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Digital Markets Act: Google muss 11 Android-Funktionen für Rivalen öffnen

Veröffentlicht am: 03.08.2026 um 16:41 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Google erweitert seine KI-Plattform Gemini auf humanoide Roboter, Laptops und Datenbrillen. Neue Partnerschaften und regulatorische Auflagen prägen die Expansion.

Google treibt Gemini-Ökosystem voran: Robotik, Laptops und Datenbrillen im Fokus
Eine humanoide Roboterhand interagiert mit einem High-End-Laptop-Display, das eine fortschrittliche KI-Oberfläche zeigt. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der US-Konzern Google beschleunigt den Ausbau seiner KI-Plattform Gemini massiv – von Robotik über Laptops bis hin zu Datenbrillen. Besonders für den europäischen Markt ergeben sich daraus weitreichende Konsequenzen.

Robotik: Maschinen lernen den ganzen Körper

Am 30. Juli veröffentlichte Google DeepMind mit Gemini Robotics 2 eine Modellfamilie, die erstmals die Steuerung kompletter humanoider Roboter vom Fuß bis zur Fingerspitze ermöglicht. Die Suite umfasst drei Varianten: ein Vision-Language-Action-Modell (VLA), ein Modell für verkörperte Intelligenz (ER 2) sowie eine On-Device-Version für lokale Anpassungen mit weniger als 200 Beispielen.

Das ER-2-Modell, das am 2. August näher vorgestellt wurde, konzentriert sich auf multimodale Zusammenarbeit mehrerer Roboter. Bei Tests erreichte es eine Trefferquote von 91,3 Prozent beim Auffinden von Zeitpunkten und 57,4 Prozent bei Fortschrittsklassifizierungen. In Vorführungen steuerte das System den Apptronik Apollo 2 – einen Humanoiden mit 22 Freiheitsgraden – etwa zum Platzieren einer Gießkanne. Neuartige Sicherheitsprotokolle stoppen die Bewegung automatisch, sobald sich Menschen in unmittelbarer Nähe befinden.

„Googlebook“: Der Chromebook-Nachfolger?

Im Computergeschäft deutet sich ein Strategiewechsel an: Ein durchgesickertes Leak vom 3. August zeigt ein 15-Zoll-Laptop von Lenovo mit der Bezeichnung „Googlebook 15“. Das Gerät trägt dezidiertes Gemini-Branding und ersetzt die Windows-Taste durch eine dedizierte KI-Taste. Die Feststelltaste (Caps Lock) fungiert offenbar als App-Launcher.

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Die Benutzeroberfläche, deren Marktstart für Herbst 2026 erwartet wird, orientiert sich an mobilen Betriebssystemen: eine Statusleiste im Smartphone-Stil, dazu eine Taskbar mit Google-Workspace-Apps und Kreativ-Tools von Drittanbietern. Parallel integriert Googles Tochter Waymo Gemini in ihren Ojai-Robotaxi – mit sprachgesteuerten Kabinenfunktionen und einem neuen Drei-Bildschirm-Interface.

Wearables: Samsung und Google bündeln Kräfte

Auch im Bereich tragbarer Technik vertieft Google die Partnerschaft mit Samsung. Nach einer ersten Vorstellung Ende Juli kamen am 3. August weitere Details zu den Galaxy Glasses ans Licht. Die in Zusammenarbeit mit Gentle Monster entwickelte Datenbrille nutzt den Snapdragon-AR1-Gen-1-Chipsatz und Gemini-KI für Navigation, Übersetzung und Musiksteuerung. Die Markteinführung ist für Herbst 2026 geplant, die Akkulaufzeit soll neun Stunden betragen.

Um das Software-Angebot zu straffen, strich Google am 31. Juli die eigenständige AI-Studio-App – trotz 800.000 Vorregistrierungen aus 168 Ländern. Die Entwicklungsfunktionen werden stattdessen direkt in die Haupt-App von Gemini integriert.

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Enterprise-Geschäft und regulatorische Hürden

Im B2B-Bereich expandiert Google seit Ende Juli durch eine Partnerschaft mit Oracle. Gemini wird in Oracles Fusion Applications und die NetSuite-Plattform eingebettet. Zudem ist Gemini Pro nun öffentlich über Vertex AI verfügbar – Entwickler können zwischen drei Größen (Ultra, Pro, Nano) wählen, um spezialisierte Agenten zu bauen.

Doch gerade in Europa steht der Konzern vor erheblichen regulatorischen Auflagen. Eine Entscheidung vom 16. Juli im Rahmen des Digital Markets Act zwingt Google, elf Android-Funktionen für KI-Assistenten von Drittanbietern zu öffnen. Bis August 2027 muss Alphabet Zugang zu On-Device-Modellen, Umgebungssensoren und Bildschirmautomatisierung gewähren – damit konkurrierende KI-Dienste genauso effektiv arbeiten können wie Googles eigene Tools. Für deutsche Nutzer könnte das mehr Auswahl bei Sprachassistenten bedeutet – ein Novum im bisher stark abgeschotteten Android-Ökosystem.

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