Digital Services Act: Bundesnetzagentur fordert eBay zu Nachbesserungen auf
Veröffentlicht: 06.07.2026 um 21:11 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Der Online-Marktplatz soll nun nachbessern.
Der Digitale Dienste Koordinator (DSC) der Bundesnetzagentur forderte eBay am heutigen Montag offiziell auf, die beanstandeten Mängel zu beheben. Im Fokus stehen drei zentrale Bereiche, in denen der Konzern gegen die Vorgaben des europäischen Digital Services Act (DSA) verstoßen haben soll.
Mängel bei Nutzerrechten und Händlertransparenz
Die Behörde kritisiert vor allem das Meldesystem für illegale Inhalte. Auf der Desktop-Version von eBay sei der sogenannte Notice-and-Action-Mechanismus nicht ausreichend nutzerfreundlich gestaltet. Verbraucher müssten illegale Angebote oder verdächtige Aktivitäten problemlos melden können – genau daran hapere es.
Ein weiterer Kritikpunkt: eBay begründe Maßnahmen gegen Nutzer – etwa die Sperrung von Konten oder das Löschen von Inhalten – nicht ausreichend. Der DSA schreibt jedoch vor, dass Plattformen solche Entscheidungen klar und detailliert erläutern müssen.
Zudem beanstandet die Bundesnetzagentur die mangelnde Rückverfolgbarkeit von gewerblichen Händlern. Die Informationen über professionelle Verkäufer seien nicht leicht zugänglich oder benutzerfreundlich aufbereitet. Das erschwere es Käufern, die Seriosität ihrer Geschäftspartner zu überprüfen.
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Grenzüberschreitende Zusammenarbeit der Aufsichtsbehörden
Der heutigen Aufforderung ging eine monatelange Untersuchung voraus. Bereits im Januar 2026 hatte der DSC ein Verfahren gegen eBay eingeleitet, um die Einhaltung der damals frisch in Kraft getretenen Digitalregeln zu prüfen.
Unterstützt wurde die deutsche Behörde dabei von der französischen Verbraucherschutz- und Betrugsbekämpfungsbehörde DGCCRF. Diese grenzüberschreitende Kooperation zeigt, wie eng die europäischen Regulierungsbehörden bei der Durchsetzung des DSA zusammenarbeiten.
Hohe Strafen drohen – eBay wehrt sich
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Die Bundesnetzagentur hat eBay nun eine Frist gesetzt, um zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen und die geforderten Nachbesserungen umzusetzen. Sollte der Konzern die Mängel nicht beheben, drohen Zwangsgelder oder empfindliche Bußgelder.
eBay selbst weist die Vorwürfe zurück. Das Unternehmen zeigte sich überzeugt, weiterhin im Einklang mit den geltenden Vorschriften zu handeln. Man habe stets konstruktiv mit den Behörden zusammengearbeitet und werde sich auch weiterhin für eine sichere und transparente Umgebung für die Nutzer einsetzen.
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