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Digitale Identität: 120.000 Österreicher müssen ab August umsteigen

Veröffentlicht am: 05.08.2026 um 06:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Seit 3. August 2026 sind alte Papierausweise für EU-Reisen unzulässig. Rund 120.000 Österreicher müssen auf die neue eID-Karte mit Chip umsteigen.

Österreich: Alte Papierausweise für EU-Reisen ab August 2026 ungültig
Eine Person hält ein Smartphone mit einer sicheren digitalen Behördendienst-Schnittstelle zur Identitätsprüfung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Seit dem 3. August 2026 sind Papierausweise ohne Chip oder Biometrie-Merkmale für Reisen innerhalb der EU nicht mehr gültig. Rund 120.000 Österreicher sind von der Regelung betroffen – doch der Staat hilft beim Umstieg auf die digitale Identität.

Digitale Identität wird Pflicht

Die Umstellung betrifft nicht nur den Grenzübertritt. Wer künftig FinanzOnline oder andere elektronische Behördendienste nutzen möchte, kommt an ID Austria nicht mehr vorbei. Die Behörden reagieren mit einem umfangreichen Serviceangebot: Am 3. August machte die ID-Austria-Servicetour in Bludenz Station, um Bürger direkt vor Ort bei der Aktivierung ihrer digitalen Identität zu unterstützen.

Die Registrierung ist unkompliziert: Benötigt werden ein gültiger Reisepass oder Personalausweis sowie ein Smartphone. Die Aktivierung bei der Bezirkshauptmannschaft Bludenz ist kostenlos – ein wichtiger Schritt, um die digitale Verwaltung für alle zugänglich zu machen.

EU-Verordnung zwingt zum Handeln

Hintergrund der Umstellung ist die EU-Verordnung 2019/1157, die höhere Sicherheitsstandards für Ausweisdokumente vorschreibt. Wer noch einen alten Papierausweis besitzt, muss nun auf die neue eID-Karte mit Chip umsteigen. Um den Wechsel zu erleichtern, verzichtet der Staat bis zum 31. Oktober 2026 auf die Express-Gebühr von 61 Euro.

Fluggesellschaften und Grenzbehörden haben bereits angekündigt, Reisende mit veralteten Dokumenten konsequent abzuweisen. Die Regelung betrifft auch Drittstaatsangehörige mit älteren Familienangehörigen-Aufenthaltskarten.

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Hilfe für Senioren und digitale Neueinsteiger

Der Pensionistenverband Österreichs (PVÖ) hat gemeinsam mit dem Bundeskanzleramt eigene Aktionstage ins Leben gerufen, um älteren Menschen den Einstieg in die digitale Verwaltung zu erleichtern. Der Bedarf ist enorm: Alle Registrierungstermine im Juni waren innerhalb kürzester Zeit ausgebucht.

Wer keine österreichische Staatsbürgerschaft besitzt, muss sich für die Registrierung an die Landespolizeidirektion oder das Finanzamt wenden. Zusätzlich bietet die Plattform fit4internet mit dem neuen DigComp 3.0 AT einen Lernrahmen mit über 600 Lernergebnissen und 700 Kompetenzaussagen – entwickelt, um digitale Fähigkeiten für den Alltag zu vermitteln.

Europas digitale Zukunft nimmt Gestalt an

Die Bundesregierung treibt parallel die Einführung der EU Digital Identity (EUDI) Wallet voran. Ab dem 2. Januar 2027 sollen erste Funktionen wie die digitale Identifizierung (PID) und elektronische Attributsbescheinigungen – etwa der digitale Führerschein – verfügbar sein. Eine vollwertige digitale Alternative zur e-card wird für Dezember 2028 erwartet.

Auch die Nachbarländer ziehen nach: In Deutschland plant die Regierung unter Kanzler Friedrich Merz ein verpflichtendes „Bürgerkonto" für 84 Millionen Einwohner. Die bestehende BundID soll dabei zu einer einheitlichen GermanyID weiterentwickelt werden.

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Digitalisierung hat ihren Preis

Ökonomen weisen jedoch auf einen weniger beachteten Aspekt hin: Während die Digitalisierung die Effizienz der Behörden steigert, verlagert sie Zeit- und Kostenaufwand zunehmend auf die Bürger. Längere Online-Formulare und Wartezeiten sind die Kehrseite der internen Effizienzgewinne. Experten fordern deshalb, diese gesellschaftlichen Zusatzkosten systematisch zu erfassen und in künftige Evaluierungen digitaler Verwaltungsprojekte einzubeziehen.

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