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Digit 5: Agility Robotics plant über 20 Arbeitsstunden pro Tag

Veröffentlicht am: 18.10.2026 um 18:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Nyobolts Schnellladetechnik ermöglicht laut Laborspezifikation 90 Minuten Betrieb nach neun Minuten Ladezeit; der Markteintritt ist für 2027 vorgesehen.
Ein modernes, leeres Logistiklager mit hohen Regalen und poliertem Betonboden in einer Industriehalle. Illustration mit AI erstellt.

Der US-amerikanische Robotikhersteller Agility Robotics hat für die neueste Generation seines humanoiden Roboters eine deutliche Steigerung der Einsatzzeiten angekündigt. Durch den Einsatz von Schnellladetechnologie des britischen Unternehmens Nyobolt soll das Modell Digit 5 künftig mehr als 20 produktive Arbeitsstunden innerhalb eines 24-Stunden-Tages erreichen.

Ermöglicht wird dies durch eine Betriebszeit von 90 Minuten bei einer anschließenden Ladezeit von lediglich 9 Minuten. Daraus ergibt sich ein Ladeverhältnis von 10:1, während das Vorgängermodell Digit 4 noch auf ein Verhältnis von 2:1 kam.

Technische Leistungsdaten und Ladekonzept

Das Verhältnis von 10:1 stellt nach Angaben des Unternehmens eine Laborspezifikation dar und ist kein Ergebnis aus dem praktischen Feldeinsatz. Der bisherige Betrieb von Digit umfasste vor dieser Batteriekombination bereits mehr als 65.000 Stunden.

Der 2019 in Cambridge gegründete Zulieferer Nyobolt fungiert als alleiniger Lieferant der Schnellladetechnik. Details zur genauen Kapazität, der Zellchemie sowie der Zahl der möglichen Ladezyklen wurden nicht veröffentlicht.

Agility Robotics hatte Digit 5 bereits am 15. September 2026 erstmals vorgestellt. Die Maschine wiegt 129 Kilogramm bei einer Körpergröße von 1,81 Metern. Das Hebevermögen liegt bei wiederholt 22,7 Kilogramm, was einer Steigerung von 40 Prozent gegenüber Digit 4 entspricht.

Zudem erreicht das System nun Regale bis zu einer Höhe von 2,2 Metern, verglichen mit 1,68 Metern bei der Vorgängergeneration. Das Sicherheitskonzept sieht einen Einsatz ohne physische Schutzbarrieren vor.

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Hierfür integriert das System eine 360-Grad-Personenerkennung, eine Stopp- und Sitzposition sowie einen unabhängigen Sicherheitscontroller, wobei sich Teile der Sicherheitsfunktionen noch in der Entwicklung befinden. Digit 5 dient zudem als erster Launch-Partner für das System Halos for Robotics von NVIDIA.

Fokus auf Schichtbetrieb und industrielle Anwendungen

Daniel Diez, Chief Business Officer bei Agility Robotics, betonte, dass die Betriebszeit den eigentlichen wirtschaftlichen Nutzen bestimme. Mit den verbesserten Spezifikationen soll Digit 5 künftig mehr als zwei volle Schichten pro Tag unterstützen.

In anderen Branchensegmenten setzen Hersteller hingegen auf alternative Lösungen zur Überbrückung von Ladezeiten. So wechselt der humanoide Roboter Atlas von Boston Dynamics seinen Akku autonom in unter 3 Minuten. Im Drohnensektor tauscht die Dockingstation Dock 4 von DJI Akkus innerhalb von 25 Sekunden aus, anstatt diese 30 Minuten lang aufzuladen.

Das Vorgängermodell Digit 4 sammelte seine über 65.000 Betriebsstunden unter anderem bei Kunden wie GXO, Schaeffler, Amazon und Toyota Motor Manufacturing Canada. Am GXO-Standort Flowery Branch bewegte der Roboter 100.000 Kisten mit einer Genauigkeit von etwa 98 Prozent.

CEO Peggy Johnson erklärte, das eigene Unternehmen als größten Wettbewerber zu sehen. Während sie humanoide Roboter im privaten Haushalt erst in mindestens einem Jahrzehnt für realistisch hält, konzentriert sich Agility Robotics auf Sicherheitszertifizierungen für die Industrie und die Automatisierung von Lagerprozessen.

Zeitplan für Markteinführung und geplanter Börsengang

Der Beginn des Early-Access-Programms für Digit 5 mit Nyobolt-Technik ist für das erste Halbjahr 2027 in den Bereichen Fertigung, Lager und Distribution vorgesehen.

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Daran soll sich eine Ausweitung über einen Zeitraum von 6 bis 9 Monaten anschließen. Der allgemeine Verkauf ist für Ende 2027 geplant, wobei ein Markteintritt in der Europäischen Union und im Vereinigten Königreich mit entsprechender CE-Kennzeichnung vorbereitet wird.

Für die Fertigung steht die Produktionsstätte RoboFab in Salem mit rund 6.500 Quadratmetern Fläche bereit, die auf eine Jahreskapazität von 10.000 Robotern ausgelegt ist. Im Mai 2026 verbuchte das Unternehmen Mehrjahresaufträge über 300 Millionen US-Dollar, die an das Erreichen definierter Meilensteine gebunden sind.

Parallel bereitet das Unternehmen seinen Gang an die öffentlichen Kapitalmärkte vor. Geplant ist ein Börsengang durch eine Fusion mit der Zweckgesellschaft Churchill Capital Corp XI im vierten Quartal 2026, bei dem die Notierung an der Nasdaq unter dem Tickersymbol AGLT erfolgen soll. Die Bewertung vor einer neuen Finanzierung liegt bei 2,5 Milliarden US-Dollar.

Die Aktionärsabstimmung über den Zusammenschluss ist für den 2. November 2026 anberaumt, nachdem die Verwaltungsräte beider Parteien der Fusion bereits einstimmig zugestimmt haben. Zudem hat das Unternehmen eine zentrale Hürde der US-Börsenaufsicht SEC genommen und steht vor der Notierung als reines humanoides Robotik-Unternehmen.

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