Digitale Abos: Deutsche geben 62 Euro monatlich aus
11.06.2026 - 10:24:27 | boerse-global.de
Laut der BearingPoint Submix-Studie 2026 sind die durchschnittlichen monatlichen Ausgaben auf 62 Euro gestiegen – ein Plus von sieben Euro im Vergleich zum Vorjahr. Die Studie mit 7.500 Teilnehmern aus Deutschland, Frankreich und Großbritannien zeigt dabei eine wachsende Kluft im Konsumverhalten.
Während die Deutschen tiefer in die Tasche greifen, sinken die Ausgaben in Frankreich auf durchschnittlich 41 Euro. Rund 19 Prozent der deutschen Haushalte geben mittlerweile mehr als 100 Euro monatlich für digitale Dienste aus.
Wandel im Abo-Markt
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Die Zusammensetzung des digitalen Abo-Marktes verändert sich grundlegend. Besonders Creator- und Social-Media-Inhalte legen zu: 28 Prozent der deutschen Verbraucher zahlen inzwischen für solche Angebote – ein Anstieg um fünf Prozentpunkte. Der Markt für digitale Presseabos schwächelt dagegen und fiel um fünf Punkte auf 14 Prozent.
Auch Gaming-Abos boomen und erreichen nun 25 Prozent des Marktes. Um die steigenden Kosten zu managen, haben 27 Prozent der Befragten andere Abos gekündigt, um Platz für neue zu schaffen. Gebündelte Angebote werden zur bevorzugten Strategie: 29 Prozent der Haushalte nutzen inzwischen Abo-Pakete, ein Plus von fünf Prozent.
Banken entdecken das Abo-Geschäft
Die ING steigt ebenfalls in diesen Markt ein. Am 10. Juni kündigte die niederländische Bank ein neues Abo-Modell an, das klassische Bank- und Versicherungsleistungen mit Streaming-Diensten kombiniert. Der Rollout in allen Märkten – darunter Deutschland, Spanien und Italien – ist bis Mitte 2027 geplant. Der Schritt gilt als Reaktion auf den wachsenden Druck durch Neobanken. Im ersten Quartal 2026 erzielte die ING Provisionserlöse von 1,24 Milliarden Euro, das entspricht 21 Prozent der Gesamteinnahmen.
Streaming-Markt bleibt hart umkämpft
Trotz veränderter Konsumgewohnheiten bleibt der Streaming-Sektor hochkompetitiv. In der letzten Mai-Woche erreichte Amazons Show „LOL: Last One Laughing“ ein Netto-Publikum von 2,704 Millionen Zuschauern. Bei den Nachrichten lag ntv mit digitalen Angeboten von 1,562 Millionen Zuschauern vorn.
Auch die Strategien der großen Plattformen verändern sich. Netflix – Ende 2025 mit 325 Millionen Abonnenten – ernannte Jay Hoag zum neuen Vorsitzenden. Jefferies bestätigte die Kaufempfehlung für die Aktie, senkte aber das Kursziel auf 110 Dollar. Zee Entertainment stellt die FIFA-Weltmeisterschaft 2026 ab dem 10. Juni hinter eine Bezahlschranke auf der Plattform ZEE5.
Glasfaser-Ausbau: Fortschritt mit Hürden
Die digitale Infrastruktur bleibt ein kritischer Faktor. Zwar unterzeichneten Bundesregierung und Telekommunikationsbranche am 8. Juni eine Absichtserklärung über Investitionen von 8,5 Milliarden Euro in den Glasfaserausbau – doch die Realität sieht anders aus. Nur 50 Prozent der Haushalte haben einen Glasfaseranschluss, lediglich 25 Prozent buchen ihn aktiv. Das Bundeskabinett verabschiedete daher am 10. Juni eine Reform des Telekommunikationsgesetzes (TKG), um den Ausbau bis in die einzelnen Wohnungen zu beschleunigen.
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Bereitschaft für KI und neue Technologien
Die Deutschen zeigen sich aufgeschlossen gegenüber neuen Technologien. Laut der BearingPoint-Studie sind 71 Prozent bereit, ihre Daten für KI-Anwendungen zur Verfügung zu stellen.
Auch alternatives Internet stößt auf Interesse: Eine Deloitte-Umfrage vom Frühjahr 2026 ergab, dass 39 Prozent der Befragten Satelliten-Internet nutzen würden. Große Telekommunikationsanbieter haben bereits Partnerschaften mit Starlink, AST SpaceMobile oder OQ Technology geschlossen. Allerdings äußern 48 Prozent der Verbraucher Bedenken hinsichtlich der technologischen Abhängigkeit von ausländischen Anbietern.
