmen – und wurde blockiert.
E-Rechnung wird Pflicht – mit Übergangsfristen
Auch beim Thema E-Rechnung tut sich etwas. Seit dem 1. Januar 2025 müssen Unternehmen E-Rechnungen empfangen können. Die Ausstellungspflicht in Formaten wie XRechnung oder ZUGFeRD kommt schrittweise: Ab 2027 sind Firmen mit mehr als 800.000 Euro Umsatz an der Reihe.
Bundeswehr bestellt 23 „Büffel"-Bergungspanzer
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Nicht nur die Verwaltung, auch die Bundeswehr rüstet digital und materiell auf. Rheinmetall liefert 23 Bergepanzer 3 A2 „Büffel" für rund 360 Millionen Euro. Die Fahrzeuge ersetzen Einheiten, die an die Ukraine abgegeben wurden. Die Auslieferung ist zwischen März 2028 und Juni 2029 geplant.
NRW setzt auf KI in der Pflege
In Nordrhein-Westfalen startet das CSI-Projekt seine ersten Innovationspartnerschaften, gefördert vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Zwei Vorhaben stechen heraus: eine KI-API-Plattform für die Pflege und ein vernetztes Mobilitätshilfe-Projekt mit MAXAEL Systems und dem Luisenhospital Aachen. Die Bewerbungsfrist für neue Partnerschaften läuft noch bis zum 15. Juni 2026.
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