Digital Markets Act: EU zwingt Google zur KI-Datenweitergabe
Veröffentlicht: 16.07.2026 um 19:03 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Die heutigen Kartellentscheidungen unter dem Digital Markets Act (DMA) zwingen den US-Konzern, sowohl seine Android-Suchdaten als auch zentrale Betriebssystem-Funktionen für Rivalen wie OpenAI und Anthropic zu öffnen. Das Ziel: verhindern, dass Google seine dominante Marktstellung im Mobilbereich auf die Zukunftsbranche Künstliche Intelligenz überträgt.
Datenfreigabe und Systemzugang als Kernforderungen
Die EU-Kommission sieht in Googles rund 60 Prozent Marktanteil bei Android in Europa ein entscheidendes Hindernis für fairen Wettbewerb. Der Konzern könne diese Stellung nutzen, um eigene KI-Dienste wie Gemini vor Konkurrenz zu schützen.
Die Auflagen im Detail:
- Suchdaten: Google muss seine Rohdaten mit konkurrierenden Suchmaschinen und KI-Chatbots teilen – anonymisiert, um Datenschutzbedenken zu begegnen.
- Systemzugriff: Elf spezifische Android-Funktionen müssen für Drittanbieter geöffnet werden. Dazu gehört die Sprachsteuerung für alternative KI-Assistenten, die bisher blockiert war.
Henna Virkkunen von der EU-Kommission betonte, die Maßnahmen zielten auf einen Markt ab, in dem Verbraucher echte Alternativen zu Google Search und Gemini hätten.
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Gestaffelte Umsetzung bis 2027
Brüssel gibt Google einen klaren Zeitplan vor:
- Januar 2027: Beginn der Datenweitergabe an Wettbewerber
- Juli 2027: Vollständige Interoperabilität für KI-Assistenten auf Android
Die Verordnung enthält zudem eine Preisformel und Sicherheitsvorkehrungen für den Datenaustausch. Google-Konzernanwalt Kent Walker kritisierte die Entscheidung scharf. Die erzwungene Öffnung des Betriebssystems berge erhebliche Risiken für den Datenschutz, die allgemeine Sicherheit und sogar die nationale Sicherheit. Die Anforderungen könnten die Integrität der Android-Plattform gefährden.
Harte Strafen bei Verstößen
Die heutigen Entscheidungen sind Teil einer umfassenderen Strategie der EU, die Marktmacht von „Gatekeepern" einzudämmen. Die Kommission stellte fest, dass KI-Assistenten der Konkurrenz derzeit technisch eingeschränkt seien – genau das sollen die neuen Regeln ändern.
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Bei Verstößen drohen empfindliche Strafen: Bis zu zehn Prozent des weltweiten Jahresumsatzes kann die EU unter dem DMA verhängen. Und die Zeit drängt: Bereits in der kommenden Woche könnten weitere Geldbußen in einem separaten DMA-Verfahren gegen Google folgen.
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