Digitale Botschafter: Neuwied sucht Seniorenhelfer bis 5. Juli
04.06.2026 - 03:09:54 | boerse-global.deDer Landkreis Neuwied startet eine neue Initiative zur Unterstützung älterer Menschen im Umgang mit Smartphone, Tablet und Internet. Gesucht werden ehrenamtliche „Digitale Botschafter", die Seniorinnen und Senioren praktische Hilfe im digitalen Alltag bieten sollen.
Hilfe zur Selbsthilfe im digitalen Zeitalter
Das Projekt ist Teil einer landesweiten Kampagne des rheinland-pfälzischen Ministeriums für Soziales und Digitalisierung sowie der Medienanstalt Rheinland-Pfalz (Medienanstalt RLP). Seit dem Start im Jahr 2018 wurden bereits knapp 700 digitale Botschafter ausgebildet. Die aktuell gesuchten Freiwilligen sollen in den Gemeinden Asbach, Bad Hönningen, Dierdorf, Linz, Rengsdorf-Waldbreitbach und Unkel als lokale Ansprechpartner fungieren.
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Das Prinzip: Senioren helfen Senioren. Durch die Vermittlung auf Augenhöhe sollen Berührungsängste abgebaut und die digitale Teilhabe gestärkt werden.
Bewerbungsfrist und Ausbildung
Interessierte können sich bis zum 5. Juli 2026 bewerben. Anschließend startet am 14. Juli 2026 ein umfassender Online-Qualifikationskurs. Die Schulung umfasst eine Einführungssitzung sowie mehrere Spezialmodule, die bis Ende Juli stattfinden. Die Inhalte reichen von grundlegenden Geräteeinstellungen über Online-Kommunikation bis hin zur digitalen Sicherheit.
Die Teilnahme an der Ausbildung ist kostenlos – ein bewusster Anreiz für bürgerschaftliches Engagement.
Digitalisierung als Querschnittsthema
Die Suche nach digitalen Botschaftern ist nur eine von mehreren Medienkompetenz-Initiative im Landkreis. Bereits Ende Mai 2024 hatte die Stadt Neuwied mit einem Schulwettbewerb zum Thema Cybermobbing auf sich aufmerksam gemacht. Rund 25 Klassen beteiligten sich an dem Quiz. Die Siegerklassen der Kunostein-Grundschule Engers und der Friedrich-Ebert-Grundschule erhielten Preisgelder, gesponsert von lokalen Versorgern und Banken.
Bei einer Regionalveranstaltung am 30. Mai 2026 im Heinrich-Haus Neuwied betonten Wissenschaftler zudem die Bedeutung unterstützter Kommunikation als Grundrecht auf Teilhabe. Der Fokus auf digitale Zugänge und Kommunikation fügt sich nahtlos in die aktuellen Bemühungen des Kreises ein, die digitale Kluft zwischen den Generationen zu überbrücken.
Bundesweiter Trend zur Seniorenförderung
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Die Neuwieder Initiative steht nicht allein. In ganz Deutschland professionalisieren Kreise und Gemeinden ihre Angebote für ältere Menschen:
- Rosbach v. d. Höhe: Digitale Helfer bieten offene Gruppentreffen im Juni und Juli 2026 an.
- Visselhövede: Ein spezieller Smartphone-Kurs für Senioren startet am 15. Juni 2026, gefördert durch das EU-Programm DigiLand.
- Heilbronn: Das städtische Seniorenbüro informiert am bundesweiten Digitaltag (26. Juni 2026) über die elektronische Patientenakte und Künstliche Intelligenz im Alltag.
Parallel dazu setzen die Länder auf den Ausbau der digitalen Infrastruktur. Schleswig-Holstein etwa vermeldete Anfang Juni den Abschluss seines Projekts zur Glasfaseranbindung aller rund 800 öffentlichen Schulen – ein deutliches Signal, dass Digitalisierung sowohl Infrastruktur als auch soziale Begleitung braucht.
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