Digitale, Erschöpfung

Digitale Erschöpfung: 51% sehen Social Media als echte Arbeit

Veröffentlicht: 15.07.2026 um 04:40 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Studien belegen zunehmende Erschöpfung durch digitale Dauerbelastung und innerfamiliären Stress. Experten raten zu frühzeitiger Prävention.

Burnout-Risiko steigt: Soziale Medien und Familie als Belastungsfaktoren
Eine Hand hält ein Smartphone mit einem verzerrten Social-Media-Feed, verschwommener Hintergrund eines modernen Wohnraums. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Aktuelle Studien zeigen: Immer mehr Menschen leiden unter Erschöpfung durch soziale Medien, familiären Stress und digitale Dauerbelastung.

Digitale Erschöpfung: Social Media als zweiter Job

Die Nutzung sozialer Netzwerke wird für viele zur Belastung. Eine Umfrage des Dienstleisters Incogni unter 1.000 Erwachsenen zeigt: 55 Prozent posten seltener als noch vor fünf Jahren. Noch alarmierender: 51 Prozent empfinden ihre Online-Aktivitäten mittlerweile als Arbeit. Bei der Gen Z sind es sogar 60 Prozent.

Die Konsequenz ist drastisch: 47 Prozent haben bereits Apps gelöscht, weil sie Stress und Angst auslösen. Hauptgrund für den Rückzug ist für 44 Prozent die politische Polarisierung in den Netzwerken.

Forscher des Deutschen Zentrums für Psychische Gesundheit (DZPG) warnen vor passiver und nächtlicher Nutzung. Diese schade dem Schlaf, dem Selbstwertgefühl und der psychischen Gesundheit. Warnsignale sind Kontrollverlust, Stimmungsverschlechterung und chronische Schlafprobleme.

Wenn die Familie krank macht

Psychische Belastungen springen von Mensch zu Mensch. Das Phänomen des sekundären traumatischen Stresses zeigt: Leiden Familienmitglieder, leiden alle mit. Eine Studie aus dem Jahr 2025 belegte, dass über ein Drittel der Angehörigen von medizinischem Personal selbst Symptome entwickeln.

Fachleute sprechen vom Spillover- und Crossover-Effekt: Erschöpfung zirkuliert innerhalb eines Haushalts. Besonders riskant sind narzisstische Verhaltensweisen im Umfeld. Manipulationstechniken wie Gaslighting oder emotionale Kälte erhöhen das Burnout-Risiko massiv. Als Prävention raten Experten zur Dokumentation von Vorfällen und externer Beratung.

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Burnout ist keine Krankheit – aber gefährlich

Mediziner betonen zunehmend: Burnout ist keine eigenständige Erkrankung, sondern eine körperliche Reaktion auf chronischen Stress. Die Ärztin Claire Ashley erklärt, dass fehlende Einsicht oft Teil des Prozesses sei. Der Körper schalte bei Dauerüberforderung auf Schutzmodus.

Abzugrenzen ist Burnout von ME/CFS (Myalgische Enzephalomyelitis/Chronic Fatigue Syndrome). In Österreich hat sich die Zahl der Betroffenen nach der Pandemie auf rund 80.000 verdreifacht. Das Hauptsymptom: Post-Exertional Malaise (PEM) – eine massive Verschlechterung nach geringer Belastung. Fachärzte warnen: Herkömmliche Reaktivierungsmaßnahmen können bei ME/CFS zu dauerhaften Verschlechterungen führen. Stattdessen empfehlen sie Pacing – das konsequente Einhalten der eigenen Belastungsgrenzen.

Prävention: Was wirklich hilft

Zur Bewältigung von Erschöpfungszuständen setzen Experten auf mehrere Strategien:

Digitale Hygiene: Das DZPG rät, Handys aus Schlafzimmern zu verbannen, den Newsfeed zu bereinigen und feste Offline-Zeiten einzuplanen.

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Körperliche Unterstützung: Bei funktioneller Nebennierenerschöpfung helfen Schlafregulation und gezielte Ernährung.

Regenerative Formate: Spezielle Retreats kombinieren Yoga, Meditation und Techniken zur Beruhigung des Nervensystems.

Entscheidend ist die frühzeitige Intervention. Während am Arbeitsplatz Gefährdungsbeurteilungen für psychische Belastungen gesetzlich verankert sind, bleibt die Prävention im Privaten Eigenverantwortung. Wer emotionale Erschöpfung oder soziale Distanzierung bemerkt, sollte Warnsignale ernst nehmen und Hilfe suchen.

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