Digitale Kompetenz: 33% der Deutschen fühlen sich überfordert
17.06.2026 - 16:55:53 | boerse-global.de
Eine neue Bitkom-Studie offenbart alarmierende Defizite in der digitalen Kompetenz der Bevölkerung. Besonders ältere Menschen tun sich schwer.
Mehr als 33 Prozent der Bundesbürger fühlen sich regelmäßig von digitalen Technologien überfordert. Das geht aus einer aktuellen Untersuchung des Digitalverbands Bitkom hervor, die Mitte Juni 2026 veröffentlicht wurde. Die Ergebnisse kommen pünktlich vor dem bundesweiten Digitaltag am 26. Juni – und sie zeigen: Der Handlungsbedarf ist enorm.
Die Generationenkluft ist eklatant
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Besonders deutlich wird der Graben zwischen Jung und Alt. Während sich nur 26 Prozent der 16- bis 49-Jährigen von digitalen Werkzeugen überfordert fühlen, sind es bei den über 75-Jährigen satte 60 Prozent. Die Geschlechterunterschiede fallen dagegen gering aus: 32 Prozent der Männer und 35 Prozent der Frauen berichten von häufigen Schwierigkeiten.
Die repräsentative Umfrage wurde zwischen Mitte April und Mitte Mai 2026 durchgeführt. Befragt wurden 1.005 Personen ab 16 Jahren.
Klarer Auftrag an die Politik
Die Konsequenz aus den Zahlen ist für die große Mehrheit der Deutschen eindeutig: 86 Prozent fordern, dass digitale Kompetenzen Pflichtbestandteil der Lehrpläne werden müssen. Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst bringt es auf den Punkt: „Digitale Fähigkeiten müssen verbindlich in allen Bildungsplänen verankert werden – nur so sichern wir die gesellschaftliche Teilhabe auf Dauer."
Auch beim Staat sehen die Bürger Handlungsbedarf. Knapp die Hälfte (48 Prozent) wünscht sich mehr politisches Engagement in diesem Bereich. 47 Prozent fordern ein breiteres Angebot an öffentlichen Weiterbildungsmöglichkeiten. Und 39 Prozent sprechen sich für die Einrichtung einer bundesweiten Digitalbildungsagentur aus, die die Maßnahmen koordinieren soll.
Digitale Wochen: Hilfe vor Ort
Die Studie kommt nicht zufällig jetzt. Rund um den Digitaltag am 26. Juni finden bundesweit die sogenannten „Digitalen Wochen" statt – mit zahlreichen Angeboten, die genau dort ansetzen, wo die Probleme am größten sind.
Im Landkreis Uelzen etwa startet am 22. Juni eine Social-Media-Kampagne, die digitale Verwaltungsdienstleistungen bewerben soll. Landrat Dr. Heiko Blume verweist auf das regionale Glasfasernetz als Rückgrat dieser Angebote. Im Fokus stehen die „BundID" für die sichere digitale Identifikation sowie das Portal „OpenKreishaus", über das sich Wohngeld, Bauanträge und Kfz-Zulassungen online erledigen lassen.
Weitere regionale Initiativen:
- Bremerhaven: Am 26. Juni veranstaltet das Altbürgerhaus einen Aktionstag speziell für Senioren. Themen sind die elektronische Patientenakte (ePA), der digitale Personalausweis (eID) und Sicherheit im Internet.
- Herrenberg: Am 25. Juni gibt es eine offene Sprechstunde für digitale Mediennutzer. Ehrenamtliche helfen kostenlos bei Problemen mit Smartphone, Tablet und Computer.
- Dresden: Ein wöchentliches Digitalcafé für über 60-Jährige läuft bereits – immer donnerstags bis Ende 2026, mit niedrigschwelliger Unterstützung für mobile Geräte.
Nachwuchs fördern: MINT und Medienfestivals
Doch die Initiativen richten sich nicht nur an die ältere Generation. Auch bei Kindern und Jugendlichen soll früh das Interesse an Technik geweckt werden.
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Am 16. Juni 2026 veranstaltete das Fröbel-Kita-Netzwerk in Köln ein großes MINT-Event. Über 400 Kinder experimentierten zu den Themen Gesundheit und Technologie. Anfang Juni tagte zudem das Netzwerk der MINT-Schulen Schleswig-Holstein an der TH Lübeck, um neue Mitgliedsschulen zu zertifizieren und über digitale Talentförderung zu diskutieren.
Ein Highlight war das 31. Neubrandenburger Jugendmedienfestival vom 10. bis 12. Juni. Ausgezeichnet wurden kreative Radio- und Videoproduktionen – die Spitzenpreise gingen an Projekte aus Zinnowitz, Rostock und Neubrandenburg.
Am 27. Juni steht das vierte Medienfestival des Landkreises Harburg an. Dort werden die Ergebnisse des Wettbewerbs „Click Cut Code" präsentiert. Workshops zu Spieleentwicklung und virtueller Realität sollen zeigen: Digitale Bildung kann auch richtig Spaß machen.
