Digitale, Souveränität

Digitale Souveränität: Italien migriert über 100.000 Arbeitsplätze auf LibreOffice

Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 15:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de

The Document Foundation sieht in ODF-basierten Systemen einen Weg zu mehr digitaler Souveränität. Deutschland und Italien gelten als Vorreiter bei der Umsetzung offener Dokumentenformate in der Verwaltung.

LibreOffice-Organisation: Offene Standards als Schlüssel für staatliche IT-Unabhängigkeit
Moderner Büroarbeitsplatz in einer Behörde mit einem Laptop auf dem Schreibtisch vor einer hellen Fensterfront. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

The Document Foundation hat die Notwendigkeit offener Dokumentenplattformen für die digitale Souveränität von Regierungen betont. Die Organisation hinter LibreOffice verweist darauf, dass ihre LibreOffice Technology auf dem offenen Dokumentenformat ODF (ISO/IEC 26300) basiert, das als Grundlage für unabhängige, nicht an einzelne Hersteller gebundene Verwaltungs-IT dienen könne.

Deutschland schreibt ODF verbindlich vor

Als Beispiel für eine solche politische Weichenstellung nennt The Document Foundation den sogenannten Deutschland-Stack, der ODF im Frühjahr dieses Jahres verbindlich vorschreibt. Damit verpflichtet sich die deutsche Verwaltung auf ein offenes, herstellerunabhängiges Format für den Dokumentenaustausch – ein Schritt, den die Organisation als Beleg dafür wertet, dass offene Standards zunehmend Eingang in staatliche Digitalstrategien finden.

Italien: Über 100.000 Arbeitsplätze migriert

Als weiteres Beispiel führt The Document Foundation das italienische Projekt LibreDifesa an. Dort seien bereits über 100.000 Arbeitsplätze auf die entsprechende Software-Umgebung migriert worden. Die Organisation stellt dies als Nachweis dafür dar, dass sich offene Dokumentenformate auch in großflächigen, sicherheitsrelevanten Verwaltungsstrukturen im großen Stil einsetzen lassen.

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Kritik an Euro-Office wegen OOXML-Kompatibilität

Gleichzeitig übte The Document Foundation Kritik an der Software Euro-Office wegen deren Kompatibilität mit dem Format OOXML. Die Organisation stellt damit implizit die Frage, ob ein Rückgriff auf OOXML – ein von Microsoft geprägtes Format – dem Ziel digitaler Souveränität entgegensteht, während ODF als offener, ISO-zertifizierter Standard gilt, der nicht von einem einzelnen Unternehmen kontrolliert wird.

Offene Formate als Souveränitätsfrage

Mit ihrer Positionierung reiht The Document Foundation die Wahl von Dokumentenformaten in eine größere politische Debatte ein: Wer die technischen Standards kontrolliert, nach denen Behördendokumente erstellt, gespeichert und ausgetauscht werden, beeinflusst auch die Abhängigkeit von einzelnen Softwareanbietern.

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Die Beispiele aus Deutschland und Italien dienen der Organisation als Beleg dafür, dass sich diese Überlegung zunehmend in konkreten Beschaffungs- und Migrationsentscheidungen europäischer Verwaltungen niederschlägt.

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