Digitale, Identität

Digitale Identität: Vietnam startet Rabatt-Programm ab 15. August

Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 04:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Neue Vorschriften für Vietnams Serviceportal treten in Kraft. Bürger müssen sich authentifizieren und haften für Angaben.

Vietnam verschärft Regeln für digitales Serviceportal
Stilisierte digitale Oberfläche mit vietnamesischem Text und Symbolen, die vernetzte Regierungsdienste und Bürgerdaten darstellt. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Seit heute gelten verschärfte Vorschriften für das nationale Serviceportal Vietnams – ein weiterer Schritt in Richtung vollständig digitalisierter Verwaltung.

Die Entscheidung Nr. 29/2026/QD-TTg, bereits am 4. Juni vom Premierminister erlassen, löst die bisherige Regelung aus dem Jahr 2021 ab. Sie definiert erstmals umfassend die Rechte und Pflichten von Bürgern und Unternehmen bei der Nutzung des Portals. Wer den Dienst nutzt, muss sich künftig authentifizieren und haftet rechtlich für die von ihm gemachten Angaben.

Digitale Verwaltung auf dem Vormarsch

Das Portal bündelt künftig nicht nur Verwaltungsverfahren und öffentliche Dienstleistungen. Auch Finanzdaten wie Staatskassenkonten und Zahlungsverpflichtungen werden integriert – die Basis für elektronische Bezahlvorgänge und digitale Bescheide.

Vietnam reiht sich damit in eine globale Bewegung ein. Auch Deutschland baut seine „Sozialplattform" zu einem nationalen digitalen Wohlfahrtsportal aus. Das System soll vollständig digitale Anträge auf Sozialleistungen ermöglichen – gekoppelt an die nationale Identifikation und den künftigen EU-weiten Digital Identity Wallet (EUDI). Ein Expertengremium begleitet den Prozess voraussichtlich bis Ende 2027.

Prämien für digitale Bürger

Parallel dazu startet Vietnam ein Anreizprogramm für die Nutzung digitaler Identitäten. Ab dem 15. August 2026 profitieren Bürger, die fünf Basisdokumente in die VNeID-App integrieren, von Gebührenbefreiungen und -ermäßigungen.

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Das bis Februar 2027 laufende Programm umfasst:

  • Komplette Befreiung von Kfz-Zulassungs- und Kennzeichengebühren
  • Wegfall der Kosten für die Neuausstellung von Personalausweisen
  • 10 Prozent Ermäßigung bei Grundsteuern
  • 50 bis 100 Prozent Rabatt auf Zulassungsgebühren für Autos und Motorräder

Besonders profitieren sollen ältere Menschen, Behinderte und ethnische Minderheiten. Die Polizeibehörden der Provinzen müssen ihre konkreten Aktionspläne bis zum 25. Juli vorlegen.

Indien als Vorbild

Indien treibt die Digitalisierung noch ambitionierter voran: Das nationale Einheitssystem (NSWS) bietet Zugang zu 686 zentralen und fast 7.500 regionalen Genehmigungen. Über 138 Crore Aadhaar-Identitäten (rund 1,38 Milliarden) wurden bereits ausgestellt, mehr als 800 Crore Dokumente digital ausgegeben.

Gesundheitsdaten und Datenschutz

Auch im Gesundheitssektor schreitet die Digitalisierung voran. In St. Kitts und Nevis läuft bis 2030 die Einführung eines nationalen Gesundheitsinformationssystems, das bereits 51.000 Bürger in 15 Einrichtungen versorgt.

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In Vietnam arbeitet das Ministerium für öffentliche Sicherheit derweil an einem Gesetz zur elektronischen Identifikation. Elektronische Ausweise sollen künftig dieselbe Rechtsgültigkeit haben wie physische Dokumente. Die Nutzung gefälschter biometrischer Daten oder illegale Datensammlungen werden verboten. Auch Indien hat 2025 einen Entwurf für Datenschutzregeln vorgelegt – ein klares Signal, dass digitale Verwaltung nur mit robustem Datenschutz funktioniert.

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