Digitale Entschleunigung: Über 65-Jährige suchen Auszeit doppelt so oft
Veröffentlicht am: 16.08.2026 um 10:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die ständige Erreichbarkeit und der kontinuierliche Konsum digitaler Medien entwickeln sich für einen signifikanten Teil der Bevölkerung zunehmend zu einer Belastung, die auch vor der Ferienzeit nicht haltmacht.
Aktuelle Erhebungen von Bitkom Research aus Mitte August 2026 verdeutlichen diesen Trend zur sogenannten digitalen Entschleunigung. Demnach planen 22 % der Sommerurlauber in Deutschland, während ihrer Reise bewusst auf digitale Medien zu verzichten und ein sogenanntes Digital Detox umzusetzen.
Differenzierte Planung der digitalen Auszeit
Der Verzicht auf Smartphone, Tablet und Laptop wird von den Reisenden sehr unterschiedlich gestaltet. Laut den Ergebnissen von Bitkom Research vom 14. August 2026 ist die Mehrheit derer, die eine Auszeit planen, eher zurückhaltend bei der Dauer: 13 % der Befragten beabsichtigen, lediglich einen Tag auf digitale Geräte zu verzichten.
Weitere 5 % planen diesen Schritt für mehrere Tage ein, während 3 % der Urlauber eine volle Woche ohne digitale Medien verbringen möchten. Lediglich 1 % der Befragten plant einen Verzicht, der über eine Woche hinausgeht.
Über alle Teilnehmer hinweg, die eine digitale Auszeit in Betracht ziehen, ergibt sich eine durchschnittlich geplante Dauer von 3 Tagen. Dieser Verzicht konzentriert sich inhaltlich vor allem auf zwei Bereiche: Die Befragten gaben an, im Urlaub insbesondere auf die Nutzung von Social-Media-Plattformen sowie auf Videostreaming-Dienste verzichten zu wollen.
Demografische Unterschiede bei der Entschleunigung
Interessante Einblicke liefert die Untersuchung hinsichtlich der demografischen Verteilung. Entgegen der häufigen Annahme, dass vor allem jüngere Generationen eine digitale Pause suchen, zeigen die Daten von Bitkom Research ein anderes Bild.
Bei den 16- bis 29-Jährigen planen lediglich 17 % eine digitale Auszeit, wobei die geplante Dauer hier im Durchschnitt bei 2 Tagen liegt. Im Gegensatz dazu zeigen die über 65-Jährigen ein deutlich höheres Bedürfnis nach Entspannung von digitalen Einflüssen: In dieser Altersgruppe planen 32 % einen Digital Detox mit einer durchschnittlichen Dauer von 3 Tagen.
Wer sich mit der digitalen Entschleunigung befasst, sucht oft nach Wegen, das Hamsterrad des Alltags dauerhaft zu verlassen. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen 5 Sofortmaßnahmen für mehr Ausgeglichenheit und eine bessere Balance zwischen Beruf und Freizeit. Mehr Zeit für Freizeit und Erholung sichern
Auch zwischen den Geschlechtern lassen sich Nuancen feststellen. Während 22 % der Männer eine digitale Auszeit planen und dabei im Schnitt 3 Tage anstreben, liegt der Anteil bei den Frauen mit 23 % geringfügig höher.
Allerdings fällt die geplante Dauer bei Frauen mit durchschnittlich 2 Tagen etwas kürzer aus als bei ihren männlichen Mitreisenden. Die zugrunde liegende Umfrage basiert auf den Angaben von 1004 Befragten, von denen 638 angaben, in diesem Jahr einen Sommerurlaub zu absolvieren.
Empfehlungen zur praktischen Umsetzung
Um den Übergang in eine medienreduzierte Urlaubsphase erfolgreich zu gestalten, rücken Experten spezifische Strategien in den Fokus. Die Expertin Daniela Holsboer empfiehlt in diesem Zusammenhang verschiedene Ansätze, um den Druck der ständigen Verfügbarkeit zu mindern. Ein zentraler Punkt sei das sogenannte digitale Intervallfasten, bei dem feste Zeiten definiert werden, in denen das Smartphone bewusst nicht genutzt wird.
Der Wunsch nach weniger digitalem Stress lässt sich durch gezielte Übungen zur Achtsamkeit auch über die Urlaubszeit hinaus im Alltag verankern. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Leitfaden, wie beruflicher Erfolg und persönliches Glück durch einfache Techniken kein Widerspruch mehr sein müssen. Kostenlosen Leitfaden für mehr Ausgeglichenheit herunterladen
Darüber hinaus rät die Expertin dazu, die Anzahl der produzierten Fotos zu reduzieren, um den Moment unmittelbarer zu erleben, statt ihn primär durch eine Linse zu betrachten. Zur langfristigen Etablierung solcher Pausen könnten zudem Mini-Routinen beitragen, die dabei helfen, den Griff zum Gerät in typischen Situationen zu unterbinden.
Ziel dieser Maßnahmen ist es, die Qualität der Erholung zu steigern und die Aufmerksamkeit wieder stärker auf die unmittelbare Umgebung und das soziale Miteinander im Urlaub zu lenken.
