Digitale, Kluft

Digitale Kluft: 30% der Schüler ohne Internetzugang

29.05.2026 - 03:15:45 | boerse-global.de

Bildungsministerien und Hochschulen weltweit forcieren KI im Unterricht. Indien startet neue Studiengänge, die EU investiert Millionen in digitale Bildung.

Digitale Kluft: 30% der Schüler ohne Internetzugang - Foto: über boerse-global.de
Digitale Kluft: 30% der Schüler ohne Internetzugang - Foto: über boerse-global.de

Auf der XXIX. Konferenz der ibero-amerikanischen Bildungsminister in Barcelona am 28. Mai 2026 stand die wachsende digitale Kluft im Fokus: Rund 30 Prozent der Schüler in benachteiligten Regionen haben weiterhin keinen ausreichenden Internetzugang. Die Zahlen sind alarmierend – internationale Bildungsprogramme schrumpften um 21 Prozent, die globalen Bildungsausgaben fielen von fünf auf drei Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts. Die Minister forderten deshalb gemeinsame Strategien für den Einsatz von KI an Schulen und in der Berufsbildung.

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Neue Studiengänge für die digitale Zukunft

Indische Hochschulen gehen mit gutem Beispiel voran. Das IIM Mumbai hat die Bewerbungsphase für seinen vierjährigen Bachelorstudiengang „Digital Science and Business Management" eröffnet. Der Jahrgang 2026–2030 startet Ende August mit 70 Studierenden. Bewerbungsschluss ist der 15. Juni 2026, die Auswahlgespräche folgen Ende Juni und Anfang Juli. Zugangsvoraussetzung sind die Ergebnisse des JEE Main 2026.

Das IIT Mandi setzt auf ein KI-Nebenfach mit 24 Credit Points – entwickelt gemeinsam mit Imarticus Learning und der National Skill Development Corporation (NSDC). Das sieben Semester umfassende Curriculum deckt maschinelles Lernen, natürliche Sprachverarbeitung und Computer Vision ab. Partnerhochschulen wie die IIMT Group of Colleges und die Lamrin Tech University bieten das Programm an, um den Zugang zu technischen Qualifikationen zu verbreitern.

Auch im Bereich Digital Marketing entstehen neue Angebote. Die Plattform Knowcrunch hat einen E-Learning-Kurs zu Grundlagen wie Marketing-Mix und Customer Journey gestartet. Die Gehaltsperspektiven sind attraktiv: Strategische Planer in den USA verdienen auf Senior-Ebene bis zu 160.000 Dollar, in Westeuropa sind bis zu 110.000 Euro drin.

Industrie und Hochschulen – Partnerschaften für die Praxis

Technologiekonzerne arbeiten zunehmend mit Bildungseinrichtungen zusammen. Die D Y Patil International University (DYPIU) hat eine Kooperation mit Dassault Systèmes unterzeichnet. Geplant ist ein „Digital Engineering and Digital Manufacturing Experience Centre" mit Laboren für virtuelle Zwillinge, Simulation und intelligente Produktionssysteme. Ein dreijähriges Trainingsprogramm bereitet die Dozenten auf den Betrieb vor.

In Thailand läuft das AWS ThaksaAI-Projekt – eine Zusammenarbeit von Amazon Web Services mit lokalen Partnern. Seit 2024 wurden 23.000 Studierende und 1.000 Lehrkräfte geschult. Jetzt folgt der landesweite Ausbau. In Vietnam hat die Vietnam National University Hanoi drei Open-Access-Bücher zur KI-Kompetenz veröffentlicht, entwickelt mit Unterstützung von Meta. Die Bände behandeln KI-Anwendungen in Forschung und Berufspraxis.

EU investiert Millionen in digitale Bildung

Öffentliche Gelder treiben die digitale Transformation ebenfalls voran. Jamaika erhielt am 21. Mai 2026 eine Tranche von 613,5 Millionen Euro von der Europäischen Union – Teil des 1,7 Milliarden Euro schweren Programms „Digital Jamaica". Ziel ist der Breitbandausbau an Schulen und die Digitalisierung kleiner und mittlerer Unternehmen.

Das Digital4Business-Programm, ebenfalls von der EU kofinanziert, hat die Bewerbungsphase für 400 vollfinanzierte Plätze gestartet. Der Kurs beginnt im September 2026. Beteiligt sind unter anderem das National College of Ireland und die Universität Bologna. Bereits im Frühjahr 2026 nahmen über 600 Teilnehmer an dem Programm teil.

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KI für alle – kostenlose Kurse und neue Zertifikate

88 Prozent aller Organisationen weltweit setzen laut aktuellen Daten bereits auf KI. Das MIT Open Learning hat deshalb am 12. Mai 2026 die Initiative „Universal AI" gestartet. Der kostenlose Grundlagenkurs in Programmierung und maschinellem Lernen richtet sich an Nicht-Programmierer. Fortgeschrittene Module sollen im Herbst 2026 folgen.

Auch die IT-Sicherheitszertifizierung wird neu aufgestellt. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) kündigte an, dass die Zertifizierung für Grundschutz++ (ISO 27001) ab dem 1. Januar 2027 verfügbar sein wird. Spezielle Schulungen für Berater starten bereits am 1. November 2026.

Lokale Angebote: Berliner Volkshochschule mit KI-Flatrate

Auch vor Ort tut sich etwas. Die Berliner Volkshochschulen (VHS) bieten vom 1. bis 31. Juli 2026 ein „Summer Flat" an: Für eine Pauschale erhalten Teilnehmer Zugang zu Kursen über KI und digitales Storytelling. In Wiesbaden starten Anfang Juni 2026 Workshops, die zeigen, wie sich KI-Tools für die Webentwicklung nutzen lassen. Und in Frankfurt hat das Museum für Kommunikation die Ausstellung „20+1" eröffnet. Sie zeigt Experteneinblicke in die Zukunft der KI – basierend auf öffentlichen Ideenforen aus dem Herbst 2025 und März 2026.

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