Digital, Detox

Digital Detox im Urlaub: Nur jeder Fünfte verzichtet auf Smartphone

Veröffentlicht am: 22.08.2026 um 04:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Bitkom-Studie zeigt: Nur jeder fünfte Reisende plant eine digitale Auszeit. Ältere Urlauber sind deutlich konsequenter als jüngere Generationen.

Digital Detox im Urlaub: Nur 22 Prozent verzichten aufs Smartphone
Eine Person liest entspannt ein Buch in einer Berglandschaft, während ein Smartphone ungenutzt neben ihr auf dem Boden liegt. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Trotz der zunehmenden Diskussion über die ständige Erreichbarkeit und die psychischen Belastungen durch digitalen Konsum bleibt der bewusste Verzicht auf das Smartphone im Urlaub eine Randerscheinung. Wie Daten von Bitkom Research aus dem August 2026 belegen, praktiziert lediglich rund jeder fündre Reisende (22 Prozent) ein sogenanntes Digital Detox während der Ferienzeit.

Die Intensität dieser Auszeiten variiert dabei stark: Während 13 Prozent der Befragten lediglich einen Tag ohne digitale Medien planen, sehen 5 Prozent mehrere Tage vor. Einen längeren Zeitraum von einer Woche wählen 3 Prozent der Urlauber, während nur 1 Prozent angibt, länger als sieben Tage auf die digitale Vernetzung verzichten zu wollen.

Verzicht auf digitale Endgeräte zeigt deutliche Altersunterschiede

Die Bereitschaft, das Smartphone im Urlaub beiseite zu legen, hängt laut den Untersuchungen von Bitkom Research maßgeblich vom Alter ab. In der Gruppe der 16- bis 29-Jährigen planen lediglich 17 Prozent eine digitale Auszeit. Im Gegensatz dazu zeigen sich ältere Reisende deutlich konsequenter: Bei den über 65-Jährigen liegt der Anteil derjenigen, die Digital Detox im Urlaub praktizieren, bei 32 Prozent.

Um den Umgang mit dem Smartphone während der Reisezeit zu regulieren, verweisen Experten auf verschiedene Strategien. Dazu gehört unter anderem das sogenannte Intervallfasten für die digitale Nutzung, bei dem feste Zeiten für die Offline-Phase definiert werden.

Anzeige

Wer sich mit dem Thema befasst, stellt oft fest, dass digitale Erreichbarkeit auch nach dem Urlaub eine hohe psychische Belastung darstellt. Dieser kostenlose Ratgeber liefert 5 Sofortmaßnahmen für mehr Ausgeglichenheit und eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Work-Life-Balance E-Book jetzt kostenlos herunterladen

Auch die bewusste Reduktion von Urlaubsfotos sowie die Etablierung kleiner Routinen ohne Bildschirmbeteiligung könnten dabei helfen, die Abhängigkeit von mobilen Endgeräten während der Erholungsphase zu verringern.

Slow Travel als begleitender Trend zur Entschleunigung

Ergänzend zu den Daten über den reinen Geräteverzicht beleuchten Studien der DERTOUR Group aus dem ersten Halbjahr 2026 die Motivation hinter modernen Reisegewohnheiten.

In einer im Februar 2026 durchgeführten Umfrage unter 8.000 Teilnehmern aus 13 Ländern gaben 48,9 Prozent der Europäer an, den Urlaub grundsätzlich als eine Form des Digital Detox zu begreifen. Zudem zeigten 53,2 Prozent der Befragten ein ausgeprägtes Interesse an „Slow Travel“, also dem bewussten Entschleunigen beim Reisen.

Anzeige

Der Wunsch nach Entschleunigung scheitert im Alltag oft an versteckten Zeitdieben, die uns täglich wertvolle Stunden für die eigene Erholung rauben. Ein spezialisierter Leitfaden zeigt konkret, wie beruflicher Erfolg und persönliches Glück ohne ständigen Stress kein Widerspruch sein müssen. Kostenlosen Ratgeber für mehr Balance sichern

Die Beweggründe für diese Form des Reisens sind vielfältig. Laut der Untersuchung reisen 58,5 Prozent langsam, um das Erlebnis intensiver zu genießen, während 52 Prozent damit eine Stressreduktion bezwecken.

Insgesamt gaben 63,6 Prozent an, entspanntes Reisen zu genießen. Dabei bevorzugen 58,3 Prozent eine geringere Anzahl an Erlebnissen zugunsten der Qualität, und 55,4 Prozent legen Wert auf mehr Zeit für kulturelle Aspekte. Besonders in der Schweiz ist dieser Trend ausgeprägt: In einer Befragung von 500 Schweizern erklärten 60 Prozent, langsam zu reisen, um ihre Ziele intensiver wahrzunehmen.

Bewussterer Medienkonsum bei der jüngeren Generation

Obwohl die Gruppe der unter 30-Jährigen seltener komplett auf Endgeräte verzichtet, ist innerhalb dieser Zielgruppe eine Veränderung des Nutzungsverhaltens zu beobachten. Daten der Telekom zufolge reduzieren bereits 47 Prozent der unter 30-Jährigen ihre Bildschirmzeit aktiv.

Ein Indikator für das steigende Interesse an diesem Thema ist zudem der Anstieg der Suchanfragen zum Begriff Digital Detox, der um 72 Prozent zugenommen hat. Zur Unterstützung dieses Trends initiiert das Unternehmen eine Kampagne für die Generation Z, die unter anderem einen Event in Berlin für den 26. August 2026 vorsieht.

Dieser Trend zur Reduktion betrifft nicht nur die Hardware-Nutzung, sondern auch die Inhalte. Laut Reuters Institute streben weltweit 42 Prozent der Menschen danach, Informationen und Nachrichten bewusst zu meiden.

In der Schweiz konsumiert laut Erhebungen der Universität Zürich fast jeder zweite Bürger nur noch wenige oder gar keine Nachrichten mehr. Diese Entwicklung deckt sich mit Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (OMS) aus dem Jahr 2020, die bereits frühzeitig dazu riet, den Informationskonsum zugunsten der psychischen Gesundheit zu begrenzen.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 69983855 |