Digitale, Demenz-Risiko

Digitale Nutzung: 58% weniger Demenz-Risiko bei regelmäßiger Anwendung

Veröffentlicht am: 15.09.2026 um 13:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Donanemab ist zugelassen, während Reha-Angebote, digitale Trainings und Bildungsprogramme neue Ansätze für Teilhabe und Selbstständigkeit schaffen.

Neue Wege bei Demenz: Medikamente, Reha und digitale Unterstützung
Ein heller, minimalistischer Therapieraum mit bodentiefen Fenstern und Blick ins Grüne. Illustration mit AI erstellt.

Aktuelle Fachpublikationen und Seminare rücken verstärkt Methoden in den Fokus, die die Rehabilitation und Resilienzförderung bei kognitiven sowie psychischen Herausforderungen unterstützen. Im Zentrum steht dabei die Bewältigung des Alltags durch eine Kombination aus medizinischer Innovation, technologischen Hilfsmitteln und gezielten Schulungsprogrammen.

Stationäre und ambulante Ansätze in der Rehabilitation

Ein zentraler Baustein der modernen Nachsorge sind spezialisierte Seminare, wie sie unter anderem vom Blinden- und Sehbehindertenverband Sachsen angeboten werden. In einem aktuellen Nachsorgeseminar in Lunzenau thematisieren Referentinnen wie Susanne Siems und Liane Völlger neben technischen Marktentwicklungen und Bibliotheksangeboten auch die Anwendung moderner Hilfsmittel wie der Ray-Ban Meta-Brille.

Parallel dazu gewinnen ambulante Modelle an Bedeutung. Das VITREA Rehazentrum Zürich Seefeld verfolgt unter der Leitung von Julia Monz einen in der Schweiz einzigartigen Ansatz durch eine vierwöchige ambulante Intensivrehabilitation. Das interdisziplinäre Team setzt dabei auf mehrere Therapieeinheiten pro Tag, während die Patienten die Nächte im häuslichen Umfeld verbringen. Ergänzt wird das Angebot durch robotikgestützte Therapien, für die ein entsprechender Krankenkassenvertrag vorliegt.

Auch die gesetzliche Unfallversicherung setzt verstärkt auf Präsenz und Aufklärung. Die DGUV präsentiert zusammen mit Berufsgenossenschaften und Unfallkassen vom 23. bis 26. September 2026 auf der Fachmesse Rehacare in Düsseldorf Angebote zu Rehabilitation und Teilhabe. Das BG Klinikum Duisburg demonstriert dort Virtual-Reality-Therapien, während der Deutsche Rollstuhl-Sportverband am 26. September den Dr.-Horst-Strohkendl-Preis verleiht.

Pharmazeutische Fortschritte und technologische Hilfsmittel

In der medikamentösen Therapie der Alzheimer-Erkrankung zeichnen sich deutliche Fortschritte ab. Die US-Gesundheitsbehörde FDA hat das Medikament Donanemab (Handelsname Kisunla) für Patienten mit leichten kognitiven Beeinträchtigungen zugelassen. Laut Angaben des Herstellers Eli Lilly erfordert die Behandlung eine etwa 30-minütige Infusion.

Am Uniklinikum Freiburg kommen Donanemab sowie das Präparat Lecanemab bereits seit September 2025 bei ausgewählten Patienten zum Einsatz. Prof. Dr. Heinz Wiendl vom Uniklinikum betont in diesem Zusammenhang die Bedeutung der „vier L“ – Laufen, Lernen, Lachen, Lieben – als ergänzende Faktoren zur Verlangsamung des Krankheitsfortschritts.

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Flankiert wird die medizinische Behandlung durch digitale Lösungen. Das Unternehmen Memory Lane Games entwickelt gemeinsam mit SAP und EY einen KI-Prototypen für personalisiertes Gedächtnistraining. Das System generiert individuelle Spiele basierend auf Profilen zu Beruf, Hobbys und Erinnerungen der Betroffenen.

Eine Metaanalyse von Benge und Scullin aus dem Jahr 2025 untermauert die Bedeutung digitaler Teilhabe: Die Auswertung von Daten von 411.503 Erwachsenen deutet darauf hin, dass regelmäßige digitale Nutzung das Risiko kognitiver Störungen um 58 % senken kann.

Präventionsprogramme und gesellschaftliche Teilhabe

Um die häusliche Pflege und die Selbstständigkeit der Betroffenen zu sichern, entstehen zunehmend neue Bildungs- und Unterstützungsformate. Die OST Ostschweizer Fachhochschule entwickelt zusammen mit der Hochschule Luzern und Pro Infirmis den achtmoduligen Lehrgang „Entscheiden lernen“ für Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen. Das Projekt ist bis Juni 2028 angelegt.

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Im Rahmen der bundesweiten Woche der Demenz, die vom 19. bis 27. September 2026 unter dem Motto „Demenz – (k)eine Frage des Alters“ stattfindet, bieten zahlreiche Städte Informationsprogramme an. In Dresden, wo rund 13.800 Menschen mit Demenz leben, sind etwa 100 Veranstaltungen geplant. Auch in Leoben finden zwischen dem 15. und 23. September Informationsvorträge, Demenz-Parcours und Tage der offenen Tür statt.

Zusätzlich rät die Verbraucherzentrale NRW Pflegebedürftigen aller Pflegegrade, den monatlichen Entlastungsbetrag in Höhe von 131 Euro konsequent zu nutzen. Angesichts geplanter Reformen und steigender Eigenanteile in der Kurzzeitpflege bleibe die finanzielle Absicherung und frühzeitige Inanspruchnahme von Unterstützungsleistungen ein wesentlicher Faktor für die Stabilität der häuslichen Versorgung.

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