Digitale, Ausgrenzung

Digitale Ausgrenzung: 54 Studien zeigen Sterblichkeitsrisiko von 26%

08.06.2026 - 02:04:22 | boerse-global.de

Studien belegen massive gesundheitliche Risiken durch digitale Ausgrenzung von Senioren. Weltweit entstehen Projekte für mehr Inklusion.

Digitale Teilhabe: Kampf gegen die Isolation älterer Menschen
Digitale - Seniors and younger adults collaboratively learning digital skills using tablets and laptops in a bright, modern classroom. 08.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Immer mehr Studien und Programme zeigen: Die digitale Einbindung älterer Menschen wird zur gesellschaftlichen Schlüsselaufgabe. Von systematischen Forschungsarbeiten bis zu Unternehmensinitiativen in Indien – Organisationen weltweit fordern digitale Teilhabe als Grundrecht und treiben den Kampf gegen die soziale Isolation älterer Generationen voran.

Die dreifache Ausgrenzung: Wenn Digitalisierung zum Risiko wird

Eine umfassende Analyse von 54 Studien, veröffentlicht am 7. Juni 2026, zeichnet ein alarmierendes Bild. Die Forscher sprechen von einer „dreifachen Ausgrenzung" älterer Menschen ohne digitalen Zugang. Bis 2050 wird die Zahl der über 60-Jährigen weltweit auf zwei Milliarden anwachsen. Besonders dramatisch ist die Lage im ländlichen Indien: Dort sind 91 Prozent der Senioren von der digitalen Welt ausgeschlossen. Die Studienautoren fordern daher, digitale Inklusion als grundlegendes soziales Recht anzuerkennen.

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Die gesundheitlichen Folgen dieser Ausgrenzung sind enorm. Eine Untersuchung der Universität Kalifornien in Los Angeles (UCLA) vom 6. Juni 2026 zeigt: In den USA, wo bis 2030 rund 74 Millionen Menschen über 65 Jahre alt sein werden, steigt die Sterblichkeit durch soziale Isolation um 26 Prozent. Rund ein Viertel der amerikanischen Senioren ist betroffen – mit Kosten von umgerechnet rund 6,2 Milliarden Euro für das Gesundheitssystem. Programme wie „Virtual TimeOut@UCLA" setzen gezielt auf generationenübergreifende Begegnungen, besonders für Menschen mit Demenz, deren Zahl bis 2060 auf 14 Millionen Fälle steigen dürfte.

Neue Wohnmodelle: Wenn Generationen unter einem Dach leben

Pionierprojekte zeigen, wie das Zusammenleben der Generationen gelingen kann. In Boca Raton, Florida, erhielt ein Wohncampus kürzlich eine Auszeichnung für sein Modell, das Seniorenresidenzen mit Schulen und Gemeindezentren verbindet. Ähnliche Konzepte entstehen auch in Kansas, wo Jung und Alt unter einem Dach leben.

Besonders erfolgreich ist das Projekt „Jung trifft alt" im westfälischen Steinhagen-Amshausen. Seit fünf Jahren besuchen Grundschüler jeden Mittwoch eine Tagespflegeeinrichtung, während die Senioren freitags in den Kindergarten kommen. Die Nachfrage ist riesig. „Die Kinder entwickeln ein völlig neues Verständnis für Demenz und zeigen bemerkenswerte Empathie", berichten die Organisatoren.

Reverse Mentoring: Wenn Azubis Chefs schulen

Die Wirtschaft entdeckt das generationenübergreifende Lernen für sich. In Indien setzen Konzerne wie Axis AMC, Capgemini und die Hinduja-Gruppe auf „Reverse Mentoring": Jüngere Mitarbeiter schulen ältere Kollegen im Umgang mit Künstlicher Intelligenz und digitalen Plattformen. Laut aktuellen Daten lernen 85 Prozent der indischen Arbeitnehmer von anderen Generationen im Job.

Auch in Deutschland wächst das Angebot:
- Meerbusch: Am 12. Juni 2026 finden zwei LinkedIn-Workshops statt – für kleine Unternehmen und Studenten
- Regensburg: Das Projekt „MuT-Partner" startet im Juni eine Serie von Smartphone- und Tabletkursen in sechs Gemeinden
- Nordrhein-Westfalen: Am 9. Juni 2026 bietet ein Online-Sicherheitstag Senioren und Unternehmern Schulungen zu Phishing-Schutz und IT-Sicherheitsgesetzen

In Campo Grande, Brasilien, bieten die Organisation SAS und die Universität der Reife kostenlose Workshops zu Smartphone-Nutzung, sozialen Netzwerken und Schutz vor Online-Betrug an.

Die Silber-Ökonomie: Regierungen entdecken das Potenzial

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Immer mehr Regierungen sehen in der alternden Bevölkerung eine wirtschaftliche Chance. Die Philippinen haben kürzlich eine „Silver Economy" ausgerufen und eine Innovationsgalerie für altersgerechte Technologien eröffnet.

In Kanada läuft bis zum 14. Juli 2026 das Förderprogramm „New Horizons for Seniors". Es unterstützt Gemeinschaftsprojekte mit Zuschüssen von bis zu 50.000 kanadischen Dollar (rund 34.000 Euro) für soziale Integration, gesundes Altern und digitale Bildung.

Umwelt- und Sozialprojekte verbinden sich zunehmend mit Senioreninitiativen. In Steinhagen sammelt eine Schulaktion die schätzungsweise 167 Millionen ungenutzten Handys in deutschen Haushalten. Höhepunkt ist eine Sammelaktion am 14. Juni 2026 auf einem Umweltmarkt, deren Erlös wohltätigen Zwecken zugutekommt. Ein „Repair Café" in Wissen am 10. Juni 2026 hilft zudem beim Reparieren defekter Geräte – Nachhaltigkeit trifft auf Gemeinschaftssinn.

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