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Digitale Ausbildung: Militärsimulation wächst 11,8% jährlich bis 2033

10.06.2026 - 13:11:36 | boerse-global.de

Die Marine setzt auf hybride Lernmethoden mit AR/VR und modernisiert die Kommunikationstechnik ihrer Fregatten.

Marine digitalisiert Ausbildung: Partnerschaft mit Rolls-Royce Power Systems
Digitale - Ein deutscher Marine-Techniker in Uniform, der mit einer holographischen Projektion eines Motors in einem modernen Trainingsraum interagiert. 10.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Marine treibt die Digitalisierung ihrer technischen Ausbildung voran – und setzt dabei auf eine Partnerschaft mit Rolls-Royce Power Systems.

An der Marinetechnikschule (MTS) in Parow lernen Schiffsmechaniker künftig an einer Kombination aus realer Hardware und immersiver Technik. Seit März 2026 steht dort ein 20-Zylinder-Motor der mtu-Baureihe 4000 für Ausbildungszwecke bereit. Konkret handelt es sich um ein Kaltmodell des Typs mtu 20V 4000 M53B, das als Grundlage für einen digitalisierten Lehrplan dient.

Hybrides Lernen: AR und VR im Klassenzimmer

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Das Programm verbindet den physischen Trainingsmotor mit Augmented Reality (AR) und Virtual Reality (VR). Dieser hybride Ansatz erlaubt es den Ausbildern, Wartungsabläufe, Diagnoseaufgaben und komplexe Fehlerszenarien zu simulieren – Situationen, die auf einem echten Schiff nur schwer oder unter Gefahr nachzustellen wären.

Hauptziel der Initiative: Die Soldaten sollen fit für den Einsatz auf den F125-Fregatten der Baden-Württemberg-Klasse gemacht werden. Kein Wunder also, dass die Marine hier auf modernste Methoden setzt – die hochautomatisierten Schiffe stellen besondere Anforderungen an die Techniker.

Digitale Funktechnik für die Fregatte Hessen

Die Modernisierung beschränkt sich nicht auf die Schule. Erst Anfang der Woche erhielt die Fregatte Hessen ein neues digitales Funkkommunikationssystem von Motorola Solutions. Die Plattform namens RESPOND (Real-time Shipboard Platform for Operational Naval Damage Control) ersetzt veraltete Anlagen.

Die Technologie ermöglicht die Echtzeit-Übertragung von Sprache, Bildern und Daten zwischen Schadensbekämpfungsteams und der Schiffsbesatzung – und das in einem Umkreis von bis zu 15 Kilometern. Umgesetzt wurde das Projekt im Auftrag des Bundesamts für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw).

Poseidon-Flotte wächst – Milliardeninvestition in Seefernaufklärung

Auch bei der maritimen Überwachung tut sich etwas. Die Marine baut derzeit ihre Boeing P-8A Poseidon-Fähigkeit auf. Drei der insgesamt acht bestellten Seefernaufklärer sind mittlerweile beim Marinefliegergeschwader 3 in Nordholz stationiert. Die erste Maschine war im November 2025 aus Seattle eingetroffen.

Der Gesamtauftragswert liegt bei 3,1 Milliarden Euro – nachdem die Bundesregierung die Bestellung im November 2023 von fünf auf acht Flugzeuge aufgestockt hatte. Die Auslieferung der restlichen fünf Einheiten soll bis 2029 abgeschlossen sein.

Milliardenmarkt Militärsimulation: 11,8 Prozent Wachstum pro Jahr

Der Trend zur digitalen Ausbildung spiegelt eine breitere Entwicklung im deutschen Verteidigungssektor wider. Marktforscher von Reliable Research prognostizieren dem heimischen Markt für militärische Simulation und virtuelles Training ein jährliches Wachstum von 11,8 Prozent zwischen 2026 und 2033. Grund dafür sind die zunehmende Komplexität moderner Kriegsführung und der gestiegene Fokus auf Einsatzbereitschaft.

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Andere Teilstreitkräfte ziehen nach: Die Panzerbrigade 21 „Lipperland" hat eine einjährige Testphase für eine digitale Munitionsverwaltungs-App abgeschlossen. Entwickelt wurde sie gemeinsam mit dem Cyber Innovation Hub der Bundeswehr. Die Anwendung läuft auf handelsüblichen Tablets und erlaubt die digitale Anforderung und Nachverfolgung von Munition – etwa von MELLS-Lenkwaffen – während des Gefechts.

3D-Simulationen für die maritime Sicherheitsausbildung

Unternehmen wie Mintra haben zudem 3D-Simulationsumgebungen für die maritime Sicherheitsausbildung auf Basis der Unreal Engine entwickelt. Eine Pilotstudie zeigte: 95 Prozent der Teilnehmer bewerteten die Simulationen als hilfreich, um komplexe Sicherheitsabläufe zu verstehen – etwa Unfalluntersuchungen oder Rettungseinsätze in geschlossenen Räumen. Und das ganz ohne spezielle VR-Brillen.

de | wissenschaft | 69513861 |