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Digitale Pharma booming: Redcare wächst 20 Prozent auf 853 Mio Euro

Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 03:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Redcare Pharmacy meldet Rekordmarge und hebt Prognose an. Auch in den USA und Asien wachsen Online-Apotheken rasant.

Redcare Pharmacy mit Rekordmarge: Digitaler Apothekenboom weltweit
Ein Smartphone mit einer digitalen Apotheken-App neben einem kleinen Paket und einem Stethoskop auf einem Schreibtisch. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die digitale Pharmabranche erlebt einen weltweiten Aufschwung. Aktuelle Finanzberichte und Marktstudien vom Juli 2026 zeigen: Online-Apotheken in Europa, Nordamerika und Asien verzeichnen zweistellige Umsatzzuwächse und Rekordmargen – während traditionelle Apothekenketten in manchen Regionen schrumpfen.

Redcare Pharmacy meldet Rekordmarge

Der deutsche Branchenprimus Redcare Pharmacy hat im zweiten Quartal 2026 einen konsolidierten Umsatz von 853 Millionen Euro erzielt – ein Plus von 20 Prozent. Besonders stark entwickelte sich das verschreibungspflichtige Geschäft (Rx): Die Rx-Erlöse stiegen um 34 Prozent auf 339 Millionen Euro. Im deutschen Markt legte das Segment sogar um 58 Prozent auf 180 Millionen Euro zu.

Das bereinigte EBITDA erreichte 29,6 Millionen Euro – ein Anstieg um 63 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Mit einer Marge von 3,5 Prozent markiert das Unternehmen den höchsten Wert seit zehn Jahren. Während die DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) eine EBITDA-Marge von 4,0 Prozent hielt, erzielte das internationale Geschäft erstmals operative Gewinne – ein EBITDA von einer Million Euro.

Der Vorstand hat die Jahresprognose nach oben korrigiert: Statt 13 bis 15 Prozent erwartet Redcare nun ein Umsatzwachstum von 15 bis 17 Prozent. Grund für die verbesserte Profitabilität: Die Marketingausgaben sanken von 7,2 auf 5,1 Prozent des Umsatzes. Allerdings bleibt der Konzern in der Verlustzone: Für das erste Halbjahr 2026 steht ein Nettoverlust von 5,8 Millionen Euro zu Buche. Zudem schwächelte das Geschäft im Juli leicht – das Gruppenwachstum fiel unter 20 Prozent.

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US-Verbraucher setzen zunehmend auf Versandapotheken

Auch in den USA verändert sich das Einkaufsverhalten. Die J.D. Power 2026 Pharmacy Study, die zwischen Mai 2025 und Mai 2026 erhoben wurde, zeigt: Die Zufriedenheit mit Versandapotheken stieg auf 699 von 1.000 Punkten. Bei stationären Apotheken fiel der Wert dagegen auf 669 Punkte.

Spitzenreiter im Versandhandel ist Amazon Pharmacy mit 745 Punkten. Weitere Top-Performer: Sam's Club führt das Segment der Massenanbieter bereits im elften Jahr in Folge an. Good Neighbor Pharmacy belegt den Spitzenplatz unter den Drogerieketten.

Asiatische Märkte legen kräftig zu

Der digitale Apothekenmarkt wächst auch in Asien rasant. Tata 1mg meldet für das Geschäftsjahr 2026 einen konsolidierten Umsatz von umgerechnet rund 330 Millionen Euro – ein Plus von 23 Prozent. Während die Technologiesparte einen Gewinn von umgerechnet 2,6 Millionen Euro erzielte, schrieb die Gesundheitssparte rote Zahlen: ein Verlust von rund 35 Millionen Euro. Unterm Strich steht ein Nettoverlust von etwa 32 Millionen Euro. Tata 1mg kämpft gegen starke Konkurrenz von Plattformen wie Netmeds, PharmEasy und Apollo 24/7.

In Südkorea legte Hanmi Science im zweiten Quartal 2026 beim operativen Gewinn um 71 Prozent auf umgerechnet rund 39 Millionen Euro zu. Der konsolidierte Umsatz erreichte umgerechnet etwa 244 Millionen Euro – getrieben von der Tochter Onlinepharm, die allein rund 203 Millionen Euro beisteuerte.

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Wandel im britischen Apothekenmarkt

Während die Digitalisierung Fahrt aufnimmt, verändert sich das stationäre Geschäft grundlegend. In England gab es im Juni 2026 noch 9.923 physische Apotheken. Der Trend ist eindeutig: Große Ketten mit 100 oder mehr Standorten haben seit 2021 fast 40 Prozent ihrer Filialen verloren.

Die Gewinner sind unabhängige Apotheken (ein bis fünf Standorte): Sie gewannen im Juni 21 Netto-Standorte hinzu und kommen nun auf einen Marktanteil von 51,4 Prozent. Reine Versandapotheken blieben mit 458 Standorten stabil. Insgesamt waren in England Ende Juni 10.381 Apothekenverträge registriert.

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