Digitalbetrug, Internetnutzer

Digitalbetrug: 56 Prozent der Internetnutzer weltweit betroffen

02.07.2026 - 23:43:08 | boerse-global.de

Immer mehr Anleger fallen auf KI-generierte Promi-Werbung und Phishing herein. Die Polizei meldet Festnahmen und rät zur Vorsicht.

KI-Betrug: Polizei warnt vor Deep-Fake-Videos und neuen Maschen
Digitalbetrug - Eine Hand manipuliert ein digitales Interface, das ein Deepfake-Video eines Finanzberaters mit verzerrten Gesichtszügen zeigt. 02.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

In Oberbayern verlor ein 60-jähriger Anleger über 120.000 Euro. Er war auf ein KI-generiertes Deep-Fake-Video hereingefallen, in dem Prominente für Kryptowährungen warben. Die Täter lockten ihn mit kleinen Rückzahlungen, bis das Opfer immer größere Summen überwies.

Polizei fasst Geldabholer

Der Betrug flog auf, als die Täter Ende Juni eine Bargeldübergabe forderten. Bei dem Treffen nahm die Polizei Traunstein einen 16-jährigen Ukrainer fest – er fungierte als Geldabholer.

Auch in Neu-Ulm gelang ein Schlag: Dort wurde am 27. Juni ein 19-Jähriger festgenommen. Er hatte ein Opfer über Messenger-Dienste zu Investitionen in angebliche Rohstofffonds überredet.

56 Prozent der Internetnutzer betroffen

Die Zahlen sind alarmierend. Eine Kaspersky-Umfrage unter 7.200 Personen aus 18 Ländern zeigt: Im vergangenen Jahr waren 56 Prozent der Internetnutzer weltweit von Betrugsversuchen betroffen. In Deutschland liegt der Wert bei 39 Prozent.

Allein im ersten Quartal 2026 blockierten Sicherheitssysteme über 140 Millionen Phishing-Versuche. Besonders häufig: gehackte Social-Media-Konten, Datenlecks und Schadsoftware.

Experten beobachten zudem eine Zunahme von Identitätsdiebstahl bei Prominenten. TV-Mediziner Dr. Matthias Riedl warnte vor KI-generierten Bildern, die für den Verkauf gefälschter Medikamente genutzt werden. In Indien reichte Cricketstar Gautam Gambhir Klage gegen Deep-Fakes und gefälschte Fanartikel ein.

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Neue Maschen auf Kleinanzeigen-Portalen

Neben aufwendigen Deep-Fakes setzen Betrüger weiter auf soziale Manipulation. Die Polizei Braunschweig warnt vor einer aktuellen Masche auf Online-Verkaufsplattformen.

Die Täter fordern die E-Mail-Adresse der Verkäufer an und versenden gefälschte Zahlungsbestätigungen. Die enthaltenen Links führen zu Portalen, auf denen Opfer eine Überweisung per Push-TAN freigeben sollen – faktisch wird Geld vom eigenen Konto abgebucht.

Weitere Fälle aus ganz Deutschland:
- Im Landkreis Gotha verlor eine 73-Jährige rund 20.000 Euro durch Messenger-Betrug mit vorgetäuschten medizinischen Leistungen
- In Kaiserslautern wurde ein 32-Jähriger über eine Dating-App zu einer Trading-Investition von 2.500 Euro verleitet
- In Nienburg verlor eine Frau über 2.200 Euro an eine betrügerische Trading-Plattform und sollte weitere 39.000 Euro zahlen

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BaFin warnt vor dubiosen Plattformen

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat zum 1. Juli 2026 Warnungen vor den Plattformen ultimaglobal.net und primepockettraders.com herausgegeben. Beiden fehlt die erforderliche Erlaubnis für Finanzdienstleistungen.

Sicherheitsforscher von Bitdefender entdeckten zudem eine neue Ransomware-Kampagne gegen kleine Unternehmen. Die Täter versenden gefälschte E-Mails im Namen von Interpol mit Links zu verschlüsselten Archiven auf Cloud-Diensten.

Die Polizei rät: Bei ungewöhnlichen Geldforderungen über Messenger misstrauisch bleiben, keine Links in unaufgeforderten E-Mails anklicken und vor Investitionen die Zulassung von Finanzdienstleistern in der BaFin-Datenbank prüfen. Im Schadensfall sofort die Hausbank kontaktieren und Anzeige erstatten.

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